06.09.17

Lander blickt zurück - Futter frei

Futter frei! - so war mein Plan, wenn die Karpfen das Laichgeschäft für diese Saison hinter sich gebracht haben würden. Ist es doch dem sehr warmen Mai zu verdanken, dass die Fische ihren Rogen und ihre Milch losgeworden sind. Um die verlorengegangene Energie wieder aufzutanken, müssen die Karpfen sehr viel Nahrung zu sich nehmen. Das heißt im Umkehrschluss, dass sie auch eine große Menge Boilies vertilgen können. Meiner anvisierten Initialzündungstaktik - ein bis zweimal kräftig vorzufüttern, um die Fische auf Futter zubekommen - stand nichts mehr im Wege. Hatte ich doch 50 Kilo Crayfish-Bierhefe-Boilies zum zweimaligen Füttern eingeplant. Leider gelang es mir aber nur einmal, die weite Strecke zum Gewässer zu fahren. Ich nahm lediglich 20 Kilo Boilies mit, schien es mir mit nur einem Tag Pause doch zu riskant, einmalig 50 Kilo zu verteilen.

Das Timing hätte besser nicht passen können: Vollmond, Westwind, Luftdruck und Außentemperatur waren geradezu perfekt! Ich suchte mir einen passenden Spot, eine kleine Schilfspitze, kurz vor einer "Holding Area“, wie eine Ruhezone oft bezeichnet wird. Auf großer Fläche wurden die Boilies in gemischten Größen gestreut. Die Karpfen mussten einfach an dieser kleinen Spitze vorbeigeschwommen kommen.
Mit drei Metern Tiefe im Durchschnitt und starkem Krautwuchs sollte hier was an den Haken gehen! Etwa 48 Stunden später war ich erneut vor Ort, um für zwei Nächte zu angeln. Ein Hinge-Rig mit 22mm Banoffee Pop Up am Heli Safe System landete mit einem leichten Wurf auf dem Krautteppich. Mein zweites am COG System wurde auf 15 Rutenlängen mittels Distanz Sticks geclipt und flog somit punktgenau zum Übergang von Kraut zu sandigem Grund hin. Ich schaufelte nochmal großflächig drei Kilo Boilies mit der Futterkelle nach - dann hieß es abwarten. Lange dauerte es nicht, ein Kleiner machte den Anfang. Das kann ja was werden, wenn die Kleinen auf dem Platz sind. Er blieb aber der Einzige seiner Größe. Bis zum nächsten Vormittag meldete sich der Bissanzeiger sechs Mal. Ein abgelaichter, alter Milchner mit über 20 Kilo war das Highlight am Morgen nach der ersten Nacht. Die Initialzündung schien zu funktionieren. Die Fische hatten mein Futter angenommen und mit der Spotwahl lag ich wohl auch nicht so ganz daneben. Tagsüber hielten die Kleinen mich auf Trab. Ein voller Air-Dry-Bag mit Boilies wurde gegen Abend wieder großflächig mit dem Eazi-Stick verteilt, die letzte Nacht konnte starten. Zu meiner Verwunderung blieb es ruhig an den Ruten. Was war los? Doch zu viel Futter? Der steigende Luftdruck? Bei aufgehender Sonne stand ich mit dampfender Kaffeetasse ungeduldig bei den Ruten und beobachtete die stille Wasseroberfläche. Vereinzelt waren Blasenteppiche auszumachen. Es waren Karpfen da! Es muss doch endlich einer meinen Popi finden. Auf einmal ging es schnell, ein Lauf brachte einen schön pigmentierten Spiegler zum Vorschein. Eine Last fiel mir von den Schultern! Drei Stunden hatte ich noch Zeit, bevor gepackt werden musste. Zwei weitere gute Karpfen konnten im Fangbuch vermerkt werden. Gelassen machte ich mich auf den Heimweg und überlegte, wann wieder ein geeignetes Zeitfenster, natürlich mit idealer Wetterlage, vorhanden ist. Ich wollte es noch einmal probieren und die Futtermenge nach oben schrauben. Es sollte gelingen, mehr dazu demnächst.
Grüße Kai

Zwei sichere Systeme, COG und Heli Safe.

Gutes Kreuz - einer von vielen großen Fischen diese Saison.

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