25.10.16

Stück für Stück zum Glück - Felix Hetzmannseder

Ein verwunschener See inmitten der Au ist mein Ziel. Dort, wo man die Natur noch in ihrer vollen Pracht erleben und spüren kann, ohne Badegäste oder anderen Störelementen. Wo Wald, Wiese und Wasser sich die Landschaft auf ihre Weise teilen. Lediglich ein Jäger, der mich ab und an fragt wie es gerade mit den Karpfen läuft, kreuzt meinen Weg. “Es gibt hier nur wenige Karpfen, aber heute passen die Bedingungen, mal sehen was die kommende Nacht bringt.“, hat er schon des Öfteren zu hören bekommen. Machen sich die unzähligen Stunden hinter den Ruten hier irgendwann bezahlt, oder die viele Zeit, die ich mit Location und Vorbereitung hier schon verbrachte?

Definitiv, denn je länger man die Geschehnisse und das Treiben am Wasser verfolgt desto mehr lernt man ein Gewässer einzuschätzen. Mit Taucherbrille und Schnorchel bewaffnet erkundete ich schon im Frühsommer die interessantesten Spots um die Unterwasserlandschaft besser kennen zu lernen. Mit dem Hintergrund eventuelle Pfade, die Fische oft queren, auszumachen. Angefangen habe ich mit dem Suchen von markanten Spots im See, seien es Plateaus, Abbruchkanten oder lediglich krautfreie Spots. Verteilt über der gesamten Wasserfläche habe ich mir diese im Hand-GPS abgespeichert und mir ein Netz an interessanten Spots aufgebaut. So kann ich abends, nach der Arbeit, möglichst rasch und unauffällig meine Ruten platzieren, und sicher sein, dass diese akkurat liegen. Angekommen am Wasser wandere ich meist eine Runde am Ufer entlang, um mir einen aktuellen Überblick zu verschaffen. Zeigen sich Fische in einem bestimmten Bereich oder gibt es Anzeichen auf Aktivität, so lasse ich einen vorgefütterten Platz gerne auch mal links liegen und versuche die Karpfen instant zu beangeln. Mit dieser Methode waren die Erfolge oft schon besser als stupide an Futterplätzen Nächte runterzudrücken.

Eine weitere Frage die immer wieder in meinem Kopf herum schwirrt ist, wie viele verschiedene Fische überhaupt in diesem verflixten Waldsee schwimmen? Die Reise beginnt für mich gerade, einige Fische landeten mittlerweile schon im Netz und so setzt sich das Puzzle Teilchen um Teilchen zusammen. Genau diese schwierigen Umstände üben irgendwie ihren eigenen Charme auf mich aus und fesseln mich. Wenn das Ziel nicht bei möglichst vielen und großen Fängen liegt, sondern bei dem ein oder anderen ganz besonderen Fisch, muss man unweigerlich auch lernen, mit Durststrecken umgehen zu können. Um neben einem stressigen Job und sozialen Kontakten Nächte am Wasser verbringen zu können, bedarf es einer genauen Zeitplanung. Dies habe ich mir durch den Kauf eines VW Busses ermöglicht, welchen ich mittlerweile bei Worknights als Bivvy nutze. So bin ich wahnsinnig flexibel und kann auch zwischen den Arbeitstagen hart am Fisch sein. Gerne setze ich dabei Wafters von Mainline an Kombi-Rigs in Verbindung mit Krank-Haken ein. Dabei stelle ich meist kleine Fallen mit nur wenig Beifutter und versuche gezielt einzelne Fische zu fangen. Diese Taktik funktioniert für mich aktuell ganz gut und brachte mir in den letzten Wochen zwei ganz besondere Fische. Stück für Stück lüftet sich so das Geheimnis um den verwunschenen Waldsee.
Ich wünsche euch einen erfolgreichen Herbst. Fangt was!


Höchste Zeit zum Gas geben, der Herbst ist da!

Yes, mächtiges Puzzle-Teil mit 27,4 Kilo!!!

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