17.05.16

Sinne schärfen, Fallen stellen III - Andreas Hetzmannseder

Willkommen zurück im Fangrausch. Nach einigen Strapazen lief es endlich wieder wie am Schnürchen. Der Sturm mobilisierte die Fische und sie sammelten sich in dem tiefen Areal, indem wir, nach hohem Aufwand, 2 kleine Krautlöcher ausfindig machen konnten. Nachdem der erste Tag an unserem neuen Platz schon besser als erhofft über die Bühne gegangen war und wir mit sechs Fischen auf dem Konto von Dannen zogen, war eins klar. Hier kann noch viel passieren und hier wird auch noch viel passieren. Die Wetterbedingungen sollten unbeständig bleiben und wir hatten einen Platz gefunden an dem sich die Fische aktuell aufhielten. Außerdem wurde der Platz schon lange nicht mehr beangelt. Perfekte Voraussetzungen. Wenn Du solche Spots klug beangelst, was heißen soll, diese nicht gleich von Beginn an täglich mit Schnüren und Montagen zu bespicken, so kann man in Bereichen wo sich im Frühling viele Fische sammeln wahre Sternstunden erleben. Nur selten im Jahr verteilt sich ein mengenmäßig derart großer Anteil an Fischen in einer prozentuell kleinen Wasserfläche wie im Frühling. Eben dort, wo die Wassertemperaturen am konstantesten sind. Bei wechselhaftem und kühlem Aprilwetter, war die Wassertiefe von 5m also ganz gut.

Jetzt läuft's besser tief

Mein Favorit zum Soaken von Pop Ups

So nahmen die Dinge nun ihren Lauf. Nachdem der erste Tag recht viele Bisse brachte, kamen wir 3 Tage später wieder zurück und beangelten die beiden Spots immer abwechselnd um das Vertrauen der Fische nicht zu hart auf die Probe zu stellen. Mal angelte Felix, mein Bruder, den Platz für einen Tag alleine. Einige Tage später beangelte Ich ihn wieder. Eine gute Taktik, wie sich herausstellen sollte. Kein einziges Mal gingen wir blank nach Hause. Gerne erinnere ich mich an einen Montagmorgen Mitte April zurück. Fröstelnd versuchte ich im Dauerregen meine Rigs frühmorgens auf die Spots zu befördern. Diese liegen nur knapp unter 100m Wurfdistanz und sind nicht allzu groß, mit viel Kraut ringsherum. Brausender Westwind, der beim Werfen immer und immer wieder seitlich einen Bogen in meine Schnur zog machte es zu einer ziemlichen Tortur die Montagen exakt in die Krautlöcher zu bugsieren. Kam nach vielen Würfen aber der ersehnte „Tock“ in der Rute, was an der Dehnungsarmen Touchdown, einen klaren, harten Untergrund vermittelt, so lagen die Rigs nicht lange still. Die Fische drehten frei und ich war nur mehr euphorisiert von den Wahnsinnsfischen die sich da im Keschernetz wälzten. Das unbestrittene Highlight war ein mächtiger, charakteristischer Schuppenkarpfen von erneut über 25kg. Nein, ein besseres Frühjahr hatte ich noch nie erlebt. Viel Aufwand, Energie und vor allem Zeit flossen in den letzten Wochen in die Angelei an diesem Baggersee, aber die Ergebnisse sind noch besser ausgefallen, als ich mir das jemals vorstellen traute. Meine Lernunterlagen für die Uni mussten ebenfalls oft mit ans Wasser, denn ,wenn die Bedingungen perfekt sind und Du etwas Zeit ausschlagen kannst, musst du ganz einfach Angeln gehen. Gerade an stark beangelten Gewässern, oder diesen Szenepools, wo viele, darunter auch sehr gute Angler, ihre Fische fangen wollen, ist es oft um ein vielfaches einfacher wochentags einen Biss zu bekommen, als das am Wochenende der Fall ist, wo immer viele Schnüre im Wasser sind und die Fische den Braten schnell riechen.
Andi Hetzmannseder

Erneut über 25 Kilo - was für ein Frühjahr!

Schuppen wie Apfelscheiben

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