06.07.18

Location ist alles - Nils Thönnes

Location ist alles, hat man die Fische erst einmal gefunden, dauert es meist nicht mehr lange, bis was geht. Je nach Gewässertyp und Bestand ist das aber leichter gesagt als getan. An meinem Hausgewässer, über das ich letztes Jahr schon mehrfach berichtet habe, ist dies nämlich gar nicht mal so einfach. Oft macht der Wind einem einen Strich durch die Rechnung, dann ist das Wasser zu aufgewühlt, oder es herrscht das falsche Wetter um die Fische an der Oberfläche auszumachen, selbst bei gutem Wetter ist es sehr schwer sie ausfindig zu machen. Es kommt bei mir gelegentlich vor, dass die Fische sich durch Springen oder Rollen zeigen, nur leider ist das inzwischen sehr selten. Und selbst wenn, das habe ich selber erlebt, ist das kein Garant für Bisse, selbst wenn sie über dem Angelplatz springen.
Als ich vor etwa zwei Wochen an meinem Angelplatz angekommen bin, konnte ich im knietiefen Uferbereich einen Fisch ausmachen, welcher dort nach Futter suchte. Als ich ihm mit dem Boot näher kam flüchtete er im tiefen Wasser. Als ich meine Ruten später im Wasser hatte, dauerte es aber keine zehn Minuten mehr, bis ich ihn fangen konnte. Er war zwar nicht mehr zu sehen, aber immer noch in der Nähe. Hat man scheue Fische, bleibt es dann oft bei nur der einen Aktion. So war es dann auch bei mir, obwohl ich fest damit rechnete, dass noch was geht, war ich relativ schnell wieder auf dem Boden der Tatsachen zurück, weil sich überhaupt nichts mehr tat.

Ich nahm mir dennoch bei dem schönen Wetter der letzten Tagen die Zeit um die Fische zu suchen und fand sie dort, wo nie jemand angelt oder, geschweige denn, geangelt hat. Ich fand gleich mehrere Fische zwischen einem versunkenem Baum. Unter dem Baum, das konnte ich gut erkennen, war der Boden sandig. Da es an den meisten Stellen in genau der Tiefe verkrautet und veralgt ist, ein klares Zeichen dafür, dass hier regelmäßig gefressen wird.
Ich beschloss einen Tag nachdem ich die Fische dort gefunden hatte die Stelle zu befischen. Ich legte zuerst zwei Ruten mit Tigernüssen direkt an den umgestürzten Baum. Musste aber feststellen, obwohl die Fische da waren, dass sich gar nichts tat. Da ich auf jegliches Beifutter verzichtete, schien der Köder wohl nicht auffällig genug zu sein um die Fische zu reizen. Mit einer Rute fischte ich aber dennoch weiterhin mit einer Tigernuss, weil die Nuss der natürlichen Nahrung für mich am nächsten kommt. Sie sind klein, hart und crunchy, wie Muscheln eben. Die andere Rute holte ich rein und tauschte mein Vorfach mit der Nuss gegen ein Ronnie Rig mit einem Flouro Pop Up.
Ich persönlich halte es für sinnvoll, gerade wenn man vor Hindernissen angelt oder auch mit Pop Ups angelt, dass man eher zu größeren Haken tendiert. In meinem Fall setze ich auf einen 2er Kurv Shank, allerdings ist das Geschmacksache. Ich bin aber der Meinung, gerade bei der Angelei mit Pop Ups, ist die Größe des Hakens nicht so relevant wie bei der Angelei mit Bodenködern auf Futterplätzen, weil der Haken das Gewicht des Köders kaum beeinflusst.
Aber wieder zurück zum Thema, ich legte meine Rute recht ufernah ab und verteilte diesmal drumherum ein paar Pellets. Als ich gerade zurücklaufen wollte schwamm schon einer der Fische aus dem Baum um den Platz herum und verschwand wieder im Holz. Ein gutes Zeichen!
Als ich die Rute auf dem Buzzerbar ablegte, dauerte es keine 20 Minuten mehr, bis die Rute ablief. Der Fisch zog Gott sei Dank ins Freiwasser und ich konnte ihr erfolgreich landen. Es war kein Riese, aber das spielte keine Rolle! Der Stellenwert des Fisches? Unbeschreiblich hoch... Schließlich habe ich letztes Jahr unzählige Nächte ohne einen einzigen Piep dort verbracht.
Wenn man die Chance hat die Fische zu finden, sollte man sich die Zeit nehmen und sie suchen. Normalerweise bin auch ich jemand der lieber angelt anstatt den See abzulaufen und mich durch Büsche zu kämpfen, aber es lohnt sich definitiv!

Volles Vertrauen!

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