27.11.17

Unser Leben am Fluss III – Felix Hetzmannseder

Ein goldener Herbst, so wie wir ihn uns vorstellten. Konstantes Füttern an dem zweiten Abschnitt und volle Konzentration auf die Angelei dort trugen ihre Früchte. Auch wenn Treibgut und die lästigen Krabbelviecher unter Wasser uns ganz schön auf Trab hielten, wir waren bereit unter diesen Umständen zu angeln und fingen konstant Fische.

Ganz besonders in Erinnerung wird mir ein bildhübscher Zeiler bleiben. Der Biss kam frühmorgens, noch im Dunkeln. Ich war ausgelaugt vom stündlichen legen der Ruten und hatte viel zu wenig Schlaf bekommen. Wenn sich die Rute aber ehrfürchtig in Richtung Strömung neigt und die hart eingestellte Bremse Klick für Klick Schnur freigibt sind die Entbehrungen, die diese Angelei mit sich bringt, alles nur mehr ein Teil eines größeren Ganzen. Innerhalb von Sekunden war die Müdigkeit wie weggeblasen.
Der Fisch verlange mir und meinem Gerät einiges ab, als er im tiefen Wasser stromabwärts marschierte und scheinbar nur mehr eine Richtung kannte. Meine Tournaments ächzten unter dem Druck und erst als die Spule halbleer war konnte ich seine Flucht stoppen. Unter eigentlich viel zu hohem Druck manövrierte ich den Fisch langsam wieder in meine Richtung, in die Strömung sollte er nicht noch einmal kommen. Ich betete, dass meine, durch das viele Treibgut leicht in Mitleidenschaft gezogene, Hauptschnur durchhielt und gewann Meter für Meter der Leine zurück. Es ging alles gut aus, meine Kombi aus 0,43er Carpline und 50m XT Snagleader stand seinen Mann an der Steinpackung und als im Schein der Kopflampe die riesigen Schuppen an der Flanke rausblitzten war ich einfach nur mehr überwältigt. Ein bildhübscher, dunkler Zeiler stand, nach einem krassen Duell, ruhig im Kescher und erholte sich nun seelenruhig. Andi war einige hundert Meter entfernt, aber durch meinen Jubelschrei sofort zur Stelle und wir konnten uns beim Anblick dieses Unikats einfach nicht mehr halten. Ein Jackpotfisch aus dem großen Strom.
Nach zwei vollen Ladungen aus der Bialetti lichteten wