13.10.17

Futter frei II - Kai Lander

Seit der letzten Anwendung meiner Initialzündungstaktik sind einige Wochen ins Land gegangen. Inzwischen juckten mir dermaßen die Finger, es erneut am selben Angelplatz anzugehen und diesmal mehr Futter und vor allem mehr Zeit in die Vorbereitung zu investieren. Es fand sich einfach kein geeigneter Zeitpunkt, um wieder anzugreifen! Ein kleineres, dünn besetztes Gewässer musste in dieser Zeit für einzelne Nächte als „Lückenfüller“ herhalten. Zwar war es eine schöne Abwechslung, doch Angeln macht mir am meisten Spaß, wenn ein großer Wasserkörper im Spiel ist. In den letzten Julitagen konnte ich zwei Nächte einrichten, in denen mich meine hochschwangere Freundin begleitete. Ganz wohl war mir nicht dabei, sie in die Pampa mitzunehmen - aber sie wollte unbedingt dabei sein. Mein Spot war mit reichlich Boilies bestens vorbereitet, somit sollte nichts mehr schiefgehen. Der Angeltag startete mit windstillen 1005 hPa und die Wettervorhersage kündigte für die kommende Nacht reichlich Niederschlag an. Während die Ruten startklar gemacht wurden, buckelten einige Karpfen - ich war aufgeregt wie ein kleiner Junge! Das Kraut stand sehr kompakt bis zur Oberfläche, dieses mal mussten die Montagen an die Krautkante in circa 60 Metern Entfernung platziert werden. Ich griff wieder auf das COG System zurück und nutzte selbst gedrehte Big Ball Pop Ups aus Polaris Mix an Multi-Rigs sowie das IQ D-Rig im „Brünkmanns-Style“ mit großem Schneemann an 4er Choddys. Zwei Rutenlängen Armakord wurden als Schlagschnur über einem Albright Knoten an die Carpline geknotet. Das sollte stark genug sein, um sich im Drill schnell durch das Kraut zu schneiden. Dark Matter Tubing von einem Meter diente als Schutz für die Karpfenhaut. Meine Angelstelle war sehr eng bemessen, daher verzichtete ich lieber auf die dritte Rute, bevor es in der Nacht noch zu einer „Vertüddelungsaktion“ käme. Der Abend lief super an, innerhalb kürzester Zeit war wieder reinstes Chaos und zwei Enddreißiger von einem Doppellauf warteten in der Sling zum Ablichten. Mit den letzten Bildern setzte auch der vorhergesagte Regen ein und dieser sollte ganze 17 Stunden anhalten - es schüttete, wie aus kübeln. Ab und an biss ein Milchner, der direkt im Wasser abgehakt wurde. Der auf die Tempesthaut prasselnde Regen war dazu echt nervenaufreibend. Es war gegen drei Uhr, als der Hund mir seine kalte, feuchte Nase ins Gesicht drückte. Es dauerte ein paar Sekunden, bis ich realisierte das alles abgesoffen war. Bis auf eine kleine Erhöhung am Kopfende der Liegen, wo der Hund zum Glück noch Zuflucht gefunden hatte, stand alles unter Wasser. Gott sei Dank waren unsere Sachen und Lebensmittel in wasserdichten Taschen und Boxen untergebracht. Das Drainagesystem, das ich um das Zelt herum anlegte und hunderte Liter Wasser daraus abschöpfte, reichte nicht aus. Ich musste abbrechen - meine Freundin machte da nicht mehr mit! Allein wäre alles halb so wild gewesen, ihr aber konnte ich diese Umstände dann doch nicht zumuten. Ich hatte in derselben Woche eine weitere Nacht zur Verfügung und wollte diese nicht ungenutzt lassen, wäre es doch für die nächste Zeit meine vorerst letzte. Auch wenn es stressig werden würde,den weiten Weg zum Gewässer unter Zeitdruck zurückzulegen - die idealen Bedingungen mussten genutzt werden! Der Platz wurde mit 15 Kilo Boilies versorgt und es ging nach Hause.
Drei Tage später war ich mit Einbruch der Dunkelheit wieder vor Ort - zehn Stunden Zeit hatte ich immerhin. Meine Vorfächer waren bereits mit Boilies aus dem Essentiell Cell Dip bestückt. Ich musste sie nur noch in den Kwicklink am COG einhängen, 17 Rutenlängen über die Distance Sticks ablängen und ruck-zuck lag alles hundertprozentig sauber am Grund. Ab Mitternacht kam Bewegung auf das große Futterfeld - an Schlafen brauchte ich nicht mehr zu denken. Die Carp`s drehten völlig durch - es folgte Biss auf Biss! Ein schicker Two Tone, knapp unter der 20-Kilo Marke, zauberte mir am nächsten Morgen ein noch fetteres Grinsen ins Gesicht. Der Aufwand hatte sich gelohnt! Mit dieser Session in einer bisher perfekten Saison konnte ich zufrieden in die Angelpause der nächsten Wochen starten.
Grüße Kai

Über 19kg schwer...

..genau wie der andere aus dem Doppelrun!

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