12.07.17

Fischen mit Freunden - Stefan Lutzer

Schon im Herbst letzten Jahres verabredeten mein Freund Gero und ich uns um ein paar gemeinsame Tage am Wasser zu verbringen. Bedingt durch Arbeit und Familie war es uns schon eine längere Zeit verwehrt miteinander angeln zu gehen. Wir reichten beide früh genug unsere Urlaubsanträge ein und alles war geritzt. Die Vorfreude auf diese Tage war so groß, dass wirklich alles bis ins kleinste Detail vorbereitet war. Es wurde nichts doppelt oder zu viel eingekauft. Ebenfalls bei der Vorbereitung unserer Köder waren die Aufgaben verteilt. Ich bekam die ehrenvolle Aufgabe unsere Köder für die kommenden zwei Nächte vorzubereiten. Im Vorfeld war schon klar, dass wir ausschließlich mit Partikeln fischen wollten. Das Gewässer war auch klar…. bis zum Abend vor dem eigentlichen angeln. Wir trafen uns an dem ausgewählten Baggersee und stellten fest, dass viel zu viele die gleiche Idee hatten wie wir. Umdenken war angesagt. Kurzer Hand fuhren wir an einen anderen Baggersee in der Nähe. Dort angekommen waren die Bedingungen schon um einiges besser. Lediglich zwei andere Angler am anderen Ufer. Die Entscheidung morgen hier zu fischen war also sehr leicht zu treffen.

Am nächsten Morgen klingelte um 05:00 Uhr der Wecker und es ging noch leicht müde zum See. In aller Ruhe bauten wir unsere Zelte für die nächsten Nächte auf. Die Ruten verteilten wir systematisch in Pyramidenförmig. Das heißt, von vier erlaubten Ruten werden die mittleren am weitesten gefischt. In diesem Fall meine rechte Rute auf 10 Rutenlängen. Geros Linke auf 9 RL. Die äußeren beiden Ruten waren auf 8 und 7 RL geklippt. So konnten wir den ausgewählten Platz möglichst effektiv beangeln. Wir fütterten einen Platz etwa so groß wie ein Tennisplatz mit Mais und Tigernüssen. Bei dieser Größe mag man vermuten, dass auch viel Futter notwendig ist. Falsch! Da es sich um sehr kleine Köder im Vergleich zum Standardisierten 20mm Boilie handelt, sind nur zwei Kilo nötig um die Fische lange am Platz zu halten und zum fressen zu motivieren. Wenn ich mein Futter für so eine Session vorbereite, fange ich damit an eine Woche vorher meine ausgewählten Partikel für 24 Stunden einzuweichen. Im Anschluss werden diese für 30-40 Minuten gekocht und in Eimer umgefüllt. Wichtig ist es, die Partikel getrennt voneinander in Eimern oder ähnlichen Gefäßen mit geschlossenem Deckel zu hältern. So können die Partikel die verbleibende Zeit zur Session in ihrem Eigensaft gären. Man sollte unbedingt darauf achten, dass genügend Wasser über den Partikeln steht, da diese nach dem kochen noch eine beträchtliche Menge Wasser aufnehmen. Jetzt wäre ebenfalls der Zeitpunkt an dem man noch seine persönlichen Lieblings Flavour dazugeben könnte. Ich halte es da ganz schlicht und gebe nichts mehr dazu. Mit den Montagen hielten wir es so einfach wie möglich. Geros Ruten waren bestückt mit den Dark Matter Safe Zone Leadern und 3,5oz Bleien. Er verwendet mit IQ2 durchgebundene Stiffrigs mit weichem Haar. Ich benutze meine altbewehrtes Dark Matter Tungsten Tubing mit einem der neuen QC Hybrid Lead Clip und 4oz Bleien. Als Rig setzte ich auf ein Stiffrig aus 20lbs Kamo und einem 6er Krank X. Das Haar lasse ich ebenfalls weich damit der Köder ein natürlicheres Spiel hat. Auf das Rig ziehe ich ein Dark Matter Anti Tangle Sleeve. Die Rigs wurden mit aufgepoppten Tigernüssen oder Mais beködert. Eben genau das was auch gefüttert wurde.

Es ist kurz nach Mittag, der Ridgemonkey hat aufgehört zu glühen, da pfeift Geros linke Rute sprichwörtlich ab! Er stößt auf heftige Gegenwehr, kann aber den Kampf für sich entscheiden und wir blicken auf ein breites schuppiges Kreuz im Kescher. Gewogen hat das Kreuz 17,4Kg!!! Das war ein einstand nach Maß. Was ein Bursche. Kurze Zeit später lief wieder Geros Rute ab und er fing einen kleinen Schuppi. Bis zum Abend stand es 4:1 zu Gunsten von Gero. In der Vergangenheit hat es sich schon öfter bezahlt gemacht in der ersten Nacht dem Platz Futter zu geben und nicht zu fischen. Bevor wir uns lang machten kamen noch einige Kellen Futter auf den Platz. Nachts konnte man die Fische auf dem Platz rollen hören und im ersten Licht des Tages sogar die aufsteigenden Blasen vom gründeln erkennen. Während Gero am Morgen mal nach Hause musste legte ich meine Ruten auf den ausgeruhten Platz. Pro Rute kam eine Kelle Futter drauf und es fing nach wenigen Minuten an zu laufen. Gleich der erste Fisch des Tages brachte 20,4Kg auf die Waage. Der schön beschuppte Spiegler hatte sich meine Tigernuss mit einem kleinen Essential Cell Wafter einverleibt. Während des Drills sammelte der Fisch gefühlte 20kg Kraut mit ein aber auch dieser Fisch fand sich in den Maschen meines Keschers wieder. Ab jetzt lief es abwechselnd Schlag auf Schlag. Wir hatten die Fische auf dem Futterplatz geparkt. Nach jeder Aktion kamen zwei Kellen Futter auf den Platz. Selbst in der letzten Nacht lief es weiter. Am letzten Morgen fing ich innerhalb von zwei Stunden noch vier Fische. Nachdem alle Fische versorgt und fotografiert waren gönnten wir uns einen letzten Kaffee aus der Bialetti und packten zufrieden ein. Die Vorfreude und Euphorie wurde vollkommen übertroffen! Die Stelle, das Futter und die Taktik haben komplett gepasst. Wir waren glücklich und freuten uns schon auf die nächste gemeinsame Tour.

Viel Erfolg
Stefan Lutzer

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