08.08.16

Regentanz und Büffeljagd 1 - Nils Elders und Micha Nürenberg

Makellose Fische, beeindruckende Naturerlebnisse, grandiose Kulissen und pures Abenteuer! Erwartungen an eine Angelreise, für die wir bereits unzählig oft tief in unser französisches Nachbarland vorgedrungen sind. Gleichwertiges an einem „Bezahl“ See zu finden, schien uns immer unmöglich! Der Drang etwas nahezu Unbekanntes zu entdecken und auf neuen Pfaden die ganz eigenen Erfahrungen zu sammeln überwog bislang. In diesem Jahr sollte sich unser bisheriges Bild jedoch gravierend ändern! Nachdem wir 2015 die geballte Ladung an Pannen und mittleren Katastrophen auf unseren Reisen erleben durften, keimte auf einer dieser Rückreisen der Gedanke, es im nächsten Jahr vorerst deutlich entspannter angehen zu lassen. Die großen wilden Gewässer in Frankreich laufen schließlich nicht weg, und so lautete unser erstes Reiseziel diesmal also tatsächlich „Paylake“! Das Angebot an Bezahlgewässern war riesig, unsere Ansprüche im Gegensatz zum Angebot eher gering. Keine Lodge, kein Strom und schon gar keinen akkurat erstellten Angelplatz. Dafür aber möglichst viel Natur, die Chance auf große Fische bei angemessener Dichte und genügend Platz zum Angeln, ohne nach Möglichkeit auf das Pavillon oder die Bierzeltgarnitur der anderen Gäste glotzen zu müssen! Kurzum, der erholsame Urlaub, den wir beide akkut nötig hatten.

Vorbereitung ist alles!
Nach langer Recherche kamen wir auf ein Gewässer mit einer Größe von 110 Hektar in mitten eines Naturreservats . Das Gewässer ist nur teilweise befischbar, die Angelstellen sind ausschließlich zu Fuß erreichbar und der See ist als tendenziell schwierigeres Gewässer einzustufen. Am „La Horre“ ist trotz massivem Krautaufkommen die Benutzung eines Bootes verboten, und da wir recherchiert hatten, dass die Fische bevorzugt weit draußen fressen, bot uns das Distanzangeln dort somit genug Platz für anglerische Herausforderungen. Die umliegende Natur und die Chance auf einen dicken Ausnahmefisch überzeugten uns schließlich dort zu buchen. Wie an jedem kommerziellen Gewässer, gibt es auch hier ein striktes Regelwerk. Dieses verbietet beispielsweise das Benutzen von geflochtenen Hauptschnüren und Snagleadern, sowie Haken mit Widerhaken. Sinnvolle Maßnahmen, welche sich vorbildlich im Erscheinungsbild der Fische widerspiegeln! Das Ziel war gesetzt, und um gut vorbereitet in den Urlaub starten zu können, passten wir unser Equipment auf die bevorstehende Situation an. Wir statteten unsere Rollen mit Subline Tapered Mainline aus. Eine Keulenschnur, die sich von 0,50mm auf 0,30mm verjüngt. Eine traumhafte monofile Weitwurfschnur, wenn man die Verwendung einer geflochtenen Hauptschnur umgehen muss. Das gesamte Endtackle wurde ebenfalls auf maximale Distanzen ausgelegt, da es je nach Wetterverhältnissen passieren kann, dass extreme Wurfweiten von 140m und mehr erreicht werden müssen.

Vom Pech verfolgt!
Als kurz vor der Abfahrt Michas Bulli zum wiederholten Male von einem Mader niedergestreckt wurde, mussten wir kurzfristig auf den Caddy von Nils zurückgreifen. Auch wenn der Caddy im Grunde schon nicht wenig Platz bietet, und das Tackle für eine Person problemlos aufnimmt, kommt man bei der doppelten Menge, samt Trolleys und einem sehr großzügigem Vorrat an Boilies und Partikeln dennoch schnell an seine Grenzen. Nach ewigem Hin und Her räumen absolvierten wir dann doch letztendlich den Tetris-Expertmodus und die Fahrt konnte endlich beginnen. Kurz vor der Ankunft in Lentilles im Department Aube (Champagne) schlug das Wetter schlagartig um. Starker Platzregen und ein wolkenbedeckter Himmel empfingen uns. Zum Glück war dies nur ein Schauer. Die Begrüßung vor Ort verlief problemlos, eine kurze Einweisung, ein netter Smalltalk mit den sympathischen Briten und schon konnten die letzten Autominuten in Richtung See angesteuert werden. Am Parkplatz angekommen begrüßte uns der berüchtigte Waldpfad, der den Weg zu den Angelstellen zeigt. Einige hundert Meter mit dem Trolly über Stock und Stein quer durch den Wald. Keine Spur von Paylakecharakter! Wir waren begeistert! Bei dem Regenwetter, war es wie an den großen Naturseen, kein leichtes Unterfangen, das gesamte Material an den Platz zu bekommen. Manpower war gefragt und so schoben wir unsere voll bepackten Karren durch knöcheltiefe Pfützen und Spurrillen.
Unser Swim war eine Augenweide, nachdem wir das überschwemmte Matschloch überwunden hatten, erreichten wir die kegelförmige Anhöhe inmitten von dichten Bäumen und Sträuchern. Direkt vor uns ein üppiger Holzsteg umsäumt von hochgewachsenem Schilf. Hier konnte man es aushalten. Eine ganze Woche voller Ruhe und Entspannung stand uns bevor, schnell waren die Zelte aufgespannt und das kleine Camp in minimalistischer Gewohnheit eingerichtet, sowie die Ruten montiert. Noch bevor die Spots lokalisiert werden konnten, gab Petrus noch einmal alles für uns. Ein weiterer Starkregen setzte ein. Schlimmeres gewohnt, zogen wir unbeeindruckt unsere Wathosen und die Regenjacken an und beeilten uns, die Ruten in den See zu bekommen. Dass dieser Dauerregen von nun an zur Tagesordnung gehören sollte, ahnten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht, und so verschoben wir, müde wie wir ohnehin mittlerweile waren, das obligatorische Kronenbourg auf dem Steg, kurzerhand auf den nächsten Tag. Ein schnelles Abendmahl und wir legten uns ab. ..

Los geht’s
Völlig unerwartet liefen im ersten Licht des Tages sofort zwei unserer Ruten, die wir am Vorabend beide auf 34 Rutenlängen geclipt hatten ab! Ein traumhaft gefärbter Spiegler und ein Schuppenknaller von 25,4kg. Was ein Einstand! Wir waren angekommen und voller Elan. Der immer wiederkehrende Dauerregen war uns vorerst egal. Hoch motiviert nutzen wir den gesamten Vormittag, um nun das gesamte Setup auf die Distanzen abzulängen, und wurden am Abend erneut mit 2 Traumfischen belohnt!

So konnte es weitergehen...

Pflicht am La Horre, dünnes Material

Die Waage kam oft zum Einsatz, sehr oft...

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