19.08.16

Regentanz und Büffeljagd 3 - Nils Elders und Micha Nürenberg

Erschöpfung, ein Zustand der beim Angeln eigentlich nicht wirklich vorkommen sollte. Unvorstellbar! Wir saßen tatsächlich an einem vor-gebuchten, ebenerdigen Platz, hatten einen perfekt ausgerichteten Steg vor der Nase aber waren verbraucht und erschöpft wie selten zuvor! In den letzten Tagen hatten wir es tatsächlich zeitlich kaum geschafft, eine anständige warme Mahlzeit zu uns zu nehmen. Zumindest nicht in Ruhe. Dieses nass-kalte Gefühl der Wathose auf der Haut. Die Grenzen zwischen Ekel und Abenteuerfreuden wurden von Tag zu Tag schwammiger. Aufhören oder pausieren? Keine Option! Die Fische buckelten auf unserem Platz und wir mussten es im Grunde "nur" schaffen, die Montagen ordnungsgemäß auf die erforderliche Distanz zu bekommen. Punktgenau! Die Arme brannten wie Teufel. Doch als eingeschweißtes Team pushten wir uns gegenseitig immer weiter. Pünktlich zu jeder vollen Stunden flogen die Spombs Richtung Marker. Wir waren der festen Überzeugung, dass das Einschlagen der Futterrakete den Fischen das Zeichen zum Buffet läutete. Oftmals kamen die Bisse kurz nach dem „Klatschen“ der Spomb. Außerdem konnte unser Einsatz bei diesen Bedingungen jetzt jederzeit den absoluten Außnahmefisch hervorbringen. Noch hatten wir drei Tage Zeit. Diese wollten wir so effizient wie möglich nutzen. Es hatte sich
eine Art von standardisiertem Alltag eingespielt. Eigentlich konnten wir längst zufrieden sein, was die Eindrücke und die Erfolge anging, doch wir wollten einfach Alles ausschöpfen. Die Chance die wir jetzt hatten, würde sich so schnell nicht wieder ergeben. Und es lief tatsächlich so weiter. Mit jedem Wurf, den man sicherer und präzise in den Clip wirft, steigt das Selbstvertrauen und man gewinnt alte Stärke zurück. Es macht tierisch Spaß, wenn man sich im Laufe der Woche merklich entwickelt und hilft einem letztlich enorm beim Durchhalten. Auch Petrus meinte es endlich „gut“ mit uns, denn in den letzten Tagen setzten immer wieder kurze Regenpausen ein. Wir probierten unsere nassen Sachen halbwegs zu trocknen. Sonnenschein suchten wir zwar vergebens, zumindest aber wurde es stundenweise trocken. Wir hatten uns mit der Situation arrangiert, dass die Liegen der letzte trockene Platz in unserem klammen Abenteuer waren. Zur vollen Stunde ließen wir die Spomb erneut fliegen und läutete damit die "Dinner Bell". Zeitgleich buckelten einige kapitale Karpfen und durchbrachen mit ihren großen Rücken die Wasseroberfläche. Es war gigantisch, es gelang uns die Fische am Platz zu halten. Natürlich muss man sagen, dass an einem Paylake die Wahrscheinlichkeit große Fische zu fangen deutlich höher ist, als an einem freien Gewässer, dennoch kann sich unser Ergebnis sicher sehen lassen. Eine ganze Reihe von 20kg Fischen, gefolgt von 4 Fischen über 25kg, wollen unter diesen Bedingungen erst einmal gefangen werden. Als krönenden Abschluss konnte Micha tatsächlich noch einen grandiosen
26,5kg Spiegler nachlegen. Das Bild von diesem Traumfisch spiegelt in perfekter Weise die Mischung aus Erschöpfung und riesiger Freude wieder. Viel mehr große Fische hätte wohl keiner von uns mehr stemmen können. Und eins steht für uns jetzt fest: Auch am „Paylake“findet man Abenteuer und wahrhaftige Glücksmomente!
Man muss sich nur darauf einlassen,
Nils und Micha

Wahrhaftige Glücksmomente!

Es hörte auf zu regnen, zumindest stundenweise...

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