09.03.14

Elders Update II - Scale down

Nils Elders ist jede Woche am Wasser, mindestens eine Nacht. Und immer dabei ist seine Nikon. Nils hat ein Auge für gute Fotos und ein Händchen für Sprache. In seiner Kolumne „Elders Update“ kommt er ab jetzt regelmäßig zu Wort. Wir dürfen uns auf schöne Bilder und kurzweilige Texte freuen:

„Kurz nach Fünf, das Auto schnell gepackt und auf dem Weg zum See. Sitzheizung läuft, und das Radio spielt wieder meinen Song. Ein Gefühl von Freiheit kommt auf, während sich die Sonne bereits mit letzten Strahlen verabschiedet. Für mich eine gewohnte Situation im Winter, und so bin ich trotz der Eile um das letzte Licht entspannt und voller Vorfreude. Ich weiß einfach, dass es die richtige Entscheidung war, sich jetzt auf den letzten Drücker, doch noch aufzuraffen, und trotz Nieselregen und teilweise recht kräftigen Windböen den Weg zum See anzutreten.

Dennoch heißt es keine Zeit zu verlieren, um wenigstens die Ruten im letzten Licht noch legen zu können. Auf meinem Winterspot zählt schließlich jeder Zentimeter. Ich angele an einer steilen Kante, vor üppig überhängenden Bäumen, wo es direkt auf 8 Meter abfällt. Windstill, tief und genügend Deckung, eine ideale Winterstelle eben, und dennoch längst keine Fischgarantie mehr. Je weiter der Winter fortschreitet, desto schwieriger ist es überhaupt noch Bisse zu bekommen. Der Februar zählt definitiv zu den schwierigsten Monaten, wie ich finde. Nicht nur die Angelbedingungen, auch die Motivation, sich trotz Kälte, Nässe, der Freundin auf der warmen Couch, unzähligen attraktiven Messen , Partys und dergleichen , trotzdem regelmäßig an den See zu begeben, stellt zweifellos eine Hürde dar. Mann muss es lieben, Nacht für Nacht, einsam draußen in der Kälte zu hocken, und auf den einen, aber alles entscheidenden Ton des Delkims zu warten. Es ist eben längst mehr, als nur das bloße Fangen von Karpfen. Es ist die kleine Pause, am Ende einer anstrengenden Woche, in der ich alles andere vergessen und ausblenden kann. Es ist das ultimative Naturerlebnis, das zu jeder Jahreszeit seinen ganz speziellen Charme versprüht. Es sind die ständig wechselnden Herausforderungen, das sich und seine Angelei, immer wieder von neuem auf die Probe zu stellen, auszuprobieren, durchzuhalten, zu verlieren, sowie zu triumphieren.

Die Natur schaltet jetzt deutlich spürbar einige Gänge herunter, und auch wir sollten uns anpassen, und einfach mal das Tempo herausnehmen, unsere Erwartungen herabsenken und uns an dem erfreuen, was die Jahreszeit uns derzeit bietet. Wer es schafft, nach einer kalten, dunklen, wohlmöglich sogar nassen und fischlosen Nacht, dennoch entspannt und zufrieden nach Hause zu kommen, der hat es verstanden.
Euer Nils.“

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