02.03.17

Twente Session - Max Middelhoff

Seit langer Zeit spukt der holländische Twentekanal in meinem Kopf. Alte Bilder aus den 90er Jahren von dicken Fischen aus dampfenden Wendebecken lenkten meine Aufmerksamkeit immer wieder auf eins der sicherlich kultigsten Gewässer Europas. Auch wenn die Blütezeit schon lange vorbei ist, fasziniert mich der Twentekanal gerade auf Grund der Geschichten, die an den Ufern geschrieben wurden.
Im Herbst 2016 verbrachte ich meine beiden ersten Nächte an den Spundwänden. Relativ orientierungslos und spontan, da bei diesem Trip der Twentekanal lediglich als Ausweichgewässer diente.

Spontan verabredete ich mich für eine Nacht mit meinem Kumpel Malte. Sicherlich, 200 Kilometer pro Strecke sind nicht wenig für einen „Overnighter“, in Anbetracht der geschlossenen Eisdecke auf meinem Hausgewässer, für mich jedoch die sinnvollste Lösung. Am Kanal angekommen, fuhren wir als erstes verschiedene Spots an, und machten uns einen Überblick über die Gegebenheiten vor Ort. Die Entscheidung fiel auf den wohlmöglich bekanntesten Spot am Kanal - den Warmwassereinlauf. Die Kombination aus starkem Schneetreiben und erhöhter Wassertemperatur ließen das Wasser dampfen und verliehen dem Ort eine ganz besondere Stimmung. Ich setzte auf auffällig gegoote Pop Ups am Multi-Rig und kombinierte diese mit wenigen, hoch attraktiven Banoffee's. Gerade im Winter und zeitigen Frühjahr zahlt sich intensive Location aus. Neben den Augen gehört eine Lotrute zu meiner Grundausstattung, um Fische zu finden. Seit über einem Jahr fische ich mit der Subbraid und erspare mir so eine weitere Rute zum Markern. Nur mit einem Blei am Leader taste ich den Gewässergrund ab und verschaffe mir so einen Überblick über die Bodenbeschaffenheit. Durchs Zählen der Absinkzeit des Bleies erschließe ich mir die Gewässertiefe. Habe ich einen interessanten Bereich gefunden, clippe ich die Schnur und übertrage die Distanz mit Hilfe der Distancesticks auf die zweite Rute. Durch diese Vorgehensweise kann ich mir sicher sein, auch in der Nacht exakt auf dem anvisierten Spot zu fischen.
Der richtige Spot machte sich bezahlt, denn bereits nach kürzester Zeit drillte ich meinen ersten Kanalkarpfen. Noch während des Drills wendete ein großes Schiff im angrenzenden Wendebecken und gab uns einen Vorgeschmack auf das, was da noch kommen sollte. Die Schiffe machten uns das Angeln im „Hotspot“ nicht leicht, da wir die meiste Zeit damit beschäftigt waren, die Ruten einzukurbeln oder neu zu werfen.

Malte und ich ließen uns jedoch von den Schiffen die Stimmung nicht verderben und zelebrierten eine „propper social session“. Gerade spontane „Overnighter“ nutze ich vermehrt, um soziale Kontakte zu pflegen und bei einigen Tassen gutem Tee bis tief in die Nacht zu quatschen. Mit guten Freunden angeln zu gehen hilft mir, den Kopf frei zu bekommen und mich immer wieder auf die wichtigen Dinge im Leben zu fokussieren. Nutzt die kalten Tage, um mit guten Freunden ans Wasser zu fahren. Die Kanäle sind offen und so langsam tauen auch die Seen wieder.
Cheers,
Max

Yes, es hat geklappt

Klein, aber aus dem Kultkanal

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