15.01.18

Neue Wege - Malte Brüninghoff

Mittlerweile ist Winter, Fest der Liebe, Zeit, um Tage mit der Familie und Freunden zu verbringen. Jedoch ist man in dieser Zeit als Vollblutangler oft gedanklich bei anderen Dingen. Man denkt über das vergangene Jahr, über die vergangene Angelsaison nach und macht sich heiß für die nächste Session. Rückblickend verlief mein Jahr 2017 mit Höhen und Tiefen. Doch gerade der Herbst war ein enormes Hoch an das ich mich gerne erinnere.

Ende September begann ich meinen „Herbstfutterplatz“ aufzubauen. Ab Montags fütterte ich täglich um 14:45Uhr, direkt nach der Frühschicht, 5kg Mussel- und Solid Fisch Boilies sowie 1-2 kg Tigers auf einen Spot. Denn die letzten Wochen zeigten mir, dass die Fische enorm gut auf größere Futtermengen liefen. 4,5m tief, unterhalb eines Plateaus lag der Platz. Leichter Schlamm bedeckte den Spot was mir jedoch relativ egal war da ich auch in der Vergangenheit an diesem See im Schlamm gefangen habe. Freitags kam ich früh am See an und alle Ruten waren schnell gelegt. Jedoch wurde ich bei der 2. Rute schon unterbrochen von einem kleinen, wilden Schuppenkarpfen. Es lief alles nach Plan und die Fische haben das Futter angenommen. Um es kurz zu halten lief die Session perfekt und am Sonntagnachmittag lag mein Zielfisch auf der Matte. Zu früh habe ich ihn gefangen da ich meine Pläne eigentlich so gelegt habe, dass ich auch im nächsten Frühjahr dort fische. Nach 19 Nächten waren jedoch 90% der bekannten Karpfen aus diesem Gewässer in meinem Fangbuch eingetragen und auf meinen Festplatten abgespeichert. Neue Wege wollte ich gehen, ein neues Gewässer beangeln, neue Eindrücke und neue Erfahrungen gewinnen denn die Luft war raus und der See für mich fertig.

Am ersten Oktoberwochenende machte ich meinen ersten Ansitz an einem recht kleinen, verwunschenen See gute 40km von meinem Wohnort entfernt. Es war absolutes Schietweder wie man bei uns so gerne sagt. Es hatte sich komplett ein geregnet als ich meine erste Runde um den See laufen wollte. Jedoch hatte ich super gute Laune da ich endlich wieder in meinem Element war, ich wollte jagen, eine Jagd auf die gelben Rüssler die dieses Gewässer beherbergt. Nachdem ich mehrere Fische an einer Spitze rollen sah war die „location“ für mich durch und ich beangelte diese Spitze von der am nächsten gelegenen Stelle. Genau an dieser Spitze, vor einem Baum, fing ich in den nächsten 2 Nächten die ersten Fische, makellose dunkelbraun gefärbte Schuppenkarpfen und einen halbstarken Graser. Am Sonntag, auf der Rückfahrt nach Hause, war für mich klar das ich dieses Gewässer als nächstes befischen möchte. Kurze Zeit später meldete ich mich also beim Verein an und es konnte richtig losgehen. Schon am nächsten Wochenende war ich wieder am See und fing an mir eine Tiefenkarte zu erstellen. Steil abfallende Uferkanten bis auf 6-7m rund um den See und kaum weitere Struktur machten mir die Spotwahl nicht schwer. Am Anfang angelte ich unterhalb der Uferkanten auf der anderen Seeseite da die Fische dort einfach langziehen mussten dachte ich mir. Nebenbei befütterte ich jedoch stetig ein kleines Keisfeld mitten im See.

