08.11.17

Füttern, Hacken, Graben, Fangen - Max Brodehl

Mittlerweile ist die Angelsaison schon wieder unglaublich weit vorangeschritten und die heiße Herbstphase ist bereits in vollem Gange. Unglaublich, was derzeit schon wieder für Fangmeldungen rumkursieren. Glückwünsche an alle Fänger! In den letzten Monaten verteilten sich die Prioritäten bei mir gezwungenermaßen etwas mehr zu Gunsten unserer Außenanlage am Haus - pflastern stand an. Rückblickend lassen sich sogar einige Parallelen zur Angelei ziehen. Wie beim Angeln auch war die Vorbereitung für die Pflasterarbeiten das "A und O". Gut vorbereitet einen Plan anzupacken ist die halbe Miete. Einer der Pflasterer, der mich bei den Arbeiten unterstützte sagte irgendwann zu mir: " Wenn du etwas wirklich möchtest, und das auch noch gut werden soll, dann musst du dir das auch erarbeiten". Der Mann ist knapp 60 Jahre alt, ein zäher Hund und hat in seinem Leben sicher schon eine Menge geleistet. Seine Worte werden mir noch lange in Erinnerung bleiben.
Er hat nämlich sowas von Recht mit dieser Aussage. Es geht nicht darum, wie sehr man etwas kann, sondern wie sehr man etwas möchte. Dann kann ein Vorhaben auch wirklich gut werden. In den letzten Wochen verlagerte ich dann meine Vorbereitungen auf das Angeln auf Futteraktionen vor der Arbeit. Über mehrere Tage fuhr ich noch morgens vor der Arbeit am See vorbei, um die Fische zu füttern. Meine letzten Wochen bestanden also aus Füttern, Arbeiten, Hacken und Graben. An den Wochenenden wurde dann samstags gepflastert und sonntags ging es dann meist für ein paar Stündchen ans Wasser. Ich wollte die vorherigen Fütterzeiten "mitnehmen" und startete früh meine Session. Das Kraut am See war schon langsam am Absterben und die ersten Blätter glitten sanft auf das Wasser. Ich entschied mich mit dem gleichen Mix wie meine Futterboilies als Hakenköder zu verwenden. Daher fertigte ich noch ein paar Korkball Pop Ups an, die 1:1 dem Grundköder entsprachen. Was der Engländer als "matching the hatch" bezeichnen würde wollte ich schon lange wieder einmal praktizieren. Selbst wenn ich großer Fan von auffälligen Hakenködern bin, versuchte ich es während der nächsten Session mit einem optisch nahezu identischen Hakenköder (nur der Auftrieb unterschied sich). Die Sonne ging gerade auf als mein Bissanzeiger das erste Mal Töne von sich gab - einige Blesshühner tauchten nach den Ködern. Da ich die Tage zuvor immer in der Dunkelheit fütterte erhoffte ich mir, dass das lästige Federvieh davon nichts mitbekommen hatte. Doch während der Session dauerte es nur bis zum Morgengrauen, ehe die "Chicks" auf meinen Futterplatz stürmten. Ich denke, dass es in diesem Fall hilfreich war einen unauffälligen Hakenköder verwendet zu haben. Schließlich stach er nicht sofort ins "Hühnerauge". Jetzt aber genug Wortspielchen...
Als die Sonne dann endgültig durch die Wolken brach tanzte der Stow wieder in Richtung Blank. Diesmal blieb die Schnur auf Spannung und mein Gegenüber nahm konstant und gemächlich Schnur von der Rolle. Auch der relativ unspektakuläre Drill gestaltete sich recht kurz. Doch als einer der dicksten Spiegelkarpfen des Gewässers in die Maschen des Keschers glitt, staunte ich nicht schlecht. Ich bekam dieses Tier das erste Mal zu Gesicht und war mega glücklich. Ein weiterer Schuppi vollendete die Kurzsession. Ob es an dem unauffälligen Köder lag? Ich weiß es nicht. Jedenfalls bin ich mir sicher, dass eine konstante und engagierte Vorbereitung diese Session zu einer erfolgreichen machte. Am Nachmittag gab es dann das wohl verdiente Feierabend- und Fischbierchen auf der frisch gepflasterten Terrasse :-)
Die Arbeit hat sich in beiden Fällen mehr als gelohnt.

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