17.12.18

Elders Update 20 - Herbstkapriolen

Meistens kommt es anders und selten wie geplant.
Um beim Angeln erfolgreich zu sein, spielen oft so viele Faktoren und äußere Einflüsse eine Rolle, dass gerade bei knappem Zeitkontingent neben gründlicher Vorbereitung, nicht zuletzt auch immer ein bisschen Glück erforderlich ist!
Doch mit dem Glück ist das so einen Sache bei Micha und mir! Mindestens einer von uns muss dem Wetterfrosch irgendwann mal gehörig auf den Fuß getreten sein, jedenfalls greifen wir was das perfekte Angelwetter angeht regelmäßig gehörig ins Klo, sobald wir gemeinsam losziehen wollen.

Den ganzen Sommer über habe ich in diesem Jahr sehnsüchtig dem Herbst entgegengefiebert. Die Zeit am Wasser war bislang einfach deutlich zu kurz gekommen, und so wurden sämtliche verbliebene Freizeitressourcen für die heiße Phase aufgespart! Einfach die richtige Zeit abpassen und endlich wieder den vollen Fokus auf das zu lenken, was in den letztes Wochen deutlich zu kurz gekommen war, lautete der Plan. Mit vollem Eifer präparierten wir nachts regelmäßig unsere Futterplätze und bereiteten alles gründlichst für eine erfolgreiche Woche am Wasser vor. Nichts sollte dem Zufall überlassen werden.

Im Oktober hatten Micha und Ich dann endlich eine komplette Woche Zeit gemeinsam zu fischen. Die Wetterapp kündigte einen Temperatursturz mit Wind und Regen an, und wir waren guter Dinge. Schließlich sah bislang noch alles nach richtigem Angelwetter aus. Als unser Angelplatz dann auch tatsächlich frei war, atmeten wir das erste Mal tief durch, und freuten uns tierisch auf die anstehende Woche. Die ersten Hürden zum Fisch waren genommen. Doch wo war eigentlich das angekündigte Herbstwetter geblieben? Na prima! Passte ja wieder!
Statt Wind und Wellen, die uns um die Ohren peitschten, saßen wir die ersten 2 Tage bei strahlendem Sonnenschein und regungsloser Wasseroberfläche an unserem Baggersee, und mussten zähneknirschend feststellen, dass die Fische ausgerechnet jetzt leider überhaupt nicht in der von uns erhofften Herbststimmung waren.
Logisch das Wetter war traumhaft, und es gab eindeutig schlimmeres als seine freie Zeit bei T-Shirt Wetter in der Sonne zu genießen. Doch nur für Erholungsurlaub war unsere freie Zeit einfach zu kostbar. Wie so oft, wenn wir beide endlich mal wieder gemeinsam den Weg ans Wasser gefunden hatten, forderte uns unser Schicksal mal wieder so richtig heraus! Die Bedingungen waren galant ausgedrückt miserabel. Nicht nur das der erhoffte Wetterwechsel ausblieb, sondern auch der Luftdruck mit über 1030hPa war in dieser Konstellation sicherlich nicht wirklich förderlich. Die Fänge anderer Angler und Kollegen blieben, wie zu erwarten, ebenfalls mehr als bescheiden. Absolut keine guten Voraussetzungen, um genau jetzt die verpassten Glücksmomente der letzten Zeit nachzuholen! Doch umlegen konnten wir unsere einzige längere gemeinsame Session in keinem Fall mehr. Nach den ersten beiden Nächten ohne Fisch war absehbar, dass die Woche mit hoher Wahrscheinlichkeit ein ziemliches Desaster werden würde! Doch darauf wollten und konnten wir uns nicht ausruhen! Irgendwie musste es doch auch möglich sein einen der lethargischen Biester ans Band zu bekommen! Unser gründlich präparierter Futterplatz war auf das ursprünglich angekündigte Herbstwetter gemünzt und schien uns jetzt jedenfalls ziemlich fehlkalkuliert. Keinerlei Anzeichen von Aktivität auf dem Futterplatz waren vorerst erkennbar. Eine Rute darauf sollte somit vorerst als Indikator genügen, falls sich sie Bedingungen und damit verbundene Fresslaune doch noch positiv entwickeln würde! Nach langer Suche konnten wir an anderer Stelle schließlich auf etwa 3Meter Wassertiefe einige Fische im dichten Kraut lokalisieren, und wenig später glitt tatsächlich der erste über den Rand des Keschers. Die Fische bissen extrem vorsichtig und ließen sich nur mit ganz wenig Beifutter zu zaghaften Bissen überreden. Auch im Drill fehlte ihnen irgendwie die Power, so als hätte man die Jungs gerade aus dem Schlaf geweckt! Wir fischten Fallen mit kleinen Ködern am nadelscharfen Kamakura, die wir dank des fehlenden Windes akkurat in winzigen Krautlöchern präsentieren konnten! Nicht unbedingt die klassische Herbsttaktik mit der wir gerechnet hätten , doch auf diese Weise konnten wir tatsächlich einige schöne Fische in den Kescher befördern, bevor am Ende der Woche mit dem Wind auch tatsächlich der erste Fisch auf dem Futter kam. Unter anderem netzte ich gegen Mitte der Woche einen der wenigen großen Schuppis des Sees ein, über den ich mich riesig freute! Letztlich verbuchten wir knapp fünfzehn Läufe, wovon der Großteil aus Krautlöchern fernab des Futters stammte. Und so konnte sich unsere erste Herbstpartie dank der messerscharfen Haken und einer komplett neuen Angelstrategie, doch noch sehen lassen! Mit ein wenig Flexibilität konnten wir unserem Glück jedenfalls deutlich auf die Sprünge helfen.
Und das macht den Reiz unseres Hobby doch schließlich aus! Selbst mit der besten Planung lassen sich niemals alle Faktoren zu 100% berechnen. Es bleibt immer ein wenig Glücksspiel mit vielen Variablen, auf die es letztlich gilt bestmöglichen Einfluss zu nehmen!
Und vermutlich wird es aus genau diesem Grund auch niemals langweilig!

Nils Elders

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