06.10.15

Tom testet - XX Kurv Shank und XX Wide Gape

Thomas 'Tom' Talaga ist der erfahrenste Angler im Team. Er nähert sich dem 30. Jahr Karpfenangeln. Als Mitarbeiter in einem großen Angelfachgeschäft ist ehrliche Beratung sein Tagesgeschäft. In seiner neuen Kolumne „Tom testet“ stellt er neue Produkte vor und beschreibt, wann und wie er sie einsetzt. Diesmal: XX Kurv Shank und XX Wide Gape

Auf der Pirsch nach ungewöhnlichen Einzelfischen, die nicht schon unzählige Male gefangen wurden, beschreite ich nur in Einzelfällen die üblichen, ausgetretenen Pfade. Vielmehr suche ich mir meine ganz eigenen Wege, um an diese besonderen Unikate zu gelangen. Außergewöhnliche Fänge erfordern halt oftmals auch außergewöhnliche Gangarten! Als Grundlage für so manches Überraschungsergebnis ist für mich die richtige Auswahl meiner Spots immens entscheidend. Von daher scheue ich mich nicht davor, Bereiche zu befischen, die für die Kollegen als unbefischbar abgestempelt werden. Hindernisse ziehen Karpfen einfach magisch an! Doch mit normalem Gerät werde auch ich in solchen Fällen auf verlorenem Posten stehen. Hier muss einfach alles passen und damit gleichfalls auch deutlich kräftiger ausfallen als beim Freiwasserfischen. Dickdrahtige, extrem starke Haken sind dafür das A und O. Vor gut eineinhalb Jahren habe ich zum ersten Mal die Bekanntschaft mit den XX-Versionen des Kurv Shank und des Wide Gape Hakens gemacht. Zum besagten Zeitpunkt erreichten mich zwei Tütchen mit Mustern dieser beiden Testvarianten. Hierbei handelte es sich ausnahmslos um „Eisen“ der Größe 4. Als bekennender Kleinhakenfetischist, in der Regel zählte damals ein 8er Häkchen zu meinem Standardrepertoire, kamen mir diese Muster wie Anker vor. Gefühlt wog so ein „Teil“ so viel wie ganze fünf meiner „Normalos“! Doch da alsbald für mich ein Hindernisfischen der extremsten Art ins Haus stand, experimentierte ich mit ihnen was das Zeug hielt und versuchte, meine Vorurteile so gut es ging zu unterdrücken.

Oh ja, ganz besonders die großen Kurvs hatten es mir rein optisch gesehen, direkt von der ersten Minute an, angetan. Mit ihren sehr ungewöhnlichen, überlangen Spitzen wussten sie mich gleich zu überzeugen. Dazu sollte ich wohl erwähnen, dass lange Spitzen weit leichter in ein Karpfenmaul eindringen. Besonders beim extremen Hindernisfischen kann so ein Umstand allein schon über Fangen oder Ausschlitzen entscheiden. Gebe ich dem Fisch keinen Millimeter Schnur, muss mein Haken so rasch wie nur eben möglich bis zum Anschlag im Maul des Fisches verschwinden. Nur dadurch bietet der verwendete Haken den kleinstmöglichen Hebel und arbeitet nur noch in geringem Maße im Fischmaul. Gleichfalls reduziert sich damit auch die Belastung, die auf den Haken wirkt. Wie Sie sehen, wirkt sich das Ganze wie eine Art von Symbiose aus. Und da meine Testhaken auch über eine gute „Grundschärfe“ verfügten, war auch ein arbeitsintensives und zeitraubendes Nachschärfen nicht mehr notwendig. Nur ein paar wenige Schleifbewegungen und ich besaß einen von der Theorie her absolut genialen Haken für mein Vorhaben. Zunächst einmal fischte ich aber beide Versionen an meinen heimischen Gewässern. Ich muss sagen, gleich die ersten Karpfen saßen derart bombenmäßig am Stahl fest, dass mir das Entfernen der Haken einige Mühe kostete. Absolut top! Mit jedem weiteren, ebenso sicher gelandeten Kandidaten wuchs so natürlich auch mein Vertrauen in die für mich immer noch übergroß erscheinenden Greifer. Bei diesen Tests fischte ich den Kurv einfach nur semi steif an durch gebundene Kamo in der Version von 30 englischen Pfund. Nur mein Haar entcoatete ich und versah es zwecks besseren Eindrehens mit einem kleinen Stückchen Kunststoffschlauch am Bogenanfang des Hakens. Ein großer Sinker, den ich teils noch mit einer guten Portion Putty (Knetblei) ummantelte und etwa fünf bis zehn Zentimeter vorm Haken fixierte, komplettierte meine simpel aufgebauten Montagen. Nur beim Wide Gape XX nahm ich zur exakten Bestimmung des Austrittswinkels meines Vorfaches etwas Schrumpfschlauch zur Hand. So ausgestattet, fingen die beiden „Neuen“ quasi wie auf Bestellung!

Beim späteren Hinderfischen konnten die starken Typen dann endlich zeigen was in ihnen steckt. Und genau das taten sie auch. Sie überzeugten mich derart klasse, dass ich sie auch später nicht mehr beiseite legen konnte. Spätestens jetzt war ich wirklich beeindruckt. Meine anfängliche Skepsis war wie weggeblasen. Bis zum heutigen Tag habe nur die Größe 4 in Gebrauch gehabt und egal wo ich damit antrat, einfach überall habe sie ihren Job mit Bravour gemeistert. Besonders der noch etwas größer wirkende Kurv Shank zählt mittlerweile zu meinen Favoriten, wenn starke Hakentypen gefragt sind. Mittlerweile denke ich über das heftige Gewicht diese Haken etwas anders als zuvor. Ich bin vielmehr der festen Überzeugung, dass sein Mehr an Masse sogar einen immensen Vorteil bietet. Denn dadurch fällt dieser Haken einfach schneller auf die Unterseite des Fischmaules und damit hakt er etwas weiter innen als seine leichten „Brüder“. Nicht nur beim Drill auf Biegen und Brechen sehe ich diese Eigenschaft als absolut wünschenswert an. Nein auch beim Fischen auf bereits erfahrenen Karpfen bietet dieser Umstand Vorteile. Dem Fisch bleibt einfach deutlich weniger Zeit für umfangreiche Spielchen. Sobald der schwere Haken auf die Unterseite gefallen ist und der Fisch sich auch nur einen Hauch bewegt, wird ihn das Schwergewicht mit seiner scharfen Spitzen konfrontieren. Vielerlei eigene Experimente an hart befischten Gewässern, wie es z.B. an sogenannten Paylakes der Fall ist, haben diese Aussage zweifelsohne untermauert. Sofern ich die neuen, „schweren Jungs“ mit Bodenködern ins Rennen schickte, saß einfach jeder Fisch kompromisslos fest. Bei normaler Drillweise verlor ich so nicht einen einzigen Karpfen. Für mich sind die beiden XX-Modelle eine absolute Bereicherung für meine Fischerei. Mein Daumen geht von daher ganz klar senkrecht nach oben! Ich wünsche Ihnen natürlich einen ebensolchen Erfolg damit und viele außergewöhnliche Fische!
Thomas Talaga

News ArchiveNEWS ARCHIVE

ARCHIVE