27.06.16

Lac de Villedon - Daniel Brünkmans

Urlaub mit Freunden ist immer wieder etwas, auf das man sich freut. Umso mehr, wenn der Urlaub unter dem Stern „Angeln“ steht. Darüber hinaus hatten wir alle drei die letzten Monate privat extrem viele Belastungen und waren somit fast bis gar nicht mehr zum Angeln gekommen. Wir waren somit „heiß wie Frittenfett“ und fieberten dem was noch kommen sollte förmlich entgegen. Denn auch 2016 sollte es für meine Freunde Johannes und seinen Sohn Jonas als auch mich für eine Woche nach Frankreich an den schönen „Lac de Villedon“ gehen. Gebucht hatten wir schon Anfang 2015, so dass wir noch in den Genuss der günstigeren Preise kamen. Denn seit Mai 2015 sind die Preise saftig angezogen worden. Ende Mai war es dann endlich soweit und der voll beladene Mercedes Sprinter trat um 19 Uhr abends die gut elf Stunden lange Fahrt durch die Nacht an. Nach Ankunft und Anmeldeprozedere, dem Beladen der Boote und der Überfahrt zur gebuchten Stelle, wurde sich hochmotiviert für die anstehende Woche eingerichtet. Am späten Samstagabend war dann alles bereit und jeder hatte seine Ruten einsatzbereit an seinen Spods liegen. Ab jetzt wurde geangelt! Lange mussten wir auch nicht auf den ersten Biss warten. Es war die Jokerrute von Jonas, welche den ersten Fisch der Session brachte. Wie nach Lehrbuch hatte er einen in der Nähe springenden Fisch angeworfen und - wahrscheinlich - diesen auch prompt gehakt. Während der Nacht konnten wir alle drei unsere Fische fangen, womit schon mal keiner als Schneider nach Hause fahren musste. Das war Fakt und durchaus auch schon anders gewesen in vergangenen Jahren. Über die ganze Woche gesehen hatte Jonas aber die wohl besten Karten in der Hand und wusste diese auch gekonnt auszuspielen. Denn er taktierte schlau. Er befischte eine flache Bucht, in welcher die Fische kurz zuvor gelaicht hatten und sich dort noch aufhielten und durch springen bemerkbar machten. So fischte er am Eingang der Bucht, wohin er seine Montage - um im 1 Meter flachen Wasser möglichst wenig Unruhe zu verbreiten - warf, anstatt sie dort vom Boot aus abzulegen. Um den Angeldruck so gering als möglich zu halten beließ er es dort auch bei einer Rute. Seine Boilies fütterte er mit dem Wurfrohr über den ganzen Eingangsbereich der Bucht und noch ein Stück in die Bucht hinein, um die Karpfen auf den Zugruten abzufangen und zum Fressen zu animieren. Mit seiner Taktik konnte er sich am Ende der Woche 25 Fische bis 19 Kg ins Fangbuch schreiben. Es war am Ende auch genau diese Rute, welche alle anderen weit hinter sich ließ und über die ganze Woche - als ein zigste - konstant Fisch brachte. Das Angeln von Jonas war wohl perfekt auf die Situation abgestimmt. Hut ab und gut geangelt mein Freund! Bei Johannes und mir sah die Ausbeute dagegen deutlich schmaler aus. Wir befischten von unserer Stelle aus in den mittleren – schlammigen – Seebereich hinein, welcher uns in der Vergangenheit schon den einen oder anderen dicken Fisch gebracht hatte. Daher hielten wir auch bei diesem Trip an der Taktik aus vergangenen Tagen fest. Wir fütterten wenig, dafür aber großflächig mit 15 mm Boilies aus „Mainlines High Impact Range“ (Banoffee, Peaches & Cream und Spicy Crab), welche wir zum Teil länger als 48 Stunden vorab im Seewasser auswuschen und vermischt mit Frischen fütterten. Gefischt wurde dann mit den „safen“ ausgewaschenen Boilies. Aber diesmal wollte es nicht so recht anlaufen. Johannes hatte am Ende der Woche vier Fische zu verbuchen. Da er wie üblich auf das obligatorische Wiegen seiner Fänge verzichtete, konnten wir das Gewicht nur schätzen, der Größte lag aber wohl im mittleren 30-Pfund-Bereich.

Meine Version des IQ D-Rigs

Der dickste der Woche

Ich konnte alles in allem sieben Fische landen, wovon der Längste gut 1,3 m hatte. Nein, leider kein Karpfen - das wäre auch zu schön gewesen. Ein Stör hatte sich den 2 ½ Tage gewässerten einzelnen 15 mm Banoffee geschnappt und bescherte mir einen krassen Drill. Der größte Karpfen brachte am Ende bei deutlich unter einem Meter Länge dafür aber 18 kg auf die Waage. Wir waren zufrieden über die Anzahl der Fänge, jedoch blieben die für den Villedon berühmten Dicken diesmal leider aus, aber man kann es auch nicht erzwingen. Im nächsten Jahr versuchen wir es jedenfalls wieder, dann aber vor der Laichzeit. Auch in der Hoffnung, dass die gefühlten eine Million Frösche dann nicht 22 Stunden täglich um die Wette quaken und einem am Ende der Woche dem Wahnsinn ein Stück weit näher bringen…
Macht‘s gut und fangt was Schönes,
Daniel

Ausgewaschene Banoffees machten einen guten Job

Das war ein Fight!

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