20.06.18

Sailingclub Lake #1 - Malte Brüninghoff

Im Dezember schrieb ich auf der Korda HP über „Neue Wege“ und wie gut es doch sei an neuen Gewässern zu angeln. Leider erreichte mich im April eine WhatsApp Nachricht mit nicht all zu schönen Infos. Meine Zielfische sind gestorben, der lange Winter und die komischen Temperaturen im Frühjahr hatten mächtig am Wohl der alten, urigen Fische genagt. Für mich bedeutet dies wieder einmal neue Wege zu gehen. Dieses mal an einen klaren, verkrauteten See an dem eine Ruderschule ist.

Freitag 14:30, pünktlich wie selten fahre ich meinen Computer auf der Arbeit runter und stempel mich ab. Wochenende. Fix 1-2 Sachen eingekauft beim Supermarkt um die Ecke und ich machte mich auf den Weg zu einem neuen Gewässer welches ich von nun an befischen wollte. Nach 45min kam ich am See an und lief direkt meine erste Runde. Umrandet von alten Bäumen, mit einer großen Insel mitten im See, einfach schön. Direkt bei der ersten Runde fand ich mehrere Fische in einer kleinen Bucht stehen, nahe der Segelboote. Nachdem ich die Runde beendet hatte bekam ich kurze Zeit später meine Lizenz am Parkplatz ausgehändigt. Es konnte losgehen. Schnell waren meine 7 Sachen an der nächsten Stelle zu dieser kleinen Bucht gebracht. Ich baute meine Liege auf und beköderte meine erste Rute mit einem PopUp am Multi Rig und warf ungefähr dahin wo ich die Fische gesehen habe. Tock! Harter Boden, schnell ein paar Boilies drüber gestickt mit dem Wurfrohr und ich war im Rennen. Meine anderen beiden Ruten legte ich außerhalb der Bucht im Freiwasser mit dem Boot ab in kleine, krautfreie Löcher. Hauptsache frei von Kraut und Fadenalgen war meine Devise. Durch mein Helicopter Setup sollte meine Montage sich gut auf den Schlamm legen. Es dämmerte schon leicht beim ablegen der letzten Rute. Kurze Zeit später lief auch schon die erste Rute im Freiwasser ab. Ich versuchte erst den Fisch vom Ufer aus zu drillen jedoch schwamm er sich kurze Zeit später fest. Ich ruderte mit der Rute zwischen den Beinen zum Fisch, trieb jedoch durch den Wind immer wieder ab. Die Schnur fing durch den Druck des Fisches an zu pfeifen im Wind, die 3,5lbs Rute war sehr stark gebogen. Irgendwann löste der Fisch sich aber aus dem dichten Kraut und kam an die Oberfläche. Im letzten Licht kescherte ich den Fisch. An meiner Stelle wieder angekommen ließ ich den Fisch im Kescher und hakte in vorsichtig ab. Ich schnappte mir meine Kopflampe vom Kopfteil meiner Liege, hing ein neues Blei ins Helisafe ein und legte die Rute wieder in das selbe Loch im Kraut ab. Als ich alles wieder liegen hatte baute ich meine Kamera samt Stativ auf und machte ein paar Bilder von dem Fisch. Der erste Fisch aus einem neuen Gewässer ist immer etwas besonderes meiner Meinung nach. Mit einem kalten Glas Rosé ließ ich im Schein einer flackernden Kerze den Abend ausklingen und reflektierte den vergangenen Tag. Kurze Zeit später legte ich mich auf meine Liege und schlief schnell ein. Gegen 4 Uhr piepte mein rechter Neville ein paar male. Das einzelne gepiepe entwickelte sich jedoch schnell in einen Run und ich stand wenige Augenblicke mit einer krummen Rute im Boot. Im Schein meiner Kopflampe konnte ich einen breiten Spiegler seine Bahnen ziehen sehen. Der Wind drückte mich immer weiter in die kleine Bucht. Mein Gegner am anderen Ende der Schnur ließ jedoch nicht nach und zog immer wieder in das dichte Kraut unter mir. Gut 15min später war er jedoch bereit um in den Kescher gezogen zu werden. Moah was ein Kreuz! Der 4er Choddy von meinem Multi Rig hing sauber in der wulstigen Unterlippe und hat sich trotz des harten Drills keinen einzigen Millimeter bewegt. Ich hing den Fisch kurz an die Waage und der Zeiger ging über 20kg, mehr brauchte ich in dem Moment nicht wissen. Ich habe einen Fisch des A-Teams gefangen und das in der ersten Nacht am See. How is your luck? Ich schrieb direkt einem guten Freund der nur wenige Kilometer entfernt auch am Angeln war ob er Fotos machen kommen kann. Er antwortete direkt und kam kurze Zeit später. Mit einem starken Kaffee aus der Bialetti standen wir beide am Ufer und ich erzählte ihm das Geschehene. Schnell waren die Bilder gemacht und der Fisch konnte zurück in sein Element. Entspannt setzte ich mich auf meine Liege und schaute mir die Bilder auf meiner Canon an. Den ganzen Morgen über sah ich immer wieder Fische rollen vor mir aber nichts passierte auf meine mittlere Rute. Ich band ein neues Vorfach mit einem kleinen Schneemann und legte die Rute ab wo ich die Fische zuvor gesehen habe. Nach nur 2 Stunden wurde die Mühe belohnt und ich stand schon wieder mit einer krummen Rute im Boot. Resultat war ein schöner Schuppi von 14kg. So „einfach“ habe ich es mir wirklich nicht vorgestellt, jedoch bekam ich direkt wieder einen Dämpfer und blankte die nächsten 24 Stunden.

