30.03.17

#LostinFrance 1 - Christopher Paschmanns

Den Frühling starten, bevor er in unseren Landen Einzug hält, ja, das geht! Und als ich mich um 2 Uhr morgens an einem Donnerstag aus dem Bett raffte, um nach einem Kaffee und schnellem Frühstück ins bereits gepackte Auto zu steigen, hatte ich genau das vor! Draußen warf mein Atem Nebel und die Scheiben beschlugen. Mein Ziel erreichte ich etwa 8 Stunden Fahrt später und das Autothermometer zeigte 20 Grad an! Schon in den Jahren 2011 und 2012 hatte ich genau das gemacht, meine ergiebige Angelsaison durch Reisen in den Süden Ende März, Anfang April verlängert. Wenn das Wasser bei uns so gerade die 10-Grad-Marke erklimmt, ist es an den richtigen Gewässern Frankreichs oft schon bei 16! Die Fische sammeln sich in flachen Buchten und sind hungrig. Ich erinnere mich an Sessions mit 40 Karpfen in sieben Tagen, etliche dicke. Doch diesmal war ich schon Mitte März unterwegs, für Massenfänge zu früh, aber dennoch mit deutlich besserer Chance auf Frühlingsangeln und Fisch als bei uns.

Der Grund für meine Tour war, dass ich neue Gewässer erkunden wollte. Später in dieser Saison steht eine besonderer Trip mit Björn Brockmann an. Wir lassen uns von der Kamera begleiten. Unter anderem dafür wollte ich zumindest schon mal ein paar Infos und Eindrücke sammeln. Im Gepäck hatte ich eine Lademöglichkeit fürs McBook, so lässt es sich auch vom Wasser aus arbeiten. Und Kameramann Christian war mit seiner Liebsten in Italien im Urlaub, zu filmen gab es in der Woche also auch nichts.

In sechs Nächten befischte ich vier Gewässer, zwei Seen und zwei Flüsse. Außerdem machte ich richtig Kilometer, um mir weitere Gewässer anzusehen. Mein erstes Ziel war ein großer Baggersee, glasklar, extrem verkrautet und mit einigen richtig großen Fischen. Obwohl ich mir am ersten Tag dort gleich einen Sonnenbrand holte (OK, nicht so schwer bei meiner Haut, ich muss schon bei Vollmond aufpassen...), das Wasser pendelte sich bei etwa 12 Grad an der Oberfläche ein. Ich setzte auf kleine, strategisch platzierte Fallen mit Tigernüssen und Pop Ups. Die weit ausgelegten oder sogar umgelenkten Montagen bestückte ich mit Nüssen – resistent gegen Krebse, uninteressant für Katzenwelse und die meisten Weißfische. Die beiden Rigs, die ich nicht weit vom Camp ablegte und schnell neu legen oder kontrollieren konnte, legte ich mit Multi Rigs und meinen geliebten, in Almond Goo gesoakten Milky Toffee Pop Ups aus.


Das Camp am ersten Spot ist eingerichtet

Gute Kombi: Banoffees und Hanf

Obwohl ich sicher die meiste Zeit vor Ort aufs Wasser starrte und einen Großteil des Gewässers einsehen konnte, sah ich keinen Karpfen springen. Es winterte wohl doch noch mehr als erwartet unter der Oberfläche. Dennoch konnte ich schon am ersten Morgen meinen ersten Fisch des Gewässers fangen, einen halbstarken Schuppi. Am Nachmittag legte ich meine rechte Rute um. Ich nahm sie vom Plateau weiter draußen runter und platzierte sie mit meinem Almond Pop Up auf einem freien Fleck im Kraut direkt vorm eigenen Ufer. Am Tag der Ankunft hatte ich dort zwei Hände 15er Banoffees und eine dicke Schaufel Power Particles Hanf mit Multi Stim verteilt. Fünf abgezählte Boilies als Beifutter dazu, etwas Hanf und ich ruderte so geräuschlos wie möglich zurück. Es dämmerte schon, als der Bobbin an dieser Rute durchfiel, dann wieder stieg – typischer Brassenbiss, dachte ich und stieg mit der Rute ins Boot, um sie gleich neu zu legen. Nichts da Brassen! Beim Einholen verlief die Schnur plötzlich nach links, der Fisch war bereits weit ins Freiwasser gezogen. Ich bekam Kontakt, spürte ordentlichen Druck und drillte einen mächtigen Spiegler unterm Boot. Als ich ihn im Kescher hatte, ballte ich die Faust und rief ein leises „yeeesss“ über den See. Mit diesem Fisch hatte sich die Tour für mich schon gelohnt. Erst der dritte Fisch meiner Angelsaison 2017 und dann gleich so ein dicker! Mittlerweile war es dunkel und ich schoss die Bilder per Blitz und Selbstauslöser, bevor ich dem makellosen Tier die Freiheit schenkte. Ein guter Moment!

***Weiter geht’s Morgen in Teil 2 von #Lostinfrance

Die Tournament 5000 LD haben sich schon bewährt

Was für ein Kreuz, genialer Einstand

News ArchiveNEWS ARCHIVE

ARCHIVE