04.05.16

Erst finden, dann fischen - Michael Nürenberg

Aus tristem Grau wird sattes Grün. Das Knospentreiben beginnt, der Frühlingsbeginn ist nicht mehr zu verschweigen. Für mich persönlich immer eine schwierige Zeit der Angelei. Die sozialen Medien explodieren, es scheint als würden alle am Wasser immer das richtige tun. Doch ehrlich gesagt, fühlt sich doch irgendwie jeder unsicher. Flach oder lieber doch noch im Tiefen fischen? Auffällige Pop-Ups und damit den maximalen Reiz schaffen oder doch lieber die unauffällige Partikelfalle auslegen? Die gut gemeinten Ratschläge gehen in alle Richtungen. Nur was ist jetzt die richtige Entscheidung? Ich kann es euch nicht sagen, der wohl beste Tipp ist, immer die Augen offen zu halten und die Fische noch vor dem Auswerfen der Montage zu lokalisieren. Hört sich einfach an, stimmt, ist es jedoch nicht. Denn wenn man zur berufstätigen Gesellschafft gehört ergibt sich selten die Möglichkeit, zum Sonnenaufgang am Gewässerrand zu stehen und die blaue Oberfläche zu beobachten. Demnach fällt in dieser Jahreszeit das Angeln an den großen Gewässern aus, zu unproduktiv ist das ganze einfach. Das bedeutet ich fahre am Freitag nach der Arbeit gemütlich nach Hause und nicht zum See. Die nichtangelnden Freunde kommen das restliche Jahr schon kurz genug. Und so gelingt es mir, am Folgetag noch vor dem Hellwerden am Wasser zu stehen. Unvoreingenommen zu welcher Angelstelle es mich zieht, ich höre auf das was mir das Wasser sagt. Auffällige Blasenspuren, rollende Fische oder Gewässerbereiche die aufgrund der Wetterlage das wärmere Wasser beinhalten sollten. Habe ich mich für einen Spot entschieden und konnte Fische ausfindig machen, dann muss es schnell gehen. Das Equipment ist bestmöglich vorbereitet, die Köder sind mit Korksticks präpariert und saugen sich schon seit einigen Tagen im Infuza mit Goo voll. Der Kork fungiert in dieser Situation nicht nur für weiteren Auftrieb sondern auch als Reservoir, um die Macht von Goo noch besser nutzen zu können.

Pop Ups aus dem Wonder Berry Soak.

Der Kork gibt Auftrieb und saugt mehr Goo auf.

Ist das jetzt Stalking?
Nein, definitiv nicht. Denn ich lege es nicht unbedingt darauf an, einen gesichteten Fisch anzuwerfen. Vielmehr grenze ich den Gewässerbereich ein, der Aktivitäten aufzeigt. So lasse ich mich für knapp 24Stunden auf einem Platz nieder. Denn bei der aktuellen Wetterlage im April kann das Stalken ziemlich ungemütlich werden. In wenigen Minuten wechselt das Wetter zwischen Sturm, Regen, kleinen weichen Hagelkörnern die auch Graupel genannt werden und Sonnenschein – er macht eben was er will, der April! Und was soll ich sagen, aktuell läuft es mit dieser Taktik richtig gut. Ohne Fisch fahre ich selten heimwärts. Ganz im Gegenteil, es kommen ganze Fangserien zum Vorschein. Ich verliere zwar an Angelzeit und anstrengender ist es auch, so früh morgens am Wasser zu stehen aber es lohnt sich! Probiert es doch mal aus und entscheidet euch nicht für den bequemsten Platz am See. Oder macht was euch andere sagen, sondern nur was euer Gefühl euch sagt. Habt Vertrauen in das eigene Handeln!
Michael Nürenberg

Selten ohne Fisch heimwärts...

Kein Unbekannter am Gewässer.

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