22.05.19

Roadtrip mit zu schnellem Ende - Malte Brüninghoff

Wochenlang liefen die Vorbereitungen und nach viel zu langer Zeit des Wartens kam Tag X. Es sollte in den Urlaub gehen, genauer gesagt wollten mein bester Kumpel Alex und ich einen Roadtrip quer durch Frankreich machen. 2,5 Wochen lang raus aus dem Arbeitsalltag, der uns leider viel zu sehr im Griff hat, aussteigen und einfach nur die Seele baumeln lassen.


Unser erste Ziel war ein kleiner, intimer Kanal im Herzen Frankreichs. Schon auf dem Weg dort hin waren wir überrascht wie weit die Natur in Frankreich ist. Angekommen lief alles extrem leicht von der Hand. Wir liefen mehrere Kanalabschnitte ab und fanden nach kurzer Zeit Karpfen an der Oberfläche. Wir wollten die „Hit and Run“ Taktik fahren. Das bedeutet in unserem Fall Plätze und Strecken am Kanal mit attraktiven Citrus Boilies und Nüssen vorfüttern und immer nur eine schnelle Nacht dort zu angeln, um so viele Fische wie möglich anzusprechen und hoffentlich auch zu fangen auf den langen Abschnitten des Kanals.Das stundenlange Laufen durch die brennende Hitze wurde nach kurzer Zeit belohnt. Nach nur einer Stunde lag der erste Franzose auf meiner Matte. Wieder einmal ein Beweis dafür wie wichtig Location ist.
Nach 3 Tagen und mehr als 35 km die wir den Kanal hoch und runter gelaufen sind konnten wir satte 20 Fische fangen.
Nach wieder einmal viel zu viel Sonne überlegten wir, was man machen kann, denn wir waren viel zu übermüdet und wollten einen Tapetenwechsel. Kurzer Hand suchte ich einen kleinen See bei Google Earth heraus der rund 95km von uns entfernt war.
Dort angekommen sahen wir aus dem Auto heraus schon Fische springen. Auch hier lief es uns super leicht von der Hand. Wir fütterten mit dem Eazi Stick einen 50m langen Streifen mit rund 500g unserer attraktiven Citrus Boilies und legten 4 Ruten mit in Goo gesoakten Hakenködern auf das Feld aus kleinen Boilies. Unsere Favoriten hierbei sind ganz klar Squid Supreme und Wonderberry. Nach 6 Fischen innerhalb von 5 Stunden und nur einer Stunde Schlaf packten wir früh am Morgen ein und luden unser minimales Tackle in meinen Van. Nach 2 richtig starken Tassen Kaffee und einem spartanischen Frühstück bestehend aus Haferflocken und Bananen fuhren wir weiter.

Ein glasklarer, verwinkelter See mit mehreren Inseln wartete auf uns. Wir liefen zügig eine Runde um den See und konnten schnell 3 Fische springen sehen im zentralen Bereich des Sees. Zurück am Parkplatz sprangen wir ins Auto, gingen im Ort einkaufen und packten schnell unsere 7 Sachen für eine kleine Tagessession denn Nachtangeln ist leider verboten. Nach 3 Stunden angeln ohne Erfolg wollte wir einpacken und frühzeitig zum Parkplatz und anschließend zum nahe gelegenen Campingplatz fahren. Wir fühlten keine Vibes an dem See und wollten einfach nur schlafen um am nächsten Tag ausgeruht weiter in den Süden zu fahren. Am Parkplatz dann der Schock. Mein Van wurde in der kurzen Zeit die wir am angeln waren aufgebrochen und unser komplettes Tackle incl. Ruten, Zelte, Boote, ohne Ende Endtackle und rund 150kg Futter wurde geklaut. Fuck! Wir machten Fotos und schmissen ganz schnell unsere restlichen Sachen ins Auto und fuhren zur Hauptstraße in der Angst, dass die Täter wieder kommen und uns unsere letzten Sachen auch noch abnehmen. Nach kurzem Telefonat mit der Gendarmerie nationale wurde uns gesagt, dass wir am nächsten Morgen zur Station im Ort kommen sollen damit alles aufgenommen werden kann. Ein unglaublich netter deutscher Angler am See unterstütze uns mit Brolly und co. am Campingplatz, sodass wir wenigstens ein bisschen schlafen konnten – danke dafür Jonas! Auf der Polizei Station wurde alles aufgenommen und auch hier waren die Polizisten super bemüht, dass wir unser Zeug wieder kriegen. Nach guten 2 Stunden auf der Station ging es mit einer kaputten Scheibe, letzten Resten unseres Tackles und gemischten Gefühlen Richtung Heimat. Leider war es ein viel zu kurzer Urlaub mit viel zu viel Stress aber irgendwann kommt noch einmal unsere Zeit.

Malte Brüninghoff

PS: Mit diesem Update möchte ich alle Leser warnen. Passt auf euer Zeug auf und lasst es nicht naiv und unbeaufsichtigt wie wir im Auto liegen.

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