04.05.16

Frühling, aber Prüfung - Momme-Nys Lenuweit


Mitte April - endlich ist die dauerhafte Tristesse-Jahreszeit dahin. So langsam schleicht sich Tag für Tag die Sonne in die länger werdenden Tage. Die Außentemperatur ist derweil dauerhaft im zweistelligen Bereich und die Wassertemperatur steht diesem gerade in flachen Bereichen in nichts nach. Seit nun gut zwei Wochen bin ich in der Heimat, um für meine Abschlussprüfung zu „lernen“.
 Ich hatte mir wirklich fest vorgenommen, jeden Tag 4 Stunden hart am Ball zu bleiben. 
Das Wetter und mein Jagdinstinkt hatten diesen Plan leider schnell verworfen und so sagte ich mir
 selbst, ach komm du kannst auch am Wasser lernen, dass schaffste doch entspannt nebenbei. 
Ihr kennt das ja, man macht sich genauso was vor, wenn man zu Mc Donalds fährt und sagt der Burger ist gesund wegen dem bisschen Grünzeug. Lange Rede kurzer Sinn: ein paar Stunden später blickte ich auf mein Barometer und der Luftdruck stand auf 1016 HpA Tendenz stark fallend. Der Wechsel vom Hoch zum Tiefdruckgebiet war im vollen Gange. Mein Auto war schon gepackt und so fand ich mich kurze Zeit später in meinem Faltboot in einem kleinen Flussbaschnitt direkt vor der Haustür meines Elternhauses wieder. Der Wasserstand des Abschnittes war weit unter dem Normalwert und so war es hier keine 2 Meter tief und das, wie der Schleusenwerter mir erzählte, schon seit gut zwei Wochen. Bessere Bedingungen hätte ich nicht vorfinden können. Das Wasser hatte gute 13 Grad und die Fische waren schon munter unterwegs. Meine Platzwahl für die nächste Nacht fiel auf eine kleine Ausbuchtung im Flussbett, in dem die Fische etwas Ruhe fanden, abseits der Strömung. Mein Futter sowie meine Montagen hielt ich simpel aber effektiv, kein Schnickschnack. Fünfzehn Zentimeter kurze Fluorigs mit einem Longshank X an einer Inlinemontage präsentiert auf einem kleinen Partikel und Boilieteppich und um dem ganzen noch die Krone aufzusetzen verpackt ich es in einem solidz pva bag mit einem Schuss Wonder Berry Goo. Gerade das Wonder Berry Goo sollte mir die schnelle Aufmerksamkeit der Fische sichern. Meine Ruten lagen keine Stunde in der kleinen Bucht da bekam ich einen Doppelrun, unfassbar mein Plan ging voll auf! Nachdem ich die beiden Schuppis mit Ach und Krach abkeschern konnte, legte ich noch etwas Futter nach und war guter Dinge, was da noch kommen würde. Am Nachmittag überraschte mich meine Mutter mit ihrem Besuch. Über den ich mich sehr gefreut habe. Ohne meine Mutter hätte ich früher dieses Hobby nicht so betreiben können, bis zum ersten Job und zur Volljährigkeit lief ohne sie nichts und doch hatten wir kein gemeinsames Foto vom Wasser. Gerade als sie wieder gehen wollte, schoss eine meiner Ruten los und so entstand das erste Foto in der Heimat, gemeinsam mit meiner Mom. Ich war wunschlos zufrieden, doch die Nacht hatte ich noch vor mir. In den frühen Morgenstunden, nach einer ruhigen Nacht, bekam
 ich ein paar einzelne Piepser, die in einen Dauerton übergingen. Schnell war ich an der Rute und schwang mich in meine Falte, um den Fisch schnell sicher zu landen. Der Bursche wollte aber nicht wie ich und zog mich ein gutes Stück den Fluss runter. Nach bangen Minuten hatte ich ihn im Kescher. Genauso kann es laufen, wenn die Bedingungen stimmen und man zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist. Vor dem Einpacken gab es noch einen Kaffee aus der Bialetti. Ich genoss den kühlen Morgen und schaute mir die Fotos auf meiner Kamera an. Jetzt hatte ich das Gefühl erreicht, um beruhigt lernen zu können, was natürlich nicht heißt, dass ich nicht nochmal für einen schnelle Nacht vorbei schaue, bevor ich die Prüfung schreibe...
Genießt das Frühjahr und geht eurem Bauchgefühl nach!

Solidz mit Wonder Berry

Der Anfang ist gemacht!

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