09.08.16

Regentanz und Büffeljagd 2 - Nils Elders und Micha Nürenberg

25,4 kg am ersten Morgen! Ein genialer Platz inmitten von Schilf und um uns herum ein uriger, moosbewachsener Laubwald, aus dem hunderte verschiedene Vogelarten lautstark ein atemberaubendes Konzert trällerten. Ein freier, unbebauter Blick auf den See erweckte ebenfalls nicht den Eindruck von irgendwelchen äußeren Einflüssen, wenn man von den Stangenbojen absieht, die unsere Plätze markierten! Hunderte Wasservögel bevölkern die weitläufige Fläche und machen das Angeln am La Horre zu einem wahrhaftigen Naturerlebnis. Wir hatten alles richtig gemacht mit der Entscheidung, hier her zu fahren, und spätestens jetzt war die Zeit gekommen unsere Vorurteile zum Paylakeangeln gründlich zu überdenken. Das Ambiente und die frühzeitigen Erfolgserlebnisse machten uns frei. Der Dauerregen und die Tatsache, dass wir die Angelei völlig unterschätzt hatten, sorgten allerdings dafür, dass dieser Trip alles andere wurde, als das entspannte Angeln, von dem wir geträumt hatten!

Zwar spielten uns die auflandigen Wetterfronten und der konstant niedrige Luftdruck tierisch in die Karten, weil die Fische bei solchen Bedingungen am La Horre etwas dichter an die Plätze heran kommen, aber der Wind drückt einem eben auch das treibende Kraut in die Schnüre. Mehrere Ruten, ohne Schnurbogen auf über 120m penibel auf einen kleinen Spot zu platzieren, ist schon ohne Wind eine Herausforderung. Mit böigem Seitenwind kann es in einer schmalen Krautschneise zeitweilig zur echten Tortur werden. Obwohl wir zwischenzeitlich sogar mit nur 2 Ruten gefischt haben, sorgten diese Bedingungen am zweiten und dritten Tag für pausenlose Arbeit. Ein endloser Kampf gegen Kraut, Wind und Verhedderungen. Ruten ablängen, verschlissene Schnüre erneuern oder im halbstündigen Takt ins Wasser steigen und das Treibgut aus den Schnüren befreien, bevor es die Montagen verzieht. Permanentes Gerödel eben, was man sich wahrscheinlich nur schwer vorstellen kann. Die Kräfte schwinden nach dem gefühlt tausendsten Gewaltwurf auf Maximaldistanz einfach und passt man eine Sekunde lang nicht auf und lässt zu viel Schnurbogen zu, wird diese Konzentrationsschwäche bitter mit einer üblen Verhedderung im Kraut bestraft. Die Gefühlslage war teilweise echt kritisch. Nie zuvor haben wir Verzweiflung, Erschöpfung und im nächsten Atemzug wieder das pure Glücksgefühl so nah bei einander erlebt wie bei diesem Trip. Einzig und allein die laufenden Fische und die Chance auf den ganz Dicken motivierte uns immer wieder, erneut dem Wetter zu trotzen und erst Ruhe zu geben, wenn alle Ruten wieder perfekt lagen. Ein eiserner Wille, der uns am dritten Tag zwar von fast jeglicher Nahrungsaufnahme abhielt, uns aber auch gleichzeitig jeweils unseren neuen Schuppen-Pb fangen ließ. Wir waren Maschinen. Egal wie nass, und egal wie hart unsere Arme brannten, wir wurden von Wurf zu Wurf akkurater und spielten uns tierisch aufeinander ein. Die Tatsache, das mittlerweile in beiden Zelten das Wasser stand und keiner von uns mehr ausreichend trockene Wechselsachen hatte, verdrängten wir gekonnt! Um nichts in der Welt hätten wir aufgegeben und den Platz jetzt verlassen. Man gewöhnt sich an ein Leben halb nackt in der Wathose, wenn man regelmäßig grandiose Fische abschöpfen darf. Sch**ß auf Erholungsurlaub, das hier war definitiv geiler. Wir hatten das Abenteuer gefunden, das wir hier mal wirklich nicht vermutet hätten.

Das Wasser stieg und stieg...

Krautprobleme? Kindergarten! Komm zum La Horre...

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