05.05.15

Top-Start am Villedon - Daniel Brünkmans

Daniel Brünkmans hat seine Saison am Villedon in Frankreich eingeleitet - mit nur zwei Karpfen in einer Woche, aber der richtige war dabei:

Sonnenschein und knappe 20 Grad Tagesspitzenwerte Ende März an einem flachen Stausee in Frankreich klingen erst einmal nicht so schlecht. Soweit richtig! So war jedenfalls das Wetter im Durchschnitt bei unserer letzten Session an diesem See genau vor einem Jahr. Aber nicht bei unserer diesjährigen. Bereits hinter Paris fing der Regen an und das Thermometer im Bordcomputer warnte zusätzlich bei 3 Grad vor glatten Straßen. Erste Gespräche am See bestärkten unser schlechtes Bauchgefühl noch. In unserem zu befischenden Sektor – im flacheren Teil des Sees – um die Stelle 15 herum lief in diesem Jahr noch nichts und auch im übrigen See – mit Ausnahme von zwei Stellen im tiefen Seeteil in der nähe der Staumauer – lief es die letzte Woche eher schlecht als recht. Aus diesem Grund hatte schon ein großer Teil der Angler dem See vorzeitig den Rücken gekehrt.

Denn gerade am Villedon kann die Schere zwischen Erwartungshaltung und dem letztendlichen Ergebnis gewaltig sein. Die nächste Breitseite bekamen wir bei der Ankunft an unserer Stelle. Der Dauerregen der letzten Wochen hatte seine Spuren hinterlassen und den Lehmboden in eine knöcheltiefe Schlammwüste verwandelt. Wir waren nach der Auslosung der Plätze gezwungen unsere Camps im Schlamm zu errichten und soviel sei gesagt, der weiter größtenteils anhaltende Regen in dieser Woche machte die Schlammwüste nicht besser. Aber wir waren nicht 1000 km gefahren, um uns von all den Hiobsbotschaften und Umweltbedingungen gleich zu Beginn den Urlaub vermiesen zu lassen. Und so kam es gleich in der ersten Nacht ganz anders als wir es erwartet hätten.

Wir konnten 5 Bisse verbuchen und davon 3 Fische landen. Mein Urlaub war also gerettet und hätte mit zwei Fischen von gewaltigen 25,6 kg und 17 kg nicht besser anlaufen können. Jetzt war natürlich auch bei uns die Erwartungshaltung riesig und wir waren bis in die Haarspitzen motiviert. Leider ging aber zwischen Erwartungshaltung und Ergebnis von jetzt an die Schere weit auseinander. Auf den Ansturm der ersten und einem weiteren verlorenen Fisch in der zweiten Nacht kam auf unseren Ruten kein einziger Piepser mehr.

Trotz verschiedener Taktiken war nichts mehr zu machen. Aber auch am Villedon schwimmen einem die Fische nicht einfach so in den Kescher und den Erfolg kann man nicht mitkaufen (5 € ins Phrasenschwein). Gerade in der kälteren Jahreszeit sind die Fische dort noch nicht so im See verteilt und die Platzwahl gleicht eher einem Lottospiel, da man bei der Buchung das Wetter ja nicht gleich mitbestellen kann. So kann man durchaus das Pech haben, eine ganze Woche an einem Seeteil zu sitzen wo nicht ein Fisch seine Bahnen zieht. Aber wenn der See einen liebt, kann man zur richtigen Zeit am richtigen Platz auch wahre Sternstunden erleben. Da diese bei uns aber ausblieben war ich mit einem Fisch von 25 kg+ mehr als over the moon. Zumal der Große auch zeitgleich mein erster Fisch in 2015 war und ich das Jahr wohl kaum besser hätte starten können.
Tight Lines
Daniel

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