31.10.16

Neue Motivation - Mathias Lange

Das Frühjahr lief für mich richtig gut und ich war zufrieden mit meinen Fängen. Doch seit längerem läuft es sehr bescheiden für mich und dadurch ist die Motivation so ziemlich im Keller. Was ich auch anpackte, es funktionierte nicht richtig. Entweder passte das Wetter nicht oder die Arbeit machte mir einen Strich durch die Rechnung. Ich kann mit Niederschlägen mittlerweile ganz gut umgehen, weil es einfach zum Angeln dazu gehört! Doch irgendwann brauche ich einfach mal wieder ein Erfolgserlebnis, um neue Motivation zu tanken. Meine neue Motivation sollte ein Langzeitfutterplatz mit meinem Kumpel Kai werden. Seit einer ganzen Weile schon füttern Kai und ich einen Platz, an einem schönen Natursee mit viel Struktur und einem hohem Nahrungsvorkommen. Wir wollten unbedingt herausfinden, was uns dort erwartet und was für Perlen dort zu fangen sind. Also war für uns klar, hier ziehen wir es bis zum Ende des Jahres durch. Wir füttern regelmäßig unsere Boilies, bestehend aus Fischmehl, Bierhefe, Buttersäure und Binder und hoffen somit die Karpfen auf unseren Platz zu bekommen. Kai baute sich, wie immer, seine Boilies selbst. Ich hingegen ließ mir meine bei Selfmade-Baits abrollen.

Zu zweit ist ein Langzeitfutterplatz natürlich günstiger zu stemmen, aber wir waren uns auch im Klaren, dass es bei dem Einen besser laufen kann, als bei dem Anderen. Weil wir nicht wussten, von wo die Fische kommen würden oder welcher Bereich attraktiver ist. Und so waren unsere ersten gemeinsamen Sessions sehr eintönig, denn es rannte immer ein und dieselbe Rute ab, die zu Kai gehörte. Obwohl der Platz mit weit über 100 m Strecke befüttert worden war. Also machte ich die ersten Male eine gute Figur als Fotograf. Ich ließ mich dadurch aber nicht unterkriegen, denn ich wusste, wir hatten noch lange Zeit bis zum Winter und auch meine Erfolgsmomente würden sicher noch kommen. Wenn ich Bisse bekam, waren es meistens die kleineren Karpfen. Mein Bereich wollte einfach noch nicht so richtig anlaufen. Aber warum? Zu wenig Futter? Zu viel Futter? Der ständig schwankende Luftdruck? Liegt es am Bestand? Oder am falschen Bereich? Fragen über Fragen. Bis dato hatten wir 10 verschiedene Karpfen gefangen. Nicht gerade viel wenn ich überlege wie viel Mühe und Futter eingebracht wurde. Wir kontrollierten mit einer Unterwasserkamera regelmäßig unsere Plätze um sicher zu gehen, dass unser Futter auch wirklich gefressen wurde. Was wir unter Wasser zu sehen bekamen war unglaublich, denn es war eine reine Kraterlandschaft und von unserem Futter war nichts mehr zu sehen. Ich hoffte, dass endlich das Wetter und der Luftdruck konstant bleiben und meine Freunde das große Fressen beginnen.

Kai und ich hatten wieder gemeinsam eine Nacht Zeit. Nach einigen Kilometern sollte es zum See gehen, um im Hellen alles fertig am Platz zu haben. Das Camp wurde zügig aufgebaut und die Ruten auf unseren Spots platziert. Der Herbst ist mittlerweile voll im Gange und es wurde richtig kalt, so dass ich das erste Mal meine Gascamp Heizung mitgenommen hatte. Der Luftdruck passte in dieser Nacht zwar immer noch nicht, aber ich hoffte trotzdem das die Karpfen fressen werden da sie den Platz ja mittlerweile gut kennen. Dieses Mal könnte ich endlich einen richtig schönen Herbstbullen fangen. Mein Bissanzeiger schrie früh um halb sieben ununterbrochen auf und als ich die Rute aufnahm, schwamm der Karpfen einfach weiter. Meine 10 Ft Rute bog sich bis ins Handteil durch. Die abfallende Kante und der Untergrund sind voller Muscheln, aber mit etwas Sorge und vorsichtig im Drill, konnte ich den Spiegler aber problemlos landen. Ein sicherer Begleiter ist der XT Snag Leader in 0,55 mm von der ich locker 30-50 m auf den Rollen habe, da sie sehr abriebfest ist. Junge war ich happy, der 4er Krank X Haken am Kamo durchgebunden, hatte perfekt in der Unterlippe des Rüsslers gesessen. Es fiel eine große Last von mir und ich hatte seit längerer Zeit mal wieder ein breites Grinsen im Gesicht. Endlich ein besserer Fisch auf meinem Angelplatz. Kai fragte mich zuvor, ob ich nicht auf seiner Seite Fischen wolle, denn dort kamen bis jetzt immer die besseren Fische. Zum Glück sagte ich nein, denn ich weiß nicht wie es gewesen wäre, wenn wir getauscht hätten und Kai den Spiegler gehabt hätte. Das heißt nicht, dass ich ihm den Fisch nicht gegönnt hätte, aber ich würde alles stark hinterfragen und an allem zweifeln was ich tue. So ist angeln, nie langweilig und immer für Überraschungen gut. In der Woche darauf konnte ich wieder eine kleine voll gefressene Kugel fangen und ich war endlich wieder richtig motiviert. Ich bin gespannt was noch passiert bis zum Jahresende.... Hoffentlich noch die ein oder anderen genialen Momente! 
Grüße Mathias 

Der macht mal Pause...

Das Licht verändert sich im Herbst...

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