19.05.13

Jung trifft Alt – Jan Brase

Wir haben ein kurze Nachricht von unseren Freunden Jan Brase und Frank Hendrik von „CARPERS ON TAPE“ bekommen. Die Jungs blicken auf eine sehr schöne Session im letzten Herbst mit unseren beiden deutschen Teammitgliedern Michael Köster und Marvin Grabbe zurück. Wenn natürlich Michael Köster mit von der Partie ist, kommt der Spaß sicher nicht zu kurz! Dazu gibt’s auch noch reichlich schöne Fische. Die nächste gemeinsame Sitzung der Jungs ist bereits in Planung...

JB:
Jung trifft alt - Jan Brase

Für meinen Angelkollegen Frank und mich begann im Herbst ein neues Projekt und wir hatten vor, der schönen Hansestadt Hamburg
für ein paar Tage den Rücken zu kehren, um im Ruhrpott mal richtig
"malochen" zu können. Da kam der Anruf vom alten Hasen Michael
Köster Anfang Oktober genau richtig. Wir hatten auf der
Internetplattform Facebook schon seit längerem Kontakt und
beschlossen, auf jeden Fall im Spätherbst zusammen zu fischen.
Nach kurzem "beschnuppern" am Telefon wurde uns schnell klar,
dass die Chemie stimmte und wir machten einen Termin Ende
November aus. Mittlerweile war es Mitte Oktober und wir hatten noch
über einen Monat Zeit, die letzte Session des Jahres zu planen.
Akribisch und penibel wurde alles vorbereitet und ein Masterplan
erstellt. Frank und ich hatten richtig Bock und waren heiß darauf,
Michael endlich kennen zu lernen. Eine Woche vor Angelbeginn
wurde der Kontakt noch einmal intensiviert und es zeichnete sich
immer mehr ab: Das kann ja was werden, wenn wir am Wasser sind!
Am Telefon wurde gelacht und ein Spaß nach dem anderen gemacht.
Dann, endlich ging es los! 2 junge Burschen mit bester Laune und
einer riesigen Portion Euphorie im Handgepäck machten sich auf den
Weg in den Ruhrpott. Nach knapp 4 Stunden Fahrt kamen wir an
Michaels Hausgewässer an und wurden herzlichst begrüßt. Recht
zügig beschlossen wir alle, den 2 ha großen See einmal zu
umrunden, um einen besseren Überblick zu bekommen. Wir
entschieden uns instinktiv für den linken Teil des Sees, weil dort das
Wasser mit 6,5 m am tiefsten ist und am gegenüberliegenden Ufer
eine steile Kante hoch auf 2,50m verläuft. Zusätzlich konnte Frank
sich noch über eine Sandbank auf 4m freuen. Nun ging es richtig los
und die Ruten wurden startklar gemacht. Da das Gewässer immer
noch sehr krautig war, beschlossen Frank und ich, mit Leadcore zu fischen.
Wie sich später herausstellte, sollte der nächste Clou unserer Angelei
das Maggot Clip Rig sein. Die Wassertemperatur betrug nur noch 6°
C und wir waren der Meinung, mit Groundbait, Micro Pellets,
halbierten Boilies und einigen Litern Maden mehr Attraktivität auf
unseren Futterplätzen zu bekommen, als wenn wir nur Boilies füttern
würden. Die Maden sollten am Clip den Karpfen durch ihre
verführerischen Bewegungen den Kopf verdrehen.
