24.05.18

Goldenes Frühjahr #3 - Jan Brase

Die ersten Sonnenstrahlen des Tages wärmten sofort meine Haut, als ich mit dem Boot an mein Platz ruderte. Es war schlagartig wärmer geworden, bis zu 30°C hier oben im Norden sollten es die nächsten Tage werden. Wo vor 2 Wochen noch eisiger Wind herrschte, war jetzt ein laues Lüftchen zugegen. Es war sehr angenehm und ich genoss das Vitamin D in Naturform reichlich. Die Natur erwachte auch so langsam, das Wasser war jetzt schon über 13°C warm und die ersten Knospen an den Zweigen gingen auf. Neben meinem Zelt bemerkte ich beim Aufbau ein Ringelnatternest samt Inhalt, die Eidechsen und ich würden uns diese Woche noch öfter über den Weg laufen. Ich war alleine am See und konnte die Ruhe förmlich aufsaugen, es war herrlich. Doch wenn mir einer zu diesem Zeitpunkt gesagt hätte, dass in den nächsten 7 Tagen mein volles Rigsafe leer sein würde mit IQ D Rigs, meine Compac Taschen ständig auf standen, da ich sie fast immer benötigte und ich unter akutem Schlafmangel leiden würde, den hätte ich für verrückt erklärt. Dennoch hätte Derjenige recht gehabt, ich erlebte eine Woche der Superlative, so einen Lauf hatte ich noch nie gehabt!

Es begann alles wie die beiden Wochenende davor auch, ich bekam recht schnell den ersten Biss und konnte nach kurzem, aber knackigem Kampf einen tollen, urigen Spiegler mit über 30 Pfund fangen und kurz danach kam ein weiterer Endzwanziger hinzu. Jedoch war dies kein normaler Spiegler, sondern ein wunderschön beschuppter Fisch, dem nur ein paar Schuppen zur Zeile fehlten. Wahnsinn, was hier wieder abging. Am Abend des ersten Tages saß ich in einer kurzen Zeit der Ruhe da und freute mich wie Bolle. Ich hatte schon wieder über 10kg Boilies gefüttert und die Karpfen waren gierig auf allen Spots, es gab nicht eine Rute, die auffallend oft abgelaufen ist, alle Drei liefen regelmäßig ab und das die ganze Woche lang.

Mein normaler Tagesablauf bestand darin, morgens um 6 Uhr Fische im besten Licht zu fotografieren, alle Ruten neu zu fahren und ordentlich die Plätze unter Futter zu halten. Zwischendurch konnte ich mal eine Kleinigkeit essen und trinken, danach wollte ich Schlaf nachholen. Dies klappte meist nicht lange und ich durfte wieder Drills der extraklasse erleben. Die Fische waren voll im Saft und powerten nicht nur sich selber aus, sondern mit der Zeit auch mich. Ich ließ jedoch nicht locker und fuhr jedes Mal auf’s neue die Ruten neu und fütterte ordentlich nach. Die Ausnahme bildete die Nacht, da ließ ich die hart geprüften Infinitys draußen, um zumindest ein bisschen Schlaf zu bekommen und auch Ruhe auf den Plätzen einkehren zu lassen, was sicherlich auch nicht verkehrt war. Es gäbe jetzt noch so vieles zu berichten, ich fing beispielsweise noch einen atemberaubenden Fully und weitere 30 Pfünder, aber zwei Ereignisse prägten sich besonders bei mir ein.

Es war der vierte Abend der Woche, ich war glücklich und geschafft zugleich. Die warmen Sonnenstrahlen des Tagen wichen den ersten Sternen des Abends und die Dunkelheit würde in ein paar Minuten Einzug einhalten. Es lagen gerade alle Ruten neu und ich wollte die letzten Minuten des Sonnenunterganges neben meinen Ruten stehend verbringen. Meinen Blick dem Horizont zugerichtet, kam ich ein wenig in Gedanken und stellte mir vor, was diese Session noch toppen könnte. Ich hatte schon etliche 30er gefangen, Beautys und wahre, alte Charakterfische. Natürlich war der Wunsch von einem neuen PB da, aber das entschied jetzt nicht über gute oder schlechte Laune bei mir. In diesem Moment lief die Rute genau neben mir ab und machte richtig Alarm. Ich merkte gleich, dass da was gutes hängen muss. Mein Gegenüber schob gemächlich, aber kraftvoll seine Bahnen und dachte gar nicht daran, in meine Nähe zu kommen. Nach knapp 30 Minuten hatte ich ihn im Kescher und war ausgepowert. Man was war das bitte für eine Woche!? Ein 17 kg Spiegler lag da in den Maschen, breit gebaut und lang gezogen, was ein Koffer! Aber es kam noch besser, zwei weitere 30er folgten dem Dicken innerhalb der nächsten Stunde. Ich fing also drei Dreißigpfünder in einer Stunde, mit 15, 16,7 und 17kg. Ich slingte alle Fische über Nacht, die Wassertemperaturen waren warm genug und ich brauchte dringen Schlaf. Somit ging es an dem Abend schon um 22 Uhr auf die Liege, doch schlafen konnte ich noch nicht, zu aufgeregt war ich über die ganzen Ereignisse der letzten Tage.

Schöner, als ich es zu träumen wagte.

Nie zuvor erlebte ich so ein Frühjahr

Am vorletzten Tag war es dann soweit, über 40 Rigs waren aufgebraucht, mein Rigsafe komplett leer. Ich band schon immer weitere IQ D Rigs vor, jedoch kam ich schnell wieder auf Null, da die Karpfen einfach nicht aufhörten, zu fressen. Mein Futter war auch schon fast leer, ganze 80 kg!!!! verfütterte ich in dieser Woche und das im Frühjahr, einfach unglaublich. Ich fing in den letzten 3 Tagen keinen Fisch mehr unter 10 kg, es verirrten sich nur noch die Großen an meine Rigs. Das Zusammenspiel des COG Systems und des IQ D Rigs funktionierte perfekt, ich hatte nur einen Aussteiger und das bei über 40 Läufen. Auch hatte ich keine Probleme mit weiterem Tackle. Trotz teils massivem Hook and Hold Angelns am Totholz musste ich nicht einmal meinen Snagleader wechseln und auch die geflochtene Subbraid machte einen bärenstarken Job, es gab kein hauch von Verschleiß. Das schafft Vertrauen und lässt einen mit großer Zuversicht einfach nur eines tun: Angeln. Und jeder weiß, wie bedeutsam es ist, den Kopf beim Angeln nicht anzuhaben.

Das letzte Absolute Highlight in dieser Session war dann tatsächlich noch der Fang meines neuen PB. Es war ein recht ereignisloser Drill am vorletzten Abend, wie ein Mehlsack ließ er sich einfach nur schwer heranziehen und war beim ersten Versuch schon im Kescher. Ich rechnete im ersten Moment nicht mit einem Riesen Fisch, doch beim Anheben des Keschers zur Matte wusste ich, dass ich nochmal etwas ganz besonderes gefangen hatte. Ein richtig dunkler Spiegler, der einfach nur massiv war. Mega breites Kreuz und ein schönes Bäuchlein, wie fast jeder Fisch hier in diesem See. Es war wie in einem Traum, ich realisierte erst Tage später, was mir dieses Frühjahr wiederfahren war. Ich war dankbar für diese Sternstunden und werde es ein Leben lang sein!

Grüße Jan

Alles in Reih und Glied.

Subbraid und XT Leader, sicher und stabil.

News ArchiveNEWS ARCHIVE

ARCHIVE