20.01.14

Elders Update I - Orkantief Anna

Nils Elders ist jede Woche am Wasser, mindestens eine Nacht. Und immer dabei ist seine Nikon. Nils hat ein Auge für gute Fotos und ein Händchen für Sprache. In seiner Kolumne „Elders Update“ kommt er ab jetzt regelmäßig zu Wort. Wir dürfen uns auf schöne Bilder und kurzweilige Texte freuen:

„Das neue Jahr beginnt turbulent für mich. Das verhältnismäßig milde Wetter derzeit bescherte mir bereits am Ende des letzten Jahres noch einige tolle Winterfische. Einleuchtend, dass ich auch jetzt noch versuche, jede freie Minute am Wasser zu sein, bevor der tatsächliche Wintereinbruch kommt – wer weiß?! Die Plätze bleiben befüttert, und sobald das Wochenende ansteht, geht es für mindestens eine Nacht raus. Diesmal entschied ich mich spontan für Freitag, da die Wetterapp des Vertrauens erst für Samstagabend Regen ansagte. Fehlentscheidung, wie sich herausstellen sollte!

Wie so oft kam ich wieder einmal erst im Dunkeln zum See, mein Kumpel Andy war bereits da, und so verlor ich keine Zeit, die Rigs ins Wasser zu bekommen. Schnell ein paar Sticks gestopft, etwas Goo auf den „gestutzten“ Mainline-Knödel und ab damit auf die bewährten Plätze. Kaum waren die Ruten gelegt, wurde es merkwürdig ruhig am Wasser. Aus der Ferne war ein leichtes Grummeln zu hören und immer wieder zuckten Blitze am Horizont. Ein Bild, das mir so bisher im Januar noch nicht begegnet war und sehr verwunderlich, da unsere Wetterprognose ja nichts dergleichen angekündigt hatte. Wir drehten das Radio auf und hörten auf Anhieb die Warnmeldung. Schwere Unwetter über Teilen NRWs, Türen und Fenster nach Möglichkeit geschlossen halten, sich besser nicht im Freien aufhalten. Na toll!

Mein Trakker Mk2 ist draußen zuhause und hat mich in solchen Situationen noch nie im Stich gelassen. Wir sicherten mit allen Heringen und spannten den Frame-Support auf, als es auch schon über uns war. Ein heftiger Sturm rüttelte mit voller Wucht an unserem Zelt, starker Regen trommelte aufs Zeltdach und immer wieder wurde der Himmel von bizarren Blitzen erleuchtet. Dabei blitzte und donnerte es als wenn es kein Morgen gäbe. Wir mussten das Zelt von innen festhalten, damit es nicht vom Wind mitgerissen wurde. Ein unglaubliches Naturschauspiel und so schnell wie es gekommen war, so schnell war es auch wieder vorbei.

Wir hatten es überstanden und darauf stießen wir erst einmal an, bevor wir den Abend mit einem üppigen Mal ausklingen ließen. Früh am nächsten Morgen konnte ich unser Abenteuer dann noch mit zwei tollen Winterfischen abrunden. Was will man mehr oder? Ach ja die Wetterapp habe ich deinstalliert ;-)

Tight lines
Nils“

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