25.08.14

Mein Weg - Kai Lander

Kai Lander sucht am Wasser das authentische Abenteuer. Er legt sich mit den größten Gewässern Deutschlands an, den mehrere tausend Hektar großen Naturseen Mecklenburg-Vorpommerns. Hier berichtet von seiner bisherigen Saison:

Ich hab mich dieses Jahr dazu entschieden, an einem der großen deutschen Binnenmeere mein Glück zu versuchen, keine Zielfisch-Angelei, einfach Angeln und versuchen, so viele Fische wie nur möglich zu fangen. Extremes Angeln das Mensch und Material an die Grenzen bringt – das macht mir Spaß.
Im Februar verbrachte ich eine Woche ohne Angel an diesem See, um vor Ort vieles zu erkunden und einem Verein beizutreten, damit ich einige Angelkarten günstiger erwerben kann. Nachdem die Formalitäten geklärt waren, musste das Wetter nur noch besser werden.
Das Frühjahr zeigte sich ja von seiner guten Seite, traumhaftes Märzwetter und ich war heiß auf Abenteuer. Fix wurde Urlaub für die erste Aprilwoche eingereicht. Schnell rollte ich noch 5 Kilo Dumbells und dann ging es los: meine erste Sechs-Tage-Tour 2014, allein mit Hund.

Um es kurz zu machen, es gab einen extremen Wetterumschwung, die Wassertemperatur sackte von 13°C auf 8°C ab, Sonnenschein wich starkem Regen, dazu gesellte sich Sturm vom zweiten Tag an bis zur Abreise. In der ersten Nacht gelang es mir, im 80 cm tiefen Wasser einen 34-Pfünder zu landen. Der Fisch hakte sich an einem 15cm langen Vorfach gebunden aus 20lb IQ2 mit weichem Haar, auf das ich einen Schneemann zog. Die nächsten Nächte war nix mehr los. Drei Platzwechsel nahm ich vor, bis ich wieder Spuren von Karpfen fand und konnte in der letzten Nacht noch einen urig aussehenden Fisch weit draußen auf dem See in die Maschen meines Keschers gleiten lassen.

Fast jede Woche war ich fortan 2 bis 3 Nächte vor Ort.
Vor der Laichzeit ließ mich mein Instinkt nicht im Stich und ich fand einen idealen Bereich, Kraut und Schilf im Überfluss. Dort verteilte ich in den kleinen Fraßlöchern vereinzelt Boilies & Dumbells in 24 und 30mm gemischt. Befischte diese dann abwechselnd. Wenn es mal ruhiges Wetter gab, konnte ich präzise meine Montagen ablegen, bei starkem Wind war es ein bissel problematisch. Der Haken sollte ja sicher greifen, nach ein paar Tests und Tauchgängen wie sich alles verhält, wenn ich im Dunkeln das Fraßloch nicht treffen würde, war meine Montage schnell im Kopf erstellt: eine dicke 0,65mm Schlagschnur, mindestens 60m, danach ein Flying Backlead, das mit einem Stück Silicon Tube fixiert wurde, damit es nicht mehr auf der Schnur frei gleiten kann, sondern 1,5m über dem Safety Clip als festes Backlead dient, damit kein Fisch mit meiner Schnur in Kontakt kommt. Wenn es sich in einem Hindernis festsetzen sollte, schiebt sich das Gewicht über das Stück Silicon Tube und rutsch bis zum Clip zurück. Als Nächstes ein Safety Clip mit 250g Grippa Blei, 20lb IQ2 mit einem Kontinental Haken Gr.4 zu einem D-Rig gebunden. Auf das D ein Micro Rig Swivel, daran wurde mit Bait Floss ein schwebender Schneemann oder ein einzelner ausbalancierter Boilie gezogen. Vorfachlängen passte ich je nach Spot an. In der Mitte vom Vorfach fixierte ich noch etwas Dark Matter Putty - fertig. Die Montage funktionierte zuverlässig.

Nach der Laichzeit setzte ich auf kompakte Boilie-Futterfelder an Krautkanten in Tiefen zwischen 2 und 4m mit sandigem Boden. Auf diesen Spots legte ich wieder meine einfachen D-Rigs mit 140g Flatliner Inlines aus und meine umfunktionierten Flying Backleads kamen auch hier zum Einsatz. Damit bin ich auch wieder erfolgreich am Wasser unterwegs gewesen. Alles im allem haben mich die Produkte von Korda sehr überzeugt. Beim Sortieren meiner Tackle Box ist mir erst einmal aufgefallen, wie viele Komponenten ich seit vielen Jahren von Korda nutze. Da ich ein Fan von geraden Hakenöhren und geraden Spitzen bin, hat sich der Kontinental Haken als mein absoluter Favorit herauskristallisiert. Im Moment ist erst mal Angelpause. Ab September geht es in die zweite Runde am großen Wasser. Sehr viele Boilies müssen noch gerollt werden und dann versuche ich mein Glück auf Langzeitfutterplätzen bis in den Dezember hinein. Dieses Unterfangen wird nicht einfach zu Händeln sein – durch die 290 km Entfernung zum Wasser, aber der Wille zählt!
Gruß Kai

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