25.06.19

On the run - Sven Ihne

Hatte ich mich in den letzten eineinhalb Jahren gezielt auf ein Gewässer konzentriert wollte ich in diesem Frühjahr ausbrechen. Ich musste weg vom Low Stock, welcher bei viel Zeiteinsatz wenig Resonanzen lieferte. Hätte ich in der neuen Saison sofort dort angeknüpft wo ich im letzten Winter aufgehört habe wäre ich mittlerweile sicher depressiv oder hätte mein Tackle zum Verkauf freigegeben. An beidem habe ich wenig Interesse, bietet das Leben doch wahrlich schönere Dinge wenn der Blick wieder für solche geschärft wird. Also wurden im April diesen Jahres komplett neue Pläne geschmiedet. Ich wollte wieder mobil Angeln, an Orten aufschlagen welche ich für richtig hielt, angepasst an Stimmung, Jahreszeit und Wetterverlauf. Es gibt keine bessere Zeit im Jahr dafür als den Frühling und so bewegte ich mich seit Ende April bis jetzt, ende Juni zwischen Süd und Nordfrankreich, den Kanälen im Ruhrgebiet und als ich mir ein kleines Polster gefangen hatte und die Zeit passend erschien auch wieder an einem großen Baggersee mit wenig Fisch.
Es war kurz nach Ostern als Ich und meine kleine Familie den Bus an einem der großen Stauseen in Südfrankreich zum stehen brachten. Die Fahrt war lang aber nun waren wir am Ziel. Der Westwind pfiff uns sofort um die Ohren und ich wusste welchen Bereich des Sees ich zu dieser Zeit aufzusuchen hatte. Das Lehrgeld welches ich letzten Jahre gezahlt hatte war hoch, jedoch lohnt sich die Investition irgendwann doch und man weiß aus vergangenen Sessions was zu tun bzw. zu lassen ist. Wir verbrachten tolle Tage trotz des extremen Wetters welches uns mal wieder aufzeigte wer da draußen in der freien Natur das Sagen hat.

Mitte Mai fand ich mich an einem großen Nordfranzösischen Flachlandsee wieder. Die Bedingungen waren nahezu perfekt, Mondphase, konstanter Tiefdruck und mäßiger Wind sollten die nächsten Tage einiges passieren lassen. Tägliche Moves auf der Suche nach den großen Laichfischen bestimmten den Trip, am Ende hatte ich einige gefangen, jedoch blieb das Ergebnis unter den Erwartungen. Trotz allem fuhr ich gut gelaunt nach Hause und freute mich schon auf die nächsten Herausforderungen am Baggersee und Kanal. Diese Art zu Angeln befriedigt mich vollends. Es treibt mich ungemein an mich in neue Situationen einzufinden, auszuprobieren und Resultate zu bekommen.
Keine Frage, die statische Angelei auf einem Futterplatz über einen langen Zeitraum hat für mich etwas ganz besonderes. Ich laufe dabei zur Höchstform auf was präzises Angeln betrifft, die Techniken werden angepasst und bis aufs letzte ausgefeilt. Das letzte Frühjahr stand jedoch
im Zeichen des aktiven Angeln an verschiedenen Orten und hat gezeigt was mit der nötigen Freiheit und lockeren Herangehensweise möglich ist. Es lieferte mir Energie und Inspiration für die kommende, oft nicht einfache Sommerangelei welche nun folgt.
Euch allen einen schönen und erfolgreichen Sommer,
Sven Ihne

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