10.12.18

Sailingclub Lake #3 - Malte Brüninghoff

Im letzten Jahr schrieb ich auf der Korda Website über „Neue Wege“ und wie gut es doch sei an neuen Gewässern zu angeln. Leider erreichte mich im April eine WhatsApp Nachricht mit nicht all zu schönen Infos. Meine Zielfische sind gestorben, der lange Winter und die komischen Temperaturen im Frühjahr hatten mächtig am Wohl der alten, urigen Fische genagt. Für mich bedeutet dies wieder einmal neue Wege zu gehen. Dieses mal an einem klaren, verkrauteten See an dem eine Ruderschule ist.

Wow! Wie schnell am Ende dann doch das Jahr vorbei ist. Mittlerweile ist Dezember und die letzten Tage des Jahres kann man an 2 Händen abzählen. Wirklich vieles ist passiert in den letzten Wochen und Monaten.
Mein Urlaub in Frankreich waren nur 6 Angeltage am heiligen Lac de St. Cassien mit meinem Buddy Pierre Lehe. Mit nur einem mitte 30er Schuppi auf meiner Habenseite war es nicht der größte Erfolg aber dennoch sehr wichtig für mich denn es war mein aller erster Trip nach Frankreich.

Von angenehmen 35 Grad in Südfrankreich ging es in eine enorme Hitzewelle und drückenden, ekeligen 35 Grad in Norddeutschland. Jeder kennt das Gefühl welches ich meine. Um den Fischen, an dem nur 5m tiefen Sailingclub Lake, Ruhe zu geben ging ich 5 Wochen nicht dort angeln. Die Fische waren mit sich selbst mehr beschäftigt denn das Wasser hatte mehr wie 23 Grad Temperatur, das Kraut wurde immer dichter und bedeckte gute 90% des Sees bis an die Oberfläche.

Ich hoffte auf gutes Karma, dass ich alles im Herbst wieder bekomme.
Nach einem weiteren Trip nach Frankreich Mitte September war für mich die Zeit gekommen. Der Kopf war frei und der Tunnelblick den ich bekommen habe war mittlerweile auch weg. Ich konnte wieder nach links und rechts schauen und die kleinen Dinge erkennen die oft den Unterschied machen.

Durch den super heißen Sommer waren die Krebse aktiver denn je und die einzige Lösung waren nur noch Super Wrap zum einschrumpfen des Hakenköders, steife Vorfächer aus Dark Matter Coated und IQ Fluocarbon und schwere Inline Bleie. Durch die 5-6oz schweren Inline Flat Pears können die Krebse die Montage nicht mehr von dem sauberen Spot wegziehen in das dichte Kraut. Das steife Vorfachmaterial ist essentiell, falls die Krebse mit dem Köder spielen, damit es sich Unterwasser nicht verdreht und immer noch fähig ist einen Fisch zu haken. Super Wrap schützt den Hakenköder vor den Scheren der Krebse und ist bei richtiger Anwendung die beste Lösung wenn man einen Boilie als Hakenköder fischen möchte.
Für den Herbst wollte ich mir neue Spots suchen und diese anschließend mit größeren Mengen der neuen Zitronen-Kohlenhydrat Kugel von HZ-Baits aktivieren. Mein Plan war es den Herbst über wöchentlich 2-3 mal jede Woche die Spots zu präparieren damit die Fische die Plätze immer wieder aufsuchen und ungestört dort fressen können, ein klassischer Futterplatz also.

Grundvoraussetzung war für mich, dass die Spots sehr entral und so tief wie möglich liegen. Dies hat 2 Gründe. Auf der einen Hand ist der See sehr flach und kühlt schnell aus somit suchen die Fische die tieferen Bereiche recht früh im Herbst auf. Auf der anderen Hand konnte ich die letzten Sessions über erkennen, dass die Fische immer im zentralen Bereich des Sees vorbei kommen und dort auch häufig fraßen.

„Wer säht der wird ernten“, eine typische Phrase eines Karpfenanglers aber genau das war mein Herbst. 200-300km fuhr ich jede Woche nur um meine Plätze zu füttern. Jede Nacht die ich Zeit hatte, verbrachte ich am Wasser und die Mühe wurde belohnt,denn es wurde mein bester Herbst den ich jemals hatte.

Warum war es so? War es das gute Karma aus dem Sommer weil ich den Fischen Ruhe gegeben habe? War es die Belohnung für die harte Arbeit die ich mir jede Woche gemacht habe? Lag es an der Zitronen Kugel die ich geangelt habe? Fragen über Fragen.

Der Gedanke, dass es eine Mischung aus allem ist gefällt mir am besten und gibt mir das Gefühl von Erfüllung. Mit einem neuen Personal Best, langen dunkeln Schuppis, großen runden Spieglern und vielen weiteren schönen Impressionen auf der Festplatte schließe ich mein Kapitel 2018 an dem Sailingclub Lake.
Nächstes Jahr geht es weiter, denn mein Zielfisch der schwarzgraue Schuppenkarpfen geht mir nicht aus dem Kopf – ich muss ihn fangen.

Malte Brüninghoff

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