16.06.11

Frust statt Lust – Kay Synwoldt

Wir haben einen Bericht von unserem Freund und Carp in Focus Chefredakteur Kay Synwoldt bekommen!

Kay hat erst kürzlich an einem dünn besetzten See eine mächtige Pechsträhne hinter sich. 3 verlorene Fische in Folge, ließen ihn selbst an seinem Vertrauens-Rig zweifeln. Aber jeder der Kay kennt weiß, das er sich nicht unterkriegen lässt. Wird sich das Blatt wenden? Lest selbst...

Übrigens hat Carp in Focus seit kurzem einen eigenen Webblog, auf dem ständig Neuigkeiten zu finden sind. Weitere Infos unter:
www.carpinfocusint.blogspot.com


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PS: Falls auch Ihr eine kurze Story habt und diese HIER veröffentlichen lassen möchtet, sendet einfach das Material (Euren Namen, Bilder 6-9 Stück im Querformat 775x518 pixel oder größer + kurzen Text mit Fakten) an unsere
Email Adresse: mms@korda-eu.com
Falls das Bildmaterial für eine kleine Story, wie diese hier ausreicht kommt es in den News Bereich, ansonsten besteht immer die Möglichkeit im MMS/Gallerie Bereich etwas zu veröffentlichen.

Wir freuen uns auf Euch!!!
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KS:
Fünf Bisse! - Nicht schlecht für ein Low-Stock-Gewässer, an dem man sonst mit einem oder zwei Bissen rechnen kann. Wenn es gut läuft wohlgemerkt. Trotzdem stehe ich dieses Mal irgendwie mit leeren Händen da. Denn fünf Bisse nützen wenig, wenn die Fische nicht den Weg in den Kescher finden. Aber der Reihe nach...
Dabei fängt es wirklich gut an. Vielleicht zu gut. Denn noch während ich meine zweite Rute beködern will, höre ich ein deutliches „KLACK“. Aus dem Augenwinkel sehe ich den Bobbin der bereits ausgelegten Rute unter den Blank knallen. So schnell ein Biss? Was ist mit meinem Bissanzeiger? Ach ja, den hatte ich noch gar nicht eingeschaltet. Aber auch das Rotieren der Spule ist nicht zu überhören, die Schnur fliegt buchstäblich von der Rolle.
Als ich den Stock aufnehme, ist der flüchtende Fisch erst nach einem langen Sprint zu stoppen. Das ist ein Guter. Leider wendet sich das Blatt. Zunächst ahne ich noch nichts, denn ich bekomme ihn aus einer nahen Krautbank wieder frei. Dann das Unvorhersehbare: ohne jede Vorwarnung bricht der Kontakt ab. Ausgeschlitzt. Das gibt´s doch nicht!
Mein Haken ist scharf, daran kann es nicht gelegen haben. Also wieder raus damit. Kann ja mal passieren. Schade nur, wenn sich der verlorene Fisch schwer angefühlt hat. Aber tun sie das nicht immer?
Nur eine knappe Stunde später das gleiche Spiel: Zwar funktioniert dieses Mal mein Bissanzeiger – dafür stehe ich erneut mit leeren Händen da. Wieder ausgeschlitzt! Dieses Mal dem Gefühl nach zum Glück ein kleinerer Fisch. Aber trotzdem: Wie kann das sein? Kennen Sie das Gefühl, wenn das sonst todsichere „Vertrauens-Rig“ plötzlich wie auf Knopfdruck nicht mehr funktioniert?
Und es sollte noch schlimmer kommen. Denn auch meine dritte Chance kann ich nicht nutzen. Wieder fällt der gehakte Fisch nach einigen Sekunden wie Fallobst vom Haken. F***! Vor Frust fliegt meine Rute im hohen Bogen in die Büsche. Denn es ist bitter genug, zwei Fische hintereinander zu verlieren. Aber gleich drei – in so kurzer Zeit? Und das an einem Gewässer, an dem man sonst für jeden Biss dankbar sein muss.
Es wird Zeit, etwas zu ändern. Ein nur 10 Zentimeter kurzes Vorfach mit einem dicken 5-Unzen-Inliner soll´s richten. Dazu tausche ich an einer Rute den Sinker gegen einen (unechten) Schneemann. Denn der besteht bei mir nicht aus zwei einzelnen Ködern (Pop-up und Sinker), sondern aus einem kompakteren Köder, den ich aus zwei passenden Hälften zusammenfüge.
Zur Sicherheit überprüfe ich den Haken noch einmal mit der obligatorischen „Nagelprobe“. Jetzt sind die Fallen scharf – im wahrsten Sinne des Wortes. Aber bekomme ich überhaupt eine weitere Chance?
Etwa eine halbe Stunde muss ich auf die Antwort warten. Dieses Mal geht alles gut, der Haken hält. Im Netz liegt ein typischer, schlanker „Holland-Schuppi“ von vielleicht 10 Kilo. Bingo. Ich bin zurück im Spiel!
Und kurz vor dem Einpacken schnappt meine Falle sogar noch einmal zu. Und dieses Mal ist es sogar einer der größeren Fische aus dem See: gute 14 Kilo schwer. So eng können Lust und Frust manchmal beieinander liegen.
Am Ende bleibt ein bitterer Nachgeschmack: fünf Bisse, nur zwei gelandet – ein miserabler Schnitt. Und vielleicht sogar noch einen der wenigen größeren Fische verloren? Damit kann ich nicht rundum zufrieden sein...

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