23.05.18

Goldenes Frühjahr #2 - Jan Brase

Aufgrund des letzten Wochenendes startete ich voller Vorfreude und positiver Energie in das Nächste hinein. Ich hatte die Erfahrung gemacht, dass großzügiges Füttern von den Fischen an diesem See sehr gut angenommen wurde und beschloss, für die eine Nacht, die mir zur Verfügung stand, reichlich Boilies mitzunehmen. Ein Teil davon sollte nach dem Angeln vorgefüttert werden für die Woche darauf, in der ich spontan Urlaub eingereicht hatte. Ich spürte einfach, dass es jetzt besonders gut laufen würde und diese Zeit würde ich ausnutzen.

Als ich am Platz ankam, baute ich erst einmal meine sieben Sachen auf und bereitete Montagen, Rigs und Futter vor. Im Gegensatz zum vorherigem Wochenende wählte ich nun eine andere Strategie. Ich ließ die Helicopter Montagen in meiner Compac Tasche und entschloss mich für das Center of Gravity System. Ich versprach mir eine noch bessere Biss - Hak Frequenz, da der Fisch bei dieser Variante beim Einsaugen des Köders sofort das komplette Bleigewicht spüren und daraus resultierend hektische Bewegungen machen wird, welche die Chancen deutlich erhöht, gepierct zu werden. Zu diesem System gehört für mich dann auch ganz klar das IQ D Rig, da es durch seine Steifheit schwer wieder auszupusten ist für den Fisch. Ich fische das Rig mit einem 4er Kurv Shank XX, da ich vor Totholz angel und die Bremse der Rolle komplett schließe, damit der Fisch nicht in die Hindernisse schwimmen kann. Dafür brauche ich einen robusten Haken, der trotzdem noch sehr scharf ist und super ins Fischmaul eindreht. Noch ein Vorteil dieses Hakens ist, dass, wenn er einmal im Maul sitzt, so gut wie nicht mehr ausschlitzt. Das IQ D Rig fischte ich auf allen 3 Ruten mit top ausbalancierten Snowmans. Sie sind unter Wasser fast schwerelos und schießen schneller und weiter ins Maul als normale Bodenköder und sind somit noch schwieriger auszupusten für den Fisch.

Ich legte die Ruten wie letztes Wochenende an die gleichen Plätze, nah ans Totholz auf kleine, harte Fressstellen. Pro Spot fütterte ich 3 kg Boilies großflächig mit der Kelle. So viel würde ich für eine kurze Nacht normalerweise nicht füttern, aber ich war mir sicher, dass sich die Menge absolut lohnen würde. Ich hatte generell ein noch nie da gewesenes Gefühl der Sicherheit in mir gehabt, es konnte gar nichts schief gehen. Nachdem alle Ruten auf deren Plätze lagen, schlug ich erst einmal das neue Buch von Chris Ackermann auf und begann, die ersten Kapitel zu lesen. Weit kam ich jedoch nicht, da nach einer halben Stunde schon der erste Biss kam! Nach gutem Drill konnte ich einen dickbäuchigen Spiegler über den Kescher führen. Just in dem Moment des freudigen Gefühls hörte ich jedoch ein weiteres Piepen, 20m weiter rechts. Doppellauf! Mein erster Gedanke war, dass ich mir doch lieber einen zweiten Kescher zulegen sollte, denn die Plätze waren am Ufer durch Bäume und Gebüsche getrennt und der erste Fisch war ja gerade erst in den Kescher gekommen. Somit war klar, dass ich mit krummer Rute einen vielleicht 40cm breiten und 20m langen Weg durch das pieksige Geäst gehen musste, um zu meinem Kescher zu gelangen. Als dieses geschafft war, fühlte ich mich, als wenn ich mit einem Kaktus gekuschelt hätte, überall hatte ich kleine Dornen an der Rückseite meines Körpers. Jedoch machte mir das in dem Moment nichts aus, da ich Erfolg hatte. Der Fisch jetzt machte ordentlich Dampf und legte einige starke Fluchten hin. Als er langsam und gemächlich Richtung Kescher kam, zeigte er mir das erste Mal seine Flanke und sofort bekam ich weiche Knie. Es sah doch tatsächlich so aus, als wenn das ein Zeiler war. Und tatsächlich, kurze Zeit später landete eine wahre Schönheit in meinem schon gut gefüllten Kescher. Ich legte die Rute ab und machte die „Becker Faust“. Unglaublich, was hier vor sich ging, dabei hatte ich ja nun wirklich nicht wenig gefüttert. Die Karpfen waren voll auf meinem Futter zugange, ich hatte alles richtig gemacht.

Tolles Schuppenbild!

COG plus IQ-D, beste Kombi!

Nachdem ich die Fische fotografiert hatte brachte ich die Ruten neu aus. Wieder flog die grobe Kelle, ich erhöhte sogar nochmal die Menge des Futters und wollte auf’s Ganze gehen. Was dann geschah, war in den letzten Malen schon festzustellen. Ich bekam viele Bisse und die Fische wurden immer größer. Ich konnte bis zum Morgen der Abreise noch 8 weitere Karpfen bis 16,5 Kilo fangen, jedes Mal saß das IQ D Rig perfekt mittig in der Unterlippe. Ich hatte vollstes Vertrauen in mein Gerät und in mein eigenes Handeln und beschloss, nichts von dieser Taktik zu ändern. Ich fütterte meine Plätze zum Schluss mit den restlichen Boilies, es waren ca 18kg, vor. Es war der gesamte Totholz Streifen von ca 100m, ich wollte so viele Fische wie möglich ansprechen und für ungefährliches Fressen unter Wasser sorgen, damit die Karpfen in ihrem Fressrausch blieben. In zwei Tagen würde ich wieder hier sitzen und dann für eine komplette Woche. Es würde eine Futterschlacht werden, da war ich mir sicher. Und ich war dafür gewappnet. Doch dass es in dieser Woche noch krasser kommen würde, hätte selbst ich nicht gedacht! Mehr davon bald in Kürze.

Grüße Jan Brase

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