Die Ruten lagen und eine halbe Stunde später war es denn auch
schon dunkel. Nun begann der lustige Teil des Abends. Wir setzten
uns in die "Hütte des Lachens"! Diesen Namen hatte sie sich im
Laufe der 4 Tage redlich verdient. Unsere Bauchmuskeln wurden
bis auf's äußerste strapaziert, andauernd wechselten wir uns mit höchst
humorvollen Geschichten ab, eine besser und witziger als die
Andere. Hierbei merkten wir sofort: Michael ist einer, der im Kopf
genau so positiv verrückt ist, wie wir. Mitten in einer Lachphase
wurde es noch lauter: das lag aber nicht an uns, sondern meine
Soundbox machte sich bemerkbar. Ein Dauerton unterbrach
unsere lustige Runde. An den Ruten angekommen, musste ich nach
meinem Anhieb allerdings feststellen, dass der Fisch ausgeschlitzt
war. Trotzdem verflog meine Enttäuschung schnell und ich machte
meine Rute voller Optimismus wieder fertig. Optimal abgelegt und ein
paar Hände Futter drauf, das sollte reichen.
Am nächsten Tag wurde ich schon um 6 Uhr morgens geweckt.
Nicht, um beim Bäcker noch warme Brötchen zu bekommen. Frank
hatte das Bedürfnis, mich anschreien zu müssen. Normal würde ich
ihm ja den Vogel zeigen, aber er hatte eine sehr gute Ausrede parat:
Aus dem Zelt gekrochen, musste ich erst gar nicht nachfragen,
warum er mir Tiernamen gab, ich sah ihn mit krummer Rute in der
Hand. Nach kurzem, aber harten Drill konnten wir einen gut
genährten Spätherbstspiegler im Kescher begrüßen.
"JAAAAAAAAAA" schallte es über dem See, unsere Freude war
riesengroß und Frank strahlte über beide Ohren. Die Taktik mit den
Maden ging hervorragend auf. "Opa" Michael hatte übrigens nichts
mitbekommen, verwunderlich bei unserer doch lauten Freude. Also
beschloss ich, schnell zu ihm zu laufen und ihn darüber aufzuklären,
dass er auch aufstehen durfte. Gar kein leichter Job, den ich mir da
selbst auferlegt hatte. Aber ich konnte mit meiner lauten und
aufgeregten Stimme gegen das laute Schnarchen von Michael
gegen an kämpfen und ihn wecken. Wieder bei Frank und beim Fisch,
zeigte die Waage punktgenau die magischen 30 Pfund an. Somit war
klar: Ein neuer Personal Best für Frank! Die Laune war wieder auf
dem Siedepunkt und das um kurz nach 6 Uhr.
Kurz nachdem wir fertig waren, uns die Bilder vom Fisch anzusehen,
fing es an zu regnen. Nun wurden alle Ruten neu an ihren Platz
gebracht. Hierbei gingen wir verschieden vor: Frank hat durch Loten
seine Spots gefunden und warf seine Ruten punktgenau ans Ziel.
Außerdem fütterte er 5-6 Futterraketen über die Spots. Das sollte bei
den Wassertemperaturen reichen. Beide Ruten lagen ziemlich nah
aneinander auf der kleinen Sandbank in 4 m Tiefe.
Michael fuhr seine Montagen mit seinem Futterboot raus. Hierbei half
sein integriertes Echolot, um abfallende Kanten zu finden.
Schlussendlich lagen seine Montagen auf 1,90m und 4m.
Ich wiederum hatte eine ganz andere Idee: Mit Hilfe des Carpspot
Spotfinder und einem kleinem Boot machte ich mich auf die Suche,
um letztendlich auf ca. 3m Wassertiefe Fraßlöcher im eng besiedelten
Kraut zu finden. Das Gewässer ist sehr klar und somit die Sicht zum
Grund hervorragend. Allerdings war es gar nicht so leicht, solche
Stellen zu finden und ich war länger als gedacht auf dem Wasser.
Aber wer suchet, der findet! Die betreffenden Stellen wurden
gemarkert und unter Futter gesetzt. Nachdem alle Ruten wieder
lagen, klönten wir in der Hütte ganz angeregt und machten uns lecker
Frühstück. Der Regen wurde nicht weniger und wir warteten nun
darauf, den nächsten jungen Hüpfer begrüßen zu können. Dabei
handelte es sich um Marvin Grabbe, Michaels Teamkollegen. Mit
gerade einmal 20 Jahren ist er der jüngste des Quartetts.
