14.05.18

Hängengeblieben - Christian Wolf

Die letzten 3 Wochen waren vor allem eins, extrem heiß für April. Waren die Wassertemperatur anfangs noch im Keller, stiegen sie jetzt so schnell an, dass sich bereits die ersten Badegäste am See einfanden. Soweit so gut, nur die Fische dachten an alles andere als zu Fressen und so wurden das ganze Jahr erst vereinzelt ein paar Fische gefangen. Der Wetterbericht verhieß gutes und meldete erste Hitzegewitter und ich war mir sicher, jetzt könnte es den Schalter umlegen und das wilde Fressen beginnt.

Montag:
Die Wochenendangler waren verschwunden und es ging für mich direkt nach der Uni ans Wasser, ich wollte aktiv die Fische suchen und anschließend eine Nacht fischen. Am See angekommen kam die erste Ernüchterung, Karpfen konnte ich keine Ausmachen und die Weißfische hatten mit dem Laichen begonnen. Eine schwierige Zeit, da sich oft die Karpfen darauf einschießen und nichts anderes außer dem Liebeserzeugnis fressen wollen. Aus der Vergangenheit wusste ich allerdings dass man genau zu dieser Zeit mit sehr kleinen Boilies an den Laichplätzen wahre Sternstunden erleben kann. Gesagt getan, ich stickte großflächig in diesen Bereich 12mm und 16mm Dickenmittel Klicker und kurze Zeit folgten meine kleinen Schneemänner. Am Abend kam auch schon der erste Lauf und ich konnte einen schön Beschuppten für mich verbuchen.
Gegen 21 Uhr der nächste Biss, allerdings schlitze er nach kurzem Drill aus. Ich wechselte meine Longshanks gegen 6er Krank X aus, da sie gerade bei agilen Fischen besser sitzen. Schon kam das erste Gewitter, so verzog ich mich unter dem Schirm und scrollte ein wenig durch Instagram, als sich mein Handy komplett aufhängte. Nichts war mehr möglich, weder ausschalten noch neustarten. Das sollte eigentlich zum Angeln auch kein großes Problem sein, aber die Tatsache dass ich am nächsten Morgen um 7:00 Uhr zu einer wichtigen Prüfung musste und dies mein einziger Wecker war, brachte mir Kopfschmerzen. So konnte ich nicht guten Gewissens weiter fischen. Also stand ich kurze Zeit später im Regen und verteilte großflächig 3 KG Baits auf den Plätzen und packte ein, wohlwissend am Tag darauf mich hier wieder einzufinden.

Dienstag:
Direkt nach der Prüfung ging es ans Wasser, wo der Platz zum Glück immer noch frei war. Auch meine Distance Sticks waren noch da, die ich nachts vor lauter Wut vergessen hatte. Doch das Glück war auf meiner Seite. Schnell waren die Ruten wieder geclipt und fanden den auf die Vorbereiteten Spots. Hier war schon leichtes Bodenkraut vorhanden, so kamen sehr kleine PVA-Sticks zum Einsatz und alles war perfekt präsentiert. Es hatte sich ausgezahlt am Vortag die Plätze noch vorzubereiten, denn ich konnte bis zum Einbruch der Dunkelheit 6 Runs für mich verbuchen. Es waren alles schöne Fische um die 10kg Marke herum.
Die komplette Nacht schwiegen meine Bissanzeiger, was mich stark verwunderte da gerade die Flachwasserzonen üblicherweise nachts ziemlich frequentiert werden. Gegen 6.30 Uhr war es endlich wieder soweit und ich genoss den Sonnenaufgang mit krummer Rute. Schnell wurde mir klar den ersten „Dicken“ heuer im Hausgewässer gehakt zu haben. Alles ging gut und bei den Keschern bestätigte sich meine Vermutung. Die zweite Rute lief direkt ab und bescherte mir einen kleinen fast Zeiler, der perfekte Abschluss für einen Overnighter…

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