11.11.18

Frühling im Herbst - Simon Gehrlein

Leute, was ist das denn bitte für ein krasser Herbst? Über zu wenig Sonne dürfen wir uns dieses Jahr garantiert nicht beklagen! Ich bin echt mal gespannt, wo das alles noch hinführen soll. Vielen der von mir beangelten Gewässer fehlen derzeit 1-2 Meter Wasser zum Normalstand und der ein oder andere flache Bereich liegt schon länger trocken. Garantiert wird sich aber auch das wieder ändern und wir werden noch genug Möglichkeiten haben aus dem Brolly heraus die nächsten Regen- und Schneestürme an uns vorbeiziehen zu sehen. Wetten?

Die letzten Wochen waren – vor allem anglerisch betrachtet – sehr gut und der ein oder andere schuppige Goldklumpen hat den Weg in den Kescher gefunden. Dem voran ging ein rund zweiwöchiger Sommerurlaub nach Sardinien, zur Abwechslung mal ganz ohne Kescher und Angelrute. Dabei hatte ich auch die Gelegenheit ein Kapitel von Christopher Paschmanns neuem Buch zu lesen für das ich auch einen kleinen Gastbeitrag beigesteuert habe. Und während ich so über meine Zeilen flog, begann ich mich zu fragen, warum ich die darin beschriebene Vorgehensweise nicht auch an einem meiner Hausgewässer wesentlich öfter ausprobiere (im Buch beziehe ich mich insbesondere auf eine Session in Frankreich). Natürlich will ich hier nicht zu viel vorwegnehmen, aber so viel darf schon verraten werden: Es geht um recht kurze Vorfächer und kleine Köder. Kaum zurück aus dem Urlaub, machte ich mich bei der nächstbesten Gelegenheit daran, die beschriebene Vorgehensweise auch an meinem Hausgewässer mal intensiver umzusetzen. Natürlich ist das „Fallenstellen“ mit kleinen, bunten Ködern eher typisch für das Frühjahr, aber selbstverständlich sind damit auch zu anderen Jahreszeiten gute Erfolge möglich. Das bestätigte auch direkt der erste Fisch:
Nach längerem Kampf ließ er mich nicht schlecht staunen, mit perfekter Farbe und richtig schöner Schuppenverteilung zauberte er mir schon am frühen Morgen ein breites Grinsen ins Gesicht. Wesentlich langwieriger ging´s beim zweiten Fisch zu. Die Schnur hatte sich auf rund 7m Tiefe in einem Hindernis festgesetzt. Es gab zunächst weder „Vor“ noch „Zurück“. Mit Hilfe einer weiteren Rute konnte ich aber vom Boot aus die Schnur hinter dem Hindernis einfangen (nach bestimmt 20min erfolglosen Versuchen) und den Fisch so ausdrillen.

Schon wenig später zeigte ein Ausnahmefisch seine Flanke und ließ sich widerwillig Keschern. Unvorstellbar, dass ich diesen fetten Fünfziger fast verloren hätte! Der 6er Kurv saß noch bombenfest!
Auch an dieser Stelle deshalb nochmal ein Appell an alle, die die Möglichkeit haben ein Boot zu benutzen: Wenn ein Fisch festhängt, versucht´s mit dem Einfangen der Schlagschnur hinter dem Hindernis! 3 von 4 Schnurbrüchen lassen sich so vermeiden und die Fische sicher landen.

Mit diesen beiden absoluten Ausnahmefischen im Rücken kann ich mich nun wieder getrost auf die langen, dunklen und häufig fischlosen Wintersessions freuen. Denn was diesen Winter noch kommt, ist Bonus!

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