Aber bevor es soweit war, konnte ich im strömenden Regen wieder
zu meiner Rute laufen. "Ruuuuuuun" rief ich Frank zu, als ich an
seinem Zelt vorbei lief und ein paar Sekunden später merkte ich,
dass der Fisch hing. Hammerharte Kopfstöße und unbändige Kraft
zeichnete den Kollegen am anderen Ende aus. Der Drill machte
richtig Spaß und auf einmal: "Piiiiiiiiiiep", Michaels Bissanzeiger
kreischte was das Zeug hielt. Doppeldrill, was für ein Wahnsinn!
"Wow, das ist ein guter", rief er, während ich endlich meinen Fisch
landen konnte. Schnell lief Frank zu Michael, um ihm zu helfen. Ich
kümmerte mich in der Zeit um meinen Spiegler. Ein richtig dunkler
Vertreter seiner Spezies. Auf einmal hörte ich nur:" Alter, was ist das
denn, woooooow"! Michael hatte soeben den Vogel abgeschossen
und fing einen 34 Pfund Schuppi. Gegen den sah mein 23 Pfünder
ziemlich klein aus, trotzdem freute ich mich wie ein kleines Kind. Da
saßen wir nun nebeneinander. Nach einem nerven zehrenden
Doppeldrill, realisierten wir so langsam, was hier gerade abging und
das Ende November im strömenden Regen.
Als wir uns so langsam wieder beruhigten, kam dann auch Marvin an
den See. Schnell halfen wir ihm beim Aufbau und rausbringen der
Montagen, damit wir uns alle wieder in die wärmende Hütte setzen
konnten. Während unserer Hilfe lernten auch wir uns schnell kennen
und waren uns auf Anhieb sympathisch. In der Hütte angekommen
kochte ich erst einmal lecker nach Hausmannskost, zu meiner
Freude schmeckte es auch allen ;-)
Die zweite Nacht ist schnell erzählt: Sie verlief ereignislos. Als wir
nach und nach aufwachten und realisierten, dass die Fische
scheinbar nicht fressen wollten, trafen wir uns nach und nach in der
Hütte und frühstückten zusammen. Danach wurden die Ruten neu
ausgelegt und auch frisches Futter mit einigen Maden pro Rute wurde
nachgefüttert. Wir setzten alles auf Bewegung am Futterplatz,
außerdem schickten wir Hanf, Weizen und Mais in den Kampf.
Im Laufe des dritten Tages wurde vieles gefilmt. Frank, Marvin und
ich konnten einige Momente in bewegter Form auf der Kamera
festhalten. Überhaupt macht es sehr viel Spaß, am Wasser seine
Kameras dabei zu haben und einfach mal drauf los zu fotografieren
oder Videoclips entstehen zu lassen. Es ist sehr beruhigend und man
lernt sein Umfeld durch's genaue Beobachten viel besser kennen.
Somit konnten wir mit Hilfe von einer Unterwasserkamera
verschiedene Insekten im Wasser ausfindig machen. Ebenso
schauten wir mit Hilfe des "Spotfinders" inmitten des Krautes kleinen
Fischen beim fressen zu. Leider war es in dieser Zeit nicht möglich,
Karpfen ausfindig zu machen. Auch am Tage ging gar nichts mehr,
allerdings kündigte sich auch eine Wetterveränderung an. Der Regen
der Vortage hörte auf und es wurde schlagartig wärmer. Starker Wind
kam ebenfalls auf. Aber genau dieser Wetterwechsel machte uns
sehr optimistisch, da das Wasser ordentlich aufgewühlt und
gleichzeitig wärmer wurde.
