18.02.20

Flexibel mit Quick Change Systemen - Tammo Schiller

Schon wieder ein Jahr vorbei, schon wieder beginnt alles von vorne, schon wieder befinden wir uns am Anfang eines neuen Jahres. Grundsätzlich nicht die beste Zeit, um ans Wasser zu fahren und wirklich die Chance auf Erfolg zu haben, doch wie auch schon in den letzten Jahren zeigt der Blick auf das Thermometer teilweise zweistellige Plustemperaturen und das Barometer ist im Tiefflug. Natürlich spielen uns die milden Temperauren in die Karten, keine Frage und ja, die Fische sind aktiv, aber es ist noch immer Winter und alleine das fehlende Sonnenlicht, macht die Unterwasserwelt noch immer sehr träge. In Gewässern, in welchen ein regelmäßiger Futtereintrag vorkommt, sind die Fische oft daran gewöhnt und wissen auch jetzt im Winter, das es etwas zu holen gibt. Dort herrscht durchgehend eine gute Fressresonanz und es darf auch mit geringen Mengen an Beifutter gespielt werden. An anderen Gewässern wiederum gilt es die genauen Standorte zu finden und dort komplett ohne Futter den Fisch zu überlisten, Single Hook Baits und am liebsten schön auffällig, um einen visuellen Reiz auszuüben. Wann was eingesetzt wird, muss jeder für sich herausfinden, da gibt es kein Patentrezept. Wenn wir alle Eins nicht ändern können, dann sind es die Umstände, welche uns die Natur oder das Gewässer vorgibt, was wir aber tun können, ist reagieren. Reagieren auf die jeweilige Situation, die uns am Wasser erwartet und die wir erkennen müssen.

Für mich gibt es jetzt im frühen Frühjahr und inzwischen sogar im Rest des Jahres fast nur noch 2 Optionen, um zum Erfolg zu kommen: Bunte, grelle Pop Ups, als Falle gestellt, oder schwerelose Hakenköder, also Wafter, umgeben von etwas Futter! Je nach Gewässer und Verhalten der Fische auf die äußeren Einflüsse, greife ich auf eine dieser beiden Varianten zurück und nicht selten kommt es vor, dass ich sogar an ein und demselben Gewässer, zu unterschiedlichen Tageszeiten, die Vorfächer tausche. Dann kommt der Wafter runter vom Futter und der Pop Up wird eingesetzt. Entweder auf dem gleichen Platz, oder wo sich die Fische zeigen oder wo ich diese gerade vermute. Habe ich nicht schon zu Anfang der Session, eine für die Bedingungen zu große Menge Futter eingebracht, kann ich das Ruder noch rumreißen und weiterhin auf dem Futterplatz verweilen. Sehe ich aber aktive Fische in anderen Bereichen, muss ich meinen inneren Schweinehund verdrängen und reagieren. Flexibel sein lautet das Motto und zur Flexibilität gehört für mich auch, dass alles schnell geht. Ich will in der Lage sein, z.B. schnell zwischen 2 unterschiedlichen Präsentationen wählen zu können und es muss trotzdem alles perfekt darauf angepasst sein. Was mir dabei hilft, ist ein kleiner, unscheinbarer Wirbel, ein Quick Change Ring Swivel um genauer zu sein! Dieser ist der Dreh und Angelpunkt der Präsentation, welche ich an fast jedem Gewässer im letzten Jahr genutzt habe und welche ich ganz sicher auch in diesem Jahr nutzen werde, je nachdem welche Bedingungen ich vorfinde.

