09.12.14

Tom testet - Apex und XT Snagleader

Thomas 'Tom' Talaga ist der erfahrenste Angler im Team. Er nähert sich dem 30. Jahr Karpfenangeln. Als Mitarbeiter in einem großen Angelfachgeschäft ist ehrliche Beratung sein Tagesgeschäft. In seiner neuen Kolumne „Tom testet“ stellt er neue Produkte vor und beschreibt, wann wir sie einsetzen sollten und wann vielleicht besser nicht. Diesmal: Apex Braid und XT Snagleader

Wahrscheinlich kennen Sie so ein Szenario ebenfalls? Piiiep, piiiiep, endlich ertönt das langersehnte Geräusch meines Bissanzeiger. Der Hanger schwebt ganz langsam in die Höhe. Ich erwarte, dass die Schnur damit beginnt von der Rolle abzulaufen und die Rotation meiner Spule startet. Geschwind stehe ich auch schon vor meinen Ruten. Doch was ist denn jetzt los? Exakt genauso wie es zuvor begann, verstummt dieses Piepen nun wieder völlig abrupt. War alles etwa nur ein Fake meiner Wahrnehmung? Nein, denn ein einziges Detail gestaltet sich jetzt absolut gegensätzlich: Die Schnur dieser Rute ist komplett durchgefallen und der Hanger hängt leblos und schlaff herunter. Nach dem widerstandslosen Einkurbeln stelle ich fest, dass meine Schnur gekappt ist. Das Ende wirkt wie von einer scharfen Rasierklinge durchtrennt.

Obgleich ich an dem betreffendem Gewässer genau weiß, was mich unter Wasser erwartet, damit hätte ich wahrlich nicht gerechnet. Trotz der unzähligen Muscheln, bisher hatte ich mit der dicken Mono noch jeden Fisch bändigen können. Leider nur bisher… Ich fische hier gut 90 Meter weit raus. Das Wasser, über das ich hier hinwegfische, ist mit rund zwei bis drei Metern sehr flach. Zudem ist der Gewässerboden dieses Bereiches mit Schotter und dicken Steinbrocken übersäht. Ja, hier gibt es auch Dreikantmuscheln. Kaum zu glauben, wie viele es davon gibt. Mein starkes Monofilament konnte dies ungezählte Male bezeugen. Nach einem erfolgreichen Fangerlebnis war es stets ganz gut aufgeraut. Doch niemals zuvor so heftig, dass es im Anschluss daran riss.

Noch am Wasser erinnerte ich mich an die interne Ankündigung des neuen Geflechtes von Korda. In ihrer Beschreibung wurde Apex mit schwimmend und extrem widerstandsfähig betitelt. Beim nächsten Fischen waren meine Daiwa`s hiermit bestückt. Bereits beim Aufspulen an der Spulmaschine fiel mir ihre heftige Beschichtung direkt ins Auge. Selbst nach dem anschließenden Händewaschen wirkten die Finger meiner Hand, mit denen ich zuvor die Schnurverlegung auf den Spulen bestimmte, wie eingewachst. Nach dem Auslegen meiner Montagen am Wasser, erhielt ich die Bestätigung meiner Annahmen. Die neue Apex besitzt einen mehr als nur deutlich wahrnehmbaren Auftrieb. Und das Beste daran war, das Zeugs schien wie für meine Zwecke gemacht. Ungespannt schwamm sie von der Einwurfstelle bis zur Rutenspitze komplett auf der Oberfläche auf. Mit diesem heftigen Auftrieb meiner neuen Hauptschnur gewappnet, war ein Bodenkontakt kaum noch vorstellbar. Nach dem Einwerfen der Montagen die Rutenspitzen leicht ins Wasser getaucht und die Stöcke so positioniert auf die Bissanzeiger ablegen. Danach die Schnur auf das gewünschte Level nachspannen und die Apex etwas unter die Wasseroberfläche ziehen. Ach ja, am Ende der Apex montierte ich noch eine etwas 10 Meter lange, extrem resistente Schlagschnur.

Mit der 0,65 Millimeter starken XT Snag Leader, so heißt die ebenfalls neue Schlagschnur von Korda, experimentiere ich schon seit mehreren Jahren. Bei extremen Hindernissen haben mir die Prototypen bisher immer bestmöglich zur Seite gestanden. Meine Hindernismontage komplettierte nun noch ein starker, etwa einen Meter langer Leadcore Leader, vor dem ich ein Absenkblei montierte. Diese beiden Utensilien bewirken, dass zumindest der letzte gute Meter meines Setups nicht verräterisch in die Höhe aufsteigt. So vermindere ich mögliche Schnurkontakte der Fische im direkten Umfeld meines Hakenköders.

Ach ja, da ich zum Ausbringen der Montagen kein Boot verwendete, sondern auf das Werfen angewiesen war, stoppte ich das Absenkblei kurz vor dem Leader. Hierzu verwendete ich einem selbstgebundenen Stopperknoten aus Marker Elastic. Im Falle eines Problems konnte dieses dann einfach darüber hinweg rutschen.

Dieses Setup erwies sich als absolut situationsgerecht. Mehr noch, bis auf den normalen Verschleiß der letzten Komponenten im Hakenbereich, konnte ich hingegen an der Apex noch keinerlei, alterbedingte Zeichen der Zeit feststellen. Und besonders wichtig für mich : Ich bekam hiermit ausnahmslos jeden Fisch sicher bis in meine Keschermaschen. In dem besagten Gewässer gehört so etwas wahrlich eher zur Ausnahme und nicht zum Tagesordnungspunkt. Unzählige, mit Muscheln überwucherte Hindernisse und meine Zielfische sind hier auch nicht unbedingt mickrig, noch schwächlich auf der Brust, grins…
Wofür die neue Apex allerdings absolut nicht geeignet ist, möchte ich an dieser Stelle natürlich auch nicht verschweigen. Für lehrbuchmäßiges Distanzfischen, vielleicht noch dazu an Großgewässern mit regelmäßigem Bootsverkehr, halte ich sie wegen ihres heftigen Auftriebes für äußerst ungeeignet.

Bis zum nächsten meiner Testberichte, wünsche ich Ihnen viel Erfolg!
So long,
Tom

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