08.11.17

Unser Leben am Fluss I – Felix Hetzmannseder

Ruhig und gemächlich schieben sich tausende von Kubikmeter an Wasser täglich die mächtige Donau hinunter. Wenn ich frühmorgens auf meine Bedchair aufwache und mit dem ersten Kaffee die Lebensgeister zurückkehren, wirkt alles friedlich, doch der Fluss stellt dich Jahr für Jahr vor große Herausforderungen. In diesem Jahr habe ich bereits viele Nächte an der Donau verbracht, viele davon gemeinsam mit meinem Bruder Andi und es ist ordentlich was passiert. Es ist so viel passiert, dass es den Rahmen eines einzelnen Newsupdates bei weitem sprengen würde. Deshalb haben wir uns entschieden, unsere Geschichte in den kommenden Wochen gemeinsam hier zu erzählen und euch in unseren harten aber doch herzlichen Flussalltag mitzunehmen.

Wer am Fluss konstant erfolgreich sein will, beginnt nicht erst am ersten Angeltag mit der Arbeit. Eine ordentliche Vorbereitung macht sich in der Regel doppelt bezahlt. Bereits im vergangenen Winter begannen wir unsere Recherche, checkten die Tiefenstruktur in Karten und machten uns selbst ein Bild davon mit der Markerrute, um ein erstes Gespür für den neuen Flussabschnitt zu bekommen. Außerdem wollten wir die Sache zu zweit angehen – vier Augen sehen eben mehr als zwei! So begann mit den ersten Junitagen eine aufregende Reise mit vielen in den Weg gelegten Steinen, mit wahrlichen Durchbrüchen und zu guter Letzt auch mit echten Sternstunden.

Die ersten Versuche wagten wir aufgrund des recht hohen Donaupegels in einem Hafengebiet und blankten die ersten zehn Nächte erstmal voll ab, doch darauf waren wir vorbereitet, verfeinerten von Nacht zu Nacht unsere Vorgehensweise und kamen schlussendlich auf Fisch. Durch die Veränderungen des Pegels am Fluss reagierten wir intuitiv und es zog uns in die, dem Hafen, vorgelagerten Bereiche im Hauptstrom wo ich dann den ersten größeren Fisch in einer schnellen Nacht aus dem Bus fangen konnte. Ein charakteristischer, stromlinienförmiger Recke. Ich war glücklich, doch der geringe Bestand an Fischen bescherte mir auch mehrere Blanks.

Die Zeit verging viel zu schnell und durch einige Angeltrips an anderen Gewässern musste ich mich viel zu früh von dieser Strecke verabschieden, während Andi die Stellung hielt und sich durch alle Unannehmlichkeiten der Flussangelei durchkämpfte. Spätestens Mitte August wollten wir an eine altbekannte Strecke zurückkehren um dort die gute Phase im Herbst voll auszuschöpfen. Parallel zur Hafenstrecke bagannen wir nun also einen zweiten Abschnitt zu befüttern. Als die Bedingungen das erste Mal brauchbar waren, wollten wir eine gemeinsame Testnacht angeln.
Nachdem schon am ersten Angelmorgen ein goldener Schuppi einstieg war klar, dass wir unsere Energie von nun an vollends auf diesen Abschnitt konzentrieren wollten. Wie sich die Angelei an diesem Abschnitt aber noch entwickeln sollte, was für krasse Fische wir dort noch feiern durften und vor allem was Andi in meiner Abwesenheit an dem ersten Abschnitt noch auf die Beine stellte, erzählt er im zweiten Part dieser Story! Wir lesen uns!
Felix Hetzmannseder

Der Schein trügt, das Angeln hier ist knallhart.

Eine Testnacht am anderen Abschnitt.

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