06.09.17

Pirschen vom Boot - Thomas Di Bernardo

Im Zeitalter der modernen und digitalen Welt bin ich immer wieder froh einen kleinen Rückzugsort zu haben, in meinem Fall ein kleines Segelboot. Wie fast überall an den Gewässern in meiner Region ist es uns im Sommer kaum möglich, vom Ufer aus zu angeln. So gut wie alle Uferstreifen an unseren großen österreichischen Seen sind in privater Hand. Auch das Kärntner Zelt- und Campierverbot macht unser Karpfenanglerleben nicht unbedingt leichter. Aus diesen Gründen entdeckte ich die Vorteile des Bootsangelns für mich. Meine Lieblingstaktik ist das Pirschangeln vom Boot aus. Für mich die intensivste Form des Karpfenangelns. Die Spannung, Fische zu entdecken und zu fangen, die bei der ersten Flucht die Angel fast aus den Händen reißen - das ist Adrenalin pur. Das wichtigste Utensil dabei ist eine gute Polbrille, was das Aufspüren der Fische oft extrem erleichtert. In der Regel zahlt es sich aus, reichlich Zeit auf der Suche nach Fischen zu investieren. Gute Spots sind auch hier die Klassiker, wie Seerosenfelder, Krautbüsche und ins Wasser ragende Bäume. Habe ich gute Plätze entdeckt so werden diese mit einer bis zwei Händen voll Futter versorgt, dann geht es weiter zu anderen Spots, die auch gefüttert werden. Zurück am ersten Platz wird mit genauem Blick geprüft ob die Fische aktiv sind. Ist das Wasser aufgewühlt und die Boilies weg, fange ich mit dem Angeln an. Meistens bekomme ich schon nach kurzer Zeit einen Biss, wenn nicht, dann mach ich mich gleich auf zum nächsten Platz und weiter geht das Spiel. Was noch sehr wichtig ist und vor allem an größeren Gewässern eine wichtige Rolle spielt, in denen extrem viele Weißfische vorhanden sind, ist die Köderwahl. Boilies ab 20 mm haben sich bei mir bewährt, kleinere Köder werden oft schon in der Absinkphase von Kleinfischen vom Futterplatz vertragen. Zusätzlich achte ich immer darauf, dass ich jeden Fisch sicher landen kann. Ist das nicht möglich, wird dieser Platz auch nicht befischt, denn Carp Care fängt bei mir nicht erst im Kescher an. Aber Achtung! Es besteht absolute Suchtgefahr, denn wer schon einmal einen großen Fisch nur zwei Rutenlängen vom Boot entfernt gehakt hat, weiß was ich meine und kommt nicht mehr so schnell davon los.
In diesem Sinne, genießt die heiße Zeit!

Ordnung an Bord mit dem Tackle Safe.

Näher dran geht gar nicht.

News ArchiveNEWS ARCHIVE

ARCHIVE