27.05.16

Schwieriges Frühjahr - Kai Lander

Hier bei mir, in Ostbrandenburg, war im April vom Frühling bis auf einigen Ausnahmen selten etwas zu spüren. Das Wetter spielte April typisch verrückt, teils mit winterlichen Zügen. Es war das reinste Desaster. Dieses ständig wechselnde Wetter spiegelte sich natürlich negativ auf die Aktivität der Fische wieder. Eine fischlose Session folgte auf die andere. Da ich kein Angler bin, der Blanknächte einfach hinnimmt, wirkte sich das nicht positiv auf meine Laune aus...
Dazu gesellte sich noch, dass ich einen unter Mühen aufgebauten Platz am Fluss nicht beangeln konnte. Der Außenborder machte Probleme und ohne diesen Motor war ein Herankommen an meinen Angelplatz nicht möglich. Nach diesem Ereignis Mitte April hatte ich die Nase gestrichen voll vom Angeln und vor allem vom Wetter. Meine Motivation war komplett verflogen. Ich ließ den April April sein und widmete mich dem Boilierollen, um die nächsten Monate aus den Vollen schöpfen zu können. Am 30.4., es war der erste wärmere Tag seit langem. Die Sonne hatte einiges an Kraft gewonnen. Das Wetter musste ich nutzen und unternahm einen Spaziergang mit meinem Hund am Flussufer entlang. Überall spross zartes Grün und im Wasser war viel Aktivität zu beobachten. Es juckte förmlich in den Fingern, ich musste unbedingt raus ans Wasser, Fallen stellen. Was solch bisschen warmes Wetter bewirken kann. Meine Motivationslosigkeit war verflogen. Am 1. Mai sollte es über Nacht ans Wasser gehen. Nur wohin? Der Außenborder war immer noch in der Werkstatt, damit kam der Fluss nicht in Frage. Meine Wahl fiel auf einen großen Natursee mit geringem Karpfenbestand, lange dunkle Spiegler ziehen dort ihre Runden. Es war schon 3 Jahre her, als ich das letzte Mal dort angeln war. Der Luftdruck mit 1026 hPa war nicht gerade ideal, aber egal, ich wollte nur noch angeln.

Ich entschied mich für eine große flache Bucht, die im Schnitt nicht tiefer als 1,50m ist. Im kleinen Boot ließ ich mich einige Zeit durch die Flachwasserzone treiben. Ich wollte erst nach Fischen suchen, bevor ich mich für einen Spot entschied. Der See lag wie ein Spiegel. Und da war es, nach was ich suchte, Bewegung im Schilf. Vereinzelt bogen sich Schilfhalme langsam weit auseinander. Das konnten nur Karpfen sein, vielleicht eine Handvoll. Der Erste erschrak und hinterließ nur noch einen Schwall. Bingo! Hier bin ich jetzt genau richtig. Schnell wurden meine zwei Montagen auf dem mit Kraut überzogenen Grund gelegt. Fruit-Tella Wafters zog ich auf meinem Standard 30lb Kamo Blow-Back Rig auf. Der Wide Gape XX in Größe 4 und ein schweres Grippa Blei am Hybridclip sowie einige Meter 65lbXT Shockleader waren genau richtig für diese Situation. Selbst gerollte Birdfood Boilies mit Mainline Tutti Frutti Flavour versehen in unterschiedlichen Formen und Durchmessern sollten es richten. Ein Kilo von den Murmeln schleuderte ich hoch in die Luft, sodass ordentlich Radau beim Auftreffen auf der Wasseroberfläche entstand. Dies praktiziere ich sehr gerne, hat es doch schon oft zum gewünschten Erfolg geführt. Der Abend neigte sich dem Ende und die Dunkelheit hielt Einzug. Völlig gelassen saß ich am Ufer und genoss die Stille. Und da war es auch schon, zwei einzelne Pieper und der Blank war krumm. Es folge ein harter Drill, musste ich doch den Fisch aus dem Hindernis heraus bekommen. Etwas brachial aber es ging gut, das Blei klinkte sich aus und der Haken saß perfekt. Ein langer dunkler Spiegler beendete die blanke Serie. Das tat gut. Die restliche Nacht über blieb es ruhig. Die Karpfen waren aus der Bucht rausgezogen, aber an Schlaf war nicht zu denken. Vor lauter Aufregung hab ich kein Auge zubekommen. Konnte ich es doch kaum erwarten, bis der nächste Run erfolgt. Im Morgengrauen kam wieder Leben in das flache Wasser. Langsam schob die Sonne sich über die Baumkronen hoch und der erste Fisch des neuen Morgens zappelte bereits im Kescher. Es gelang mir, noch 3 Fische aus den Hindernissen zu ziehen. Besser konnte der Tag nicht beginnen. Der Knoten war endlich geplatzt. Für meine Motivation war diese Kurzsession genau das Richtige. Ab jetzt konnte es richtig losgehen.
Allen eine schöne Zeit am Wasser
Kai Lander

Der Wafter wird es richten

Schickes Schuppenbild

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