27.09.16

Flugmodus - Momme-Nys Lenuweit

Mittlerweile haben wir schon wieder September und zum Glück feierte der Sommer noch mal ein Comeback. Die letzten Tage verbrachte ich daher bei sagenhaften 32 Grad mit meiner Freundin am See. Wie ihr euch sicherlich denken könnt brachte mir das sommerliche Idyll wieder ausreichend Pluspunkte für mein Angelkonto ein. Denn in den letzten Monaten hatte ich das bis zum Anschlag ausgereizt, dass lässt sich eben wie ihr wisst manchmal nicht vermeiden. Was sich aber vermeiden lässt und das steht fest, ist sein soziales Umfeld, sprich Familie, Freundin und Freunde nicht aus den Augen und dem Sinn zu verlieren. Oftmals ertappe ich mich dabei wie ich dem Karpfenwahn verfalle und mein Blick sich nur darauf fokussiert, während alles andere ausgeblendet wird. Genau an diesem Punkt muss ich mich selbst bremsen, damit ich nicht übers Ziel hinaus schieße. Zudem bei dieser Herangehensweise der persönliche Druck auf Erfolg am Wasser stetig wächst und zusätzlich für schlechte Laune sorgen kann. Was nicht von Vorteil ist wenn man schon unzählige Nächte am Wasser verbringt. Ich wollte mir diesen Druck auf den Fangerfolg nehmen und ohne Stress und Hektik ans Wasser fahren. Ganz nach dem Motto ohne Stress geht es fast von alleine. Und eins sei vorab gesagt, ohne Druck hat jeder Fisch einen ganz anderen Stellenwert. In den Sommermonaten fischte ich mal hier und mal da, legte mich in meiner Angelei nicht fest und fuhr an viele Gewässer in meiner Gegend. An jedem dieser Seen blieb ich dem Fallenstellen treu und fing mir den ein oder anderen norddeutschen Goldbarren. An keinem der Gewässer kannte ich mich besonders gut aus und wusste auch nicht über den Bestand sonderlich gut bescheid. So angelte ich mobil und „movte“ oft dem Wind und somit den Fischen hinterher.

Entgegen der letzten Wochen stand ich nun mit meinem Tackle an einem mir sehr vertrauten Gewässer. Genau hier hatte ich nämlich als Junge meine ersten Versuche unternommen dem Karpfen sozusagen echt auf die Schliche zu kommen. Mit dieser Erinnerung atmete ich erst mal tief durch und ließ die geniale Kulisse auf mich wirken. Die Sonne entfaltete sich noch einmal, bevor sie dann dem Abend wich, der dann die Ruhe mit sich bringt. Noch immer waren es um die 20 Grad, mir lief der Schweiß den Nacken herunter, da ich meinen Pulli voreilig übergezogen hatte, ohne den weiten Weg zum Platz bedacht zu haben. Dort angekommen gingen die gewohnten Handgriffe wie von alleine. Den Schirm klar gemacht, Ruten montiert und fix ein paar Rigs gebundenen im schwachen Licht der Kopflampe. Die Rigs sind alle mit einem Longshank X bewaffnet am IQ 2 gebunden. Was hierbei erfreulicher Weise wegfällt sind die kleinen, fummeligen Handgriffe, die sonst nötig waren, um ein Haar zu binden. Auf den Haken zog ich schnell einen Micro Rig Swivel, hinterher einen Hook Bead und zum Schluss einen von den Kickers drüber und erledigt ist das Ganze! Mit großem Abstand ist das mein Lieblingsrig derzeit.

Entspannt ruderte ich meine Montagen an die mir aus meiner Jugend bekannten Plätze. Ganz ohne Stress ließ ich mich über meinen Spot treiben und legte mein Rig mitten auf ein kleines Plato. Dort schlug mein Blei leicht auf und sofort flogen ein paar Hände voller Partikel und einige halbierte Boilies hinter her. Nun klappte ich den Bügel auf und ruderte zurück zum Platz und schon stand der Mond am Himmel. Wieder einmal wurde mir bewusst, wie wichtig die „kleinen“ Dinge sind, die dieses Hobby so ausmachen. In den letzten Wochen verbrachte ich die meiste Zeit allein am Wasser. Wichtig war mir dabei nicht ständig auf mein Handy zu schauen oder alle meine Jungs auf dem Laufenden zu halten. Auch mein Laptop blieb daheim. Mein Handy war im Flugmodus und nur für die wichtigsten Leute freigeschaltet. Seitdem ich diesen Weg gehe erlebe ich wieder alles viel intensiver, nehme wieder Details wahr, die verloren gegangen schienen. Eigentlich hatte ich an diesem See schon alle Fische gefangen und ich freute mich daher darauf, einen alten Bekannten wieder auf die Matte zu legen. Der Nebel zog über den See und ich wurde gerade wach als meine Plato Rute ablief. Der Fisch machte mächtig Druck und ich musste ins Boot. Nach einem heftige Drill konnte ich ihn sicher abkeschern. Der Fisch hatte locker seine 15kg, doch zu meinem großen Erstaunen war er mir noch nicht bekannt. Augenblicklich wurde mir klar, dass ich, wie immer bei solchen Gelegenheiten, meinen besten Freund anrufen musste, um ein paar gelungene Fotos zu machen. Nachdem die Bilder im Kasten waren verglichen wir sie mit den alten Fangfotos die wir hier damals machten. Und siehe da, völlig unerwartet war es tatsächlich einer der ganz kleinen von damals. Nun allerdings hatte er sich auf prächtige 33Pfund gesteigert. Ich war wunschlos glücklich, diese Momente erleben zu können. Bis dahin, Euer Momme-Nys.

Glücklich sein...

Super nützlich: Hook Beads und Kickers

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