20.03.15

Stürmische Zeiten - Andreas Hetzmannseder

So langsam kommt die neue Saison in Schwung, auch in Österreich. Andi berichtet von seinem Saisoneinstieg:

Es geht wieder los. Die Oberflächen der Gewässer in meiner Region sind nun endlich wieder in den flüssigen Zustand übergegangen und schön langsam finden sich an den Ufern sogar die ersten Frühlingsboten in Form von sprießenden Blumen.
Von Winter konnte man heuer eigentlich nicht sprechen. Viele Angler in meiner Region haben ihre Herbstangelei bis weit in den Dezember hinein gezogen und sogar nach dem Jahreswechsel fand man hin und wieder Angler an den Ufern. So gegen Ende Jänner war es dann aber soweit und die Gewässer sind über Nacht unter einer festen Eisschicht verschwunden und plötzlich wurde es still. Der Lauf der Natur eben, für ein Gewässer ist so etwas bestimmt nicht immer von Nachteil. Mehrere Wochen schaltete alles, was unter Wasser so kreucht und fleucht auf Sparflamme.

Schon gegen Ende Februar stattete ich meinem favorisierten Frühjahrsareal an einem Baggersee einige Besuche ab und verfolgte akribisch das Wettergeschehen. Einige sonnige Tage waren nötig, um den Winter an den Gewässern zu vertreiben. Doch nun, Mitte März, sieht die Situation schon wieder ganz anders aus. Seit gut 3 Wochen ist die Eisdecke verschwunden, der Frühling nimmt endlich Fahrt auf und seither ist schon viel passiert. Für die ersten Sessions wollte ich mindestens 12-16 Stunden am Stück am Wasser verbringen, um mir somit gleich von Beginn an einen guten Überblick über die aktuelle Situation am Wasser zu verschaffen und mich auf den natürlichen Rhythmus des Gewässers einstellen.

Meine Ruten bestückte ich beide mit Chod Rigs und kleinen, gesoakten Pop ups und platzierte diese anfangs in verschiedenen Wassertiefen. Eine Taktik die ich im zeitigen Frühling gerne anwende, um zu sehen wo mit Fischen zu rechnen ist. Kommt einige Tage oder vielleicht Wochen später gutes Fangwetter, brauche ich mir darüber nicht mehr den Kopf zerbrechen. Obwohl es in unseren Seen unter Wasser noch sehr winterlich kalt ist und die Wassertemperaturen die magische 8°C-Marke noch nicht knacken, verrieten die Brassen schon in den ersten Sessions wo die heißen Bereiche liegen. Im Moment angle ich zwischen 4 und 5 Metern Wassertiefe, da sich dort die meisten Bisse einstellten.

Am vergangenen Wochenende sollte sich die akribische Vorbereitungszeit dann bezahlt machen. Als ich Freitagabend den Wetterbericht checkte und bemerkte, dass der Wind deutlich stärker werden würde als die vergangenen Tage, war sofort klar, dass es jetzt zählte! Die Chance auf einen dicken Fisch noch so früh im Jahr, war seit der Schmelze noch nie höher. Der erhoffte Wind kam und zwar nicht zu knapp. Sonntagmittag entwickelte sich ein böiger Föhnsturm, fegte über mein Gewässer hinweg und mischte die Wasserschichten ordentlich durch – Vollzirkulation. Genau darauf hatte ich gewartet. Mein Brolly flog mir regelrecht um die Ohren und an gemütliches Angeln war nicht zu denken, aber die Fische wurden mobil und somit fangbar. Der erhoffte Dicke biss gegen 16 Uhr nachmittags auf 4 Metern Wassertiefe! Ja, jetzt geht es richtig los ☺
Grüße, Andi

News ArchiveNEWS ARCHIVE

ARCHIVE