21.09.17

Mega Session - Felix Hetzmannseder

Viele von Euch kennen das vielleicht, man trifft sich auf einer Messe oder man tritt über soziale Netzwerke in Kontakt und plant eine gemeinsame Session. Viel zu oft bleibt es bei dieser Planung. Wem hier ist so etwas nicht auch schon einmal passiert?
Kumpel Josef habe ich vor mehreren Jahren bei einer Weihnachtsfeier für Karpfenangler kennengelernt. Wir schwammen von Anfang an auf einer Wellenlänge und, zugegeben, nach einigen Anläufen haben wir diesen Sommer endlich eine gemeinsame Session gepackt – und die hatte es mal so richtig in sich! Josef lud mich zu einem seiner Hausgewässer ein, ein ruhig gelegenes und schon seit Jahrhunderten bestehendes Gewässer ein. Freitag früh ging es für mich erst einmal ab auf die Autobahn in Richtung österreichischen Süden, unweit der slowenischen Staatsgrenze. Da Josef erst am Nachmittag ankommen konnte, nutzte ich die mir verbleibende Zeit, um die Wasseroberfläche zu beobachten, die Swims abzuchecken und bestenfalls Fische ausfindig zu machen.

Ich war topmotiviert und wollte mir einen ersten groben Überblick über das Gewässer verschaffen, bevor Josef am Nachmittag ankommen würde. Die Wahl der Spots wollten wir nämlich offen halten, uns von den vorherrschenden Bedingungen leiten lassen und instant in guten Bereichen angeln. Josef und ich entschieden uns für einen Spot an dem wir viele Fische ausfindig machen konnten und zusätzlich gute strategische Möglichkeiten zum Ablegen unserer Ruten hatten. Besonders einen kleinen Spot mit relativ hartem Untergrund hatte ich für mich ins Auge gefasst . Schnell waren die Rigs mit Banoffee-Waftern bestückt und fangbereit. Das Bauchgefühl passte an diesem Spot einfach. Der erste Fisch kam im Schutze der Nacht und wog satte 21 kg! Ein unwirklicher Start an einem neuen Gewässer! Noch während wir uns gemeinsam über den krassen Einstandsfisch freuten liefen weitere Ruten ab. Allesamt schöne und gewichtige Fische und zudem ein klares Anzeichen, dass die Spots gut gewählt waren. Für die kommende Nacht setzte ich, aufgrund des guten Starts, auf Futter und verteilte mehrere Kilogramm Banoffees auf mittelgroßer Fläche. Während untertags hochsommerliche Temperaturen herrschten zeigten sich immer mehr Fische auf genau dieser Futterfläche, was dann in den Abend- und Nachtstunden folgte habe ich in dieser Form noch selten erlebt. Innerhalb von 12 Stunden liefen die Rollen bei Josef und mir heiß, denn die Fische schossen sich total auf unser Futter ein. Es fällt mir im Nachhinein fast schwer alle diese grandiosen Fische aufzuzählen, aber es waren einige echte Charaktere darunter. Bildhübsche Fullys, mehrere hohe Dreißiger, ein alter alter Spiegler von über 20 kg, ein Fisch mit krassem Nacken von über 26kg, ein markanter Schuppi von 20,5kg mit dem passenden Namen „Smalltail“ und noch so viele weitere....

Die Augen offen zu halten, die Fische zu suchen und sie mit gutem Futter zu beangeln, setzte ich im heurigen Sommer auch an einigen anderen Gewässern, mit wirklich guten Ergebnissen, ein. Trotz Nächten wo meine Augen schwer wie Blei waren, überdrückte ich meine Müdigkeit mit heißem Kaffee um absolut jede Bewegung, jede Aktion am Wasser mitzubekommen um gegebenenfalls reagieren zu können. Ich hatte nie lange Sessions am Plan, deswegen ist es für mich umso wichtiger in der zur Verfügung stehenden Zeit hellwach zu sein um Fisch zu fangen und das machte sich oft genug bezahlt. Die Heimreise war geprägt von einem fetten Smile, guter Musik und schweren Augenliedern – so wie sich das eben gehört!
Fel Hetzmannseder

Gutes Futter direkt aus der Tüte.

Die heiße Zeit beginnt.

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