Die Basis bildet ein Leadcore oder auch ein anderer Leader, der so aufgebaut wird, wie er zb. zum Fischen für ein Chod Rig genutzt wird. Unten am Blei angefangen, ist der Heli Safe montiert, gefolgt von einer Gummiperle, einem sogenannten Barrel Bead, dieser gibt die Entfernung zum Blei vor. Danach kommt ein Chod Sleeve mit einem No Trace Bead, um das Ganze auch sicher für die Fische zu gestalten. Zwischen dem Barrel Bead und dem Chod Sleeve würde nun normalerweise der Wirbel mit dem angebundenen Chod Rig seinen Platz finden, aber genau hier montiere ich den Quick Change Ring Swivel und am liebsten den mit rundem Kopf. Eine Zeit lang habe ich oft zu den Ready Chod Rigs gegriffen und diese genießen mein absolutes Vertrauen, aber inzwischen binde ich diese ganz kurzen Vorfächer wieder selber und das hat einen einfachen Grund. Am Ende des Chods möchte ich keinen Wirbel haben, sondern eine ganz kleine Schlaufe, denn genau diese bietet mir zusammen mit dem Quick Change Swivel auf dem Leader, die Flexibilität, die ich haben will. Ich brauche nur das fertige Chod Rig mit der Schlaufe in den Wirbel einklippen, mit einen kleinen Stück schlauch sichern und fertig. So kann ich auch schnell zwischen verschieden langen Chod Rigs tauschen, oder wenn der Haken stumpf sein sollte, einfach ein neues Rig einklippen. Simpel aber effektiv.

Den größten Vorteil bietet mir dieser Aufbau aber, wenn es darum geht, schnell und einfach eine ganz andere Präsentation fischen zu wollen. Folgendes Beispiel: Ich habe den Nachmittag über die Fische mit Chod Rigs in einer kleinen flachen Bucht gejagt, aber Nachts sollen die Köder eher unauffällig mit ganz wenig Futter, in einem anderen Seeteil abgelegt werden. Ich nutze auf Futter bevorzugt schwerelose Wafter als Hakenköder und diese werden an einem steifen Vorfach oder einem Combi Rig angeboten. Inzwischen feier ich total die Korda Loops! Diese einfach eingeschlauft an einer steifen Sektion z.B. aus IQ2 oder Loop, sind zum Wafterangeln einfach genial. Die steife Sektion krimpe ich selber und am Ende lasse ich auch hier eine kleine „Schlaufe“. Ich brauche jetzt nur die vorher verwendeten Chod Rigs aus dem Quick Change Swivel ausklippen und z.B. das erwähnte Kombi Rig mit dem Wafter einklippen. Die untere Perle, den Barrel Bead, schiebe ich auf dem Leader ganz runter vor den Heli Safe und fertig ist eine perfekte Helikopter Montage. Ich habe in nicht einmal 10 Sekunden die Präsentation geändert und musste nichts abschneiden, neu anknoten, oder sonst etwas. Dazu kommt noch, dass ich über fast jedem Untergrund eine perfekte Präsentation habe. Ich brauche nur den Chod Sleeve auf dem Leader verschieben, um auf weichen Grund, leichtes Bodenkraut, oder Schlamm zu reagieren. Das Blei kann in dem jeweiligen Untergrund einsinken, aber zieht den Köder nicht hinterher. Richtig eingestellt, legt sich der Hakenköder immer in eine gute Lage. Funktioniert übrigens auch genial mit Spinner Rigs oder anderen Präsentationen.

Diese Möglichkeit des schnellen Reagierens, des schnellen Wechselns der Präsentation, hat mir im letzten Jahr einige schöne Fische gebracht und verhindert, das sich eine gewisse Trägheit in meine Angelei einschleicht. Ich kann das ganze Jahr über, wenn ich denn möchte, an jedem Gewässer so vorgehen, egal ob jetzt im Frühjahr, oder später im Herbst. Ich bin gespannt, welche Bedingungen es in diesem Jahr so geben wird, was die Natur uns so vorgibt und ich freue mich darauf, denn ich weiß, alles was schnell und einfach geht, überwindet auch den inneren Schweinehund und lässt mich besser auf die jeweiligen Situationen eingehen. Es macht mich erfolgreicher! Probiert es aus!

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