18.07.17

Power-Overnighter - Michael Fleischmann

Samstagnachmittag: Ich komme aufs äußerste genervt und gestresst am See an und nachdem ich mein Auto ausgeladen hatte und meine Ruten startklar machen will – KNACKS – Rutenbruch. Boa ey…geht´s eigentlich noch!? Meine Laune wurde davon sicher nicht besser, zumal ich sowieso nur eine kurze Nacht verfügbar hatte.
Ich lasse gegenüber meinem Kumpel, der schon seit Freitag am See ist, überheblich verlauten: „Wehe ich werde dafür nicht mit einem dicken Fisch belohnt!“ Aber anscheinend hatte die Rute beim letzten Frankreichtrip einen kleinen Transportschaden davongetragen. Shit happens!
Gut, die Rute war eigentlich noch „angelbar“, ich musste nur den überstehenden Blank absägen, da sich darum meine Schnur gewickelt hätte. Gesagt, getan. Jetzt war es mir auch relativ schnuppe, dass meine DF nun gefühlt eine 4,5lb-Testkurve anstatt der normalen 3,25 lb hatte. Sollte ich wirklich darauf einen Biss kriegen, muss ich echt vorsichtig drillen, sage ich mir – noch dazu mit meiner geflochtenen SubBraid auf den Spulen.
Dann folgt eine Geschichte, die eigentlich nur das Angeln schreiben kann. Nach einer schleimigen Brasse, einem noch schlimmer stinkenden Graser, einem Aussteiger, läuft meine Schrott-Rute das dritte, vierte und fünfte Mal ab. Nach jedem Biss verteile ich immer wieder zwei Kilo 12mm und 24mm VNX Freezers, dazu einige Tigernüsse. Die Fische stehen voll im Futter, was die Reste auf meiner Abhakmatte beweisen. Drei Tage zuvor hatte ich ebenfalls mit Boilies vorgefüttert, allerdings auch einen Eimer mit Mais, der in CSL gesoaked war. Sommerzeit ist auch Partikelzeit - Fakt!
Aufgrund des Aussteigers stellte ich auch gleich meinen Hakenköder von normalem Sinker auf Wafter um. Da weiß ich wenigstens, dass das zuverlässig hakt. Mein Wechsel sollte sich als goldrichtig herausstellen. Dazu musste ich nur meinen Haken ausschlaufen, Sinker runter, Wafter montieren und Haken wieder einschlaufen, fertig. Mein abgewandeltes Multi-Kombi-Rig ist dafür ideal. Ich fische mit nachgeschärften Haken, bei denen ich aber nach jedem Fisch den Haken tauschen muss. Ein Fisch - ein Haken. „Der hat doch einen Vogel!“, werden jetzt viele sagen. Wer jedoch schon mal einen professionell geschärften Haken von Pinpoint Hooks in den Händen hatte, wird sicher nichts anderes mehr fischen wollen.
Glücklicherweise gelang es mir, dass ich von da an und trotz der härteren Aktion meiner kaputten Rute auch alle Fische landen konnte und eine genervte, unausgeschlafene Miene wich einer Sieges-Visage. Wenn ein Overnighter manchmal reicht... Aufgeben ist nie eine Option, man verpasst einfach zu viel…
Michael Fleischmann

Ne, oder?

Siegesvisage, eindeutig!

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