17.11.16

Es läuft nicht - Kai Lander

Der Herbst ist voll im Gange, die Fangmeldungen aus allen Richtungen häufen sich und es werden richtig dicke Karpfen gefangen. Bei mir lief es in den letzten Wochen absolut nicht rund, gemessen an der vielen Zeit die am Wasser verbracht wurde konnte ich nur wenige Fänge verzeichenen. Woran lag es diesmal, wem konnte die Schuld zurückgeschoben werden? Dem ständig wechselnden Luftdruck, dem Schaltjahr, dem West-Wind, der mit Abwesenheit glänzte - oder fehlte mir einfach der Jagdtrieb, war ich bereits satt von dieser Saison? Fragen über Fragen - und keine passende Antwort. Dazu gesellten sich noch einige Rückschläge, z.B. ein Satz Ruten samt Rollen, die versenkt wurden. Eine Wochensession an einem Binnenmeer, in der ich auf ganzer Linie blankte und die Karpfen einfach nicht fand. Dann gab es noch einen Futterplatz, der nach gutem Anlauf stark nachließ, was ich in dieser Form in all den Jahren so auch noch nicht erlebt habe. Irgendwas war immer. Das mit den Ruten war so eine total bescheuerte Aktion. Ich zog zum ersten mal meine Falte als Beiboot mit dem Außenborder hinterher, hatte das Tackle aber nicht mit einem Spanngurt gesichert, weil kein Wind war und ich dachte, das ginge dann schon mal ohne. Nach einigen bereits gefahrenen hundert Metern sage ich noch zu Mathias: "Ich las mal einen Artikel von jemanden, der seine Falte mit einem Verbrenner hinterhergezogen hat - und ihm ist das Teil von hinten mit Wasser voll gelaufen!" Mathias Reaktion darauf - "Hm, kann uns das auch passieren? Ich schau mal!" Es folgt ein kurzer Test unter Vollgas, genau die Falte beobachtet, ob von hinten Wasser reinläuft: alles bleibt unverändert. "Das geht ohne Probleme, da wird nichts passieren." (Zur Info: Wenn ein beladenes Faltboot kräftig abgeschleppt wird, kommt der gesamte Druck auf den Bug und das Boot neigt sich stark zum Heck. So wird durch die Form der Falte ein Volllaufen mit Wasser vom Heck aus begünstigt). So drehte ich den Gas-Hahn voll auf, es sollte ja zügig zum Platz gehen. Keine zwei Minuten später und Matze sprang auf, als wenn die Welt unterginge - "Die Falte säuft ab, mach was, mach was!" Das Teil war innerhalb weniger Sekunden vollgelaufen und begann zu sinken. Ich zerrte das Boot so schnell es ging an der Schleppleine zum Hauptboot und konnte es gerade noch vor dem absoluten Untergang bewahren. Einiges an Tackle trieb bereits auf dem See, wir holten den Rest aus der Falte und sammelten das Treibgut ein. Gott sei Dank nutzen wir Peli Cases für die Kameraausrüstung. Ich schöpfte das Wasser aus der Falte bis sie wieder schwamm. Beim Neusortieren der Ausrüstung: wo sind meine zwei Ruten!? Weg waren sie, einfach abgesoffen! Das gibt's doch nicht, einmal ohne Futteral transportiert - und dann passiert solche Sch.... ! Ich verbrachte den nächsten Tag mit dem Versuch, sie in neun Meter Tiefe aus dem Schlamm zu bergen, aber alles vergebens. Inzwischen habe ich mich damit abgefunden, dass sie weg sind. Eigene Dummheit, Fehler müssen bestraft werden.
Jetzt, Anfang November, sitze ich bei besten Bedingungen an einem mir noch unbekannten Waldsee und versuche mein Glück. Unter sternenklarem Himmel hält der erste Frost des Herbstes Einzug. Die Hinge-Rig's, mit Pop Ups in Banoffee gedippt am Heli Safe montiert, liegen super am Fuße der Kante auf 5 und 7m Tiefe. Ein unsauberer Grund mit leichter Laubablagerung ließ mich auf dieses Set Up zurückgreifen. Damit ist zu 100% gewährleistet, dass der Haken frei von Unrat bleibt und sofort greifen kann. Mit Einbruch der Dunkelheit machen sich einige Karpfen durch ständiges Rollen in meinem Areal bemerkbar. Ich bin zuversichtlich, dass sich einer den Köder schnappen wird. Am nächsten Morgen klingelt´s, aber nicht an den Ruten - es ist dieser blöde Wecker, ich muss zur Arbeit. Wieder nichts gefangen, dass passt perfekt zur Gesamtsituation. Ich kann es nicht verstehen, was fressen die Fische im Moment? Verteile noch einige Boilies mit Zuversicht, denn in 4 Tagen werfe ich erneut die Ruten hier aus, mal schauen, ob die Saat auch Früchte trägt. Bis der See vielleicht von einer Eisdecke verschlossen wird, bleibe ich hier am Ball - aufgeben kommt nicht in Frage!
Ich wünsche Euch allen einen erfolgreichen Spätherbst.

Aufgeben kommt nicht in Frage

Eine gute Auswahl an Hakenködern aus dem süßen Dip

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