Mit wenig aber dennoch sehr attraktivem Futter wollte ich vorgehen da ich sehen konnte, dass 90% der Angler sehr viel fütterten, wie so oft im Herbst. Ich bin der Meinung, dass durch den stetigen Angeldruck übers ganze Jahr verteilt die Fische allgemein sehr viel Futter durch Angler bekommen und daher im Herbst nicht auch noch extreme Mengen brauchen. Ich will die Fische fangen und nicht zu früh fett mästen da ich es mir sonst im Spätherbst und Winter schwieriger mache. 1-3kg Mussel Boilies, Teig, Dosenmais und Tigernüsse fütterte ich jeden 2. Tag auf meinen kleinen Kiesfleck. Dieser befindet sich sehr zentral gelegen im See, nah an einer Kante die zum tiefsten Bereich des Sees führt. Die Fische müssen hier früher oder später im Herbst lang ziehen, so meine Theorie. Meine recht geringe Menge Futter passte ich immer dem Wetter und der Fischaktivität an. Gab es, wie so oft im Herbst, ein Hochdruckgebiet und klares, sonniges Wetter fütterte ich nur wenige Spombs meiner Futtermischung. Gab es jedoch Tiefdruck und eher bedecktes Wetter, perfektes Fangwetter, habe ich mehr gefüttert weil die Fischaktivität höher war. Somit wollte ich verhindern, dass Futter unten am Platz liegen bleibt und nicht gefressen wird. Schon nach kürzester Zeit bekam ich auf meinem Kiesfleck die ersten Bisse. Die Fische haben mein Futter angenommen und zu geregelt Beisszeiten fing ich dort bis zu meinem letzten Ansitz Anfang Dezember mehr als 20 Fische. Nicht die größten jedoch war der Anfang an diesem Gewässer für mich gemacht.

Was Rigs angeht habe ich wie immer auf altbewährte Komponenten gesetzt. Einfache Helicopter-Montagen mit 5oz Bleien und kurze, bis zu 15cm lange Vorfächer. Zum einen fischte ich ein ganz einfaches Knotless-Knot Rig gebunden aus N-Trap Semi Stiff und einem 4er Wide Gape X. Die Ummantlung habe ich nur fürs Haar entfernt um den Köder Spiel zu geben. Durch das nach innen gebogene Öhr dreht der Haken mit dem mittel-steifen Vorfachmaterial sehr gut im Maul des Fisches, besonders mit ausbalancierten Hakenködern wie ich sie benutzt habe.
Mein zweites Rig war ein einfaches D-Rig aus IQ2 mit einem 4er Choddy. 15 Wicklungen um den Hakenschenkel und fertig. Auch bei diesem Rig habe ich ausschließlich ausbalancierte Hakenköder wie ausgekorkte Tigernüsse oder Wafter gefischt, da sich das Vorfach immer von selbst „resetten“ kann wenn ein Fisch den Hakenköder aufnimmt, sich aber nicht von selbst hakt. Außerdem haben leichte Hakenköder den Vorteil, dass sie schneller in das Maul des Fisches fliegen da sie leichter sind als andere Bestandteile meines Futters. Durch die nachgeschärften Haken hat somit ein Fisch kaum noch eine Chance zu entkommen wenn er einen Fehler macht. Sowohl den Choddy als auch den Wide Gape X fische ich mit vollstem Vertrauen, da ich so gut wie keine Aussteiger mit diesen Hakenformen habe. Ich wählte verschiedene Rigs, um verschiedene Fische zu fangen, da ich der Meinung bin, dass nicht jeder Fisch das selbe Fressverhalten an den Tag legt. Außerdem versuche ich gerade an für mich neuen Gewässer immer zu schauen was am besten läuft. An manchen Gewässer fängt man sehr gut mit weichen Vorfächern und an anderen mit sehr steifen. Am Ende fingen beide Rigs jedoch gleich viel und von 24 Bissen konnte ich 23 landen.

Ruhigen Gewissens kann ich nun in die nächste Saison durchstarten da ich zufrieden mit mir selbst bin, dass ich neue Wege gegangen bin. Denn neue Wege bringen immer neue Eindrücke, Motivation und Erfahrungen mit sich.

Malte Brüninghoff



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