An diesem letzten Abend saßen wir zu viert zusammen und machten
uns ein gemütliches Lagerfeuer. Von den Flammen gewärmt
unterhielten wir uns wieder sehr angeregt und Michael erzählte
Geschichten von früher am Wasser. Außerdem diskutierten wir über
Unterschiede zwischen der Angelei von früher und heute. Michael's
Erfahrungsschatz ist natürlich riesig, wodurch seine amüsanten
Geschichten sehr lang und das Feuerholz immer weniger wurde. Als
dies kaum noch vorhanden war, gab es ein uns sehr bekanntes
Gepiepe in Frank seiner Nähe. "Oho, jaaaaaa Fisch," und schon
flitzte Frank los. An der Rute angekommen saß der Anhieb und ich
übernahm mit meinem Licht die Navigation zum Kescher. Marvin
durfte den Karpfen nach einigen Minuten Keschern. Michael war dann
wieder für die gute Stimmung verantwortlich und freute sich wie ein
kleines Kind und brüllte seine Freude in den Nachthimmel. Der 8 kg
schwere Spiegler wurde dann Zeuge, wie Michael auf die legendäre
Idee kam, hinter Frank seinem Rücken eine Flasche Sekt zu öffnen
um Frank während des Fotoshootings eine Sektdusche zu
verabreichen. Das Gelächter war groß und die Stimmung konnte
nicht mehr besser werden.
Als die letzte Nacht dieser hervorragenden Session anbrach, schlief
ich mit dem Gefühl ein, dass das noch nicht alles gewesen sein
konnte. Der Wind wurde immer stärker und man konnte nicht wirklich
schlafen, weil man immer damit rechnen musste, dass jederzeit das
Zelt abhebt. Aber für die Fische waren das nun optimale Bedingungen
und schlafen kann man, wenn man tot ist ;-)
Pünktlich mit dem Sonnenaufgang bekam ich tatsächlich einen Biss.
Ganz langsam konnte ich sehen, wie mein Hanger langsam nach
oben kletterte, bevor er ganz zu Boden fiel. Während ich meine
Hände an der Rute hatte, hoffte ich, dass der Fisch noch hing. Ich
spürte auf jeden Fall Kontakt, allerdings konnte sich der Fisch im
Kraut festsetzen. Ich ließ mir ganz viel Zeit und übte so wenig Druck
wie möglich aus, damit ich ihn nicht verliere. Mein Plan ging auf und
ich konnte den kampfstarken Freund so langsam Richtung Kescher
lotsen. Hier kam ein wunderschöner Schuppenkarpfen zum
Vorschein und Frank, der durch meine Rufe nach Fisch aufwachen
konnte, kescherte den Schuppi gekonnt. Ein toller Abschluss dieser
so erfolgreichen Session, in der wir 5 Fische fangen konnten.
Besonders unserer Plan mit den Maden ging super auf. Leider
allerdings konnte Marvin keinen Fisch mehr fangen.
Noch ein paar Worte zu Michael: Wir sind sehr froh, so eine
Persönlichkeit kennengelernt zu haben. Unsere Bauchmuskeln
wurden auf's äußerste strapaziert, so viel gab es selten zu lachen.
Genauso genial war die Idee mit dem Lagerfeuer, so eine tolle
Stimmung haben wir auch höchst selten am Wasser gehabt und
unsere Ansprüche sind schon ziemlich hoch! Es ist halt etwas
komplett anderes, wenn man mit älteren Leuten am Wasser
unterwegs ist. Vor allem das wecken kann ziemlich lange dauern,
dabei heißt es doch ältere Menschen brauchen kaum Schlaf und sind
Frühaufsteher ;-)
Als wir losfahren wollten, um den Weg nach Hause anzutreten,
machten wir sofort ab, dass wir im Frühjahr noch einmal zusammen
fischen werden und verabschieden uns herzlich. Im Frühling soll
dann auch Marvin seinen Fisch fangen.
Wir sehen uns, "alter" Freund!
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Wir freuen uns auf Euch!!!
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