16.11.17

Unser Leben am Fluss II – Andreas Hetzmannseder

Der Mensch wächst mit seinen Aufgaben. Diese Floskel ist wohl den Meisten ein Begriff. Es gibt wohl kein besseres Sprichwort, das unsere Angelei an einem neuen Donauabschnitt, in diesem Sommer, besser beschreiben würde. Wir waren beide gut vorbereitet, Futtervorräte standen bereit, schweres Material war in ausreichender Menge in den Tackleboxen verstaut und wir waren beide heiß auf die neue Aufgabe. Der Startschuss um Anfang Juni war vielversprechend, nachdem wir einige Tage mit Location verbrachten und nach Fischen Ausschau hielten, fanden wir in der brütenden Mittagssonne 2 Fische, Schuppis von geschätzt 15-17kg und begannen direkt abends die erste Nacht zu angeln. Ohne viel Unruhe zu machen, platzierten wir unsere Rigs in der Umgebung des Krautfeldes an der Steinpackung. Das Bauchgefühl passte einfach und wir waren beide guter Dinge einen Biss zu bekommen. Als wir frühmorgens unsere sieben Sachen wegpackten wurden wir aber eines besseren belehrt. Bis auf ein überdimensionales Rotauge um Mitternacht war nicht viel passiert. Aber wir ließen uns nicht entmutigen und angelten motiviert an diesem und auch anderen vielversprechenden Spot weiter. Vorerst ohne Erfolg, aber es fühlte sich gut an beinahe jede Nacht zu angeln und in den romantsich-industriellen Charme dieses Gewässers einzutauchen. Die ersten Fischkontakte stellten sich ein, als der Juni schon in seinen letzten Tagen lag. Ich angelte alleine an einem vorgelagertem Hauptstromabschnitt und der Fokus lag darauf, einen der Fische, die wir Tage zuvor dort bemerkt hatten, abzupassen. Wir hatten unsere Taktik nach einigen Blanknächten nun angepasst, arbeiteten mit extrem kleinen Futtermengen und angelten lediglich auf einen einzelnen Biss. Durch die geringe Fischdichte erschien uns dies als kluge Vorgehensweise, zumal die Fische diese Strecke scheinbar ausschließlich dazu nutzten um von A nach B zu kommen. Diese Taktik ging schlussendlich auf. Nie fingen wir mehr als 2 Fische pro Nacht, aber wir fingen und es fühlte sich gut an, auf Fisch gekommen zu sein. Nach meinem ersten Biss an diesem vorgelagerten Stück angelte ich für Wochen beinahe jede Nacht dort, stellte Fallen und fing einige der großen Einzelfische, darunter auch einen der seltenen Spiegler. Ich war mehr als happy – der erste richtige Durchbruch fühlte sich großartig an.

Doch, wie Felix schon erzählte, kam die Zeit, in der wir diesem Abschnitt den Rücken kehren wollten. Auf unserer Reise durch die zweite Jahreshälfte hatten wir noch einen weiteren Abschnitt auf dem Plan, den wir unbedingt beangeln wollten, denn schon im Vorjahr gab es dort einige gute Phasen im September und Oktober die wir auch dieses Jahr unbedingt nutzen wollten. Nachdem die erste Testnacht einen goldenen Schuppi für Felix brachte, konnte ich in den Folgenächten einen langen Recken von satten 19,8kg fangen. Das Timing stimmte. Mit jeder Fütterung wuchs das Vertrauen in die Angelei dort und es war schnell klar, dass wir unsere volle Aufmerksamkeit nun an diesen Abschnitt konzentrieren, um das Meiste herauszuholen. Krebsprobleme lösten wir mit zusätzlichen Stoppern in Form von Fakemais und gehärteten Essential Fish Boilies in 24mm. Die Antwort auf das viele Treibgut war ein stündlicher Weckruf am Handy, um die Ruten neu zu legen. Das ist ziemlich anstrengend, aber extrem effektiv zugleich.

Der Start an dem zweiten Abschnitt war also geglückt und unsere Angelei nahm von Mal zu Mal Fahrt auf. Es schien als wäre es nur eine Frage der Zeit bis erneut etwas Besonderes passieren würde...
Andi Hetzmannseder

Hält uns Krebs, Grundel & Co vom Hals...

Für solche Fische lohnt es sich!

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