In der nächsten Woche machte ich mir immer wieder Gedanken darüber wie ich meine Angelei verbessern kann an diesem See um mehr Fische anzusprechen. Ich entschied mich dafür 2 Ruten auf einen Spot zu fischen sofern ich eine Area finde die einiger maßen frei von Kraut ist sodass ich meine Montagen gut präsentieren kann. Am Mittwoch fuhr ich zum See und suchte mir einen Spot der sehr zentral liegt und recht sauber ist von Kraut. So erhoffte ich mir langziehende Fische abzufangen. Um den Kraut entgegen zu wirken fütterte ich eine gute Menge 12mm und 15mm Boilies sowie Tigers und gecrushte 16mm Halibut Pellets. Keine 24 Stunden später war ich nach der Arbeit wieder am See diesmal jedoch mit meinem Tackle im Auto. Dank Gleitzeit hatte ich den nächsten Tag frei und musste nicht arbeiten. Beim ablegen der Ruten viel mir direkt auf, dass der Spot sauberer geworden ist. Hier waren auf jeden Fall Fische am fressen. Meine 2 Ruten bestückte ich wieder mit einem Multi Rig aus 30lbs Kamo und aus einem einfachen Knotless Knot Rig welches auch aus Kamo bestand mit dem Hintergedanken, dass falls Bodenkraut vorkommen sollte sich das Rig einfach drauflegt. Ich fütterte wieder eine gute Menge an Boilies und Tigernüssen. Meine 3. Rute diente als Jokerrute die ich an ein kleines Plateau mit ein paar weißen Boilies legte. Entspannt setzte ich mich danach auf die Abhakmatte vor meiner Liege und tanke ein wenig Vitamin D. Den ganzen Abend über rollten und sprangen immer wieder Fische über meinen neuen Spot. Mit einem guten Gefühl legte ich mich hin. Um 5 Uhr klingelte mein Wecker und ich beobachtete das Wasser. Immer wieder sah ich Blasen auf meinem Spot. Erst um 7 Uhr lief die erste Rute ab. Ein herrlicher Spiegler landete nach kurzem aber harten Bootsdrill im Kescher. Gerade am Ufer angekommen biss der nächste Fisch. Am Ende waren es 3 Fische innerhalb von einer Stunde. Taktik ist aufgegangen! Tagsüber fing ich 2 Brassen und in der Nacht 8! weitere alle vom Format Klodeckel. Ich fütterte nach jedem Brassen nur verhalten 1-2 Kellen nach. 2 Stunden Schlaf waren mir jedoch zu wenig also fütterte ich beim letzten Brassen gut 3kg Boilies. Um kurz nach 10 wurde ich wach und stellte mir die Frage ob es zu viel Futter war da nichts gebissen hat. Diese Gedanken verflogen jedoch ziemlich schnell denn einer von meinen Nevilles zeigte mir einen langsamen Biss an, für mich hieß es wieder direkt zum Fisch hin rudern. Ein langer, fast schwarzer Schuppi zog seine Bahnen unterm Boot und kurze Zeit später lag er in den Maschen meines Keschers. Ein paar Bilder mit dem Selbstauslöser gemacht und schon konnte der schwarze Schuppenkarpfen wieder schwimmen. Noch kurz genoss ich den Moment und packte in der Mittagshitze meine Sachen ein und fuhr nach Hause.

Ich bin gespannt was in den nächsten Wochen passieren wird, wie sich die Angelei entwickelt und welche Taktik ich fahren muss um weiterhin konstant Fische zu fangen.

Malte Brüninghoff

Good vibes!

Volle Breitseite.

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