10.07.17

Flexibel und anpassungsfähig - Basti Krätz

Wer kennt das nicht? Man macht sich schon Wochen im Voraus Gedanken wie und an welchen Plätzen man an seinem neuen Gewässer starten will und plante bis zu den Rigs alles bis ins kleinste Detail durch. Als jedoch das Wochenende näher rückte und ich am Freitag nach der Arbeit an den See fuhr, musste ich zu meinem Entsetzen feststellen das alle Plätze, die ich anvisiert hatte bereits belegt waren. Das war erst einmal ein ordentlicher Dämpfer für mich und alle meine Pläne wurden so mit einem Mal über den Haufen geschmissen. Auf der Suche nach einem geeigneten Platz musste ich zu meinem Erschrecken auch noch feststellen, dass der Luftdruck rapide anstieg. Die vergangenen Wochen waren windig und die Temperatur recht frisch und eindeutig zu kalt für diese Jahreszeit. Jetzt zieht ein Hoch quer durch das Land und die Temperaturen schnellen vielerorts weit über die 20Grad Marke. Kurzzeitig überlegte ich ob ich nicht besser nach Hause fahren sollte und ein chilliges Wochenende mit meiner Frau und ein paar Freunden nicht die bessere Wahl wäre. Doch was wäre man für ein Angler, wenn man sich von solch Kleinigkeiten beeindrucken lassen würde. Ich bereitete die Ruten vor und machte mich mit dem Echolot auf die Suche nach ein paar geeigneten Spots. Mit Rücksicht auf den weiterhin unaufhaltbar steigenden Luftdruck legte ich meine Ruten in steil abfallende Uferkannten von mittlerer Wassertiefe ab und fütterte nur ein paar wenige geteilte 14mm Boilies darauf. Durch das Halbieren der Boilies bleibt mein Futter auf der steilen Uferkannte besser liegen und ich bringe mit ein paar Ködern möglichst wenig Futter ins Wasser ein. Man könnte also sagen, es war ein Fallenstellen wie man es aus dem Frühjahr kennt. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass das rapide Ansteigen des Luftdrucks nur in den seltensten Fällen zu der Fresslaune der Fische beiträgt. Meine Montagen passe ich extra auf die Gegebenheiten in dem steil abfallenden Hang, den ich befische an. Ich verwende ein Hinge Rig, was zusammen mit dem Cog System zum Einsatz kommt. Die Cog Bleie sind sehr flach und bleiben auch bei Gefälle sehr gut liegen und bringen zusätzlich noch einen bombigen Hakeffekt mit sich. Vor das Gog System ziehe ich noch etwa 80cm Dark Matter Tungsten Tubing auf meinen Leader, damit sich die letzten Meter vor meinem Vorfach auch sauber dem Hang anpassen und die Fische nicht durch die Schnüre verschreckt werden. Als Köder verwende ich mein neues Lieblingsgoo, das Scopex Supreme! Mit sehr wenig Beifutter ist es mir wichtig meinen Hakenköder so interessant wie möglich für die neugierigen Karpfen zu halten. Bunte Pop Ups und süße, fluoreszierende Dips sind hier meine erste Wahl. Diese Methode hat mir schon in manchen Situationen zu einem Fisch verholfen und ich sollte auch diesmal recht behalten. An diesem Wochenende konnte ich somit die ersten zwei Fische an einem neuen Gewässer überlisten, und wie ich finde können die Zwei sich echt sehen lassen. Trotz neuer Platzwahl, geänderter Taktik und den erschwerten Wetterbedingungen ist es für mich am Wasser wirklich gut gelaufen. Das Wochenende hat mir wieder gezeigt das man sich auf immer wieder neu auf die Gegebenheiten einstellen muss, wer mit einem festen Plan ans Wasser kommt und diesen unbedingt umzusetzen versucht, der wird oftmals viel Lehrgeld dafür zahlen müssen.
Wer sich reinhängt wird am Ende auch dafür belohnt!

Basti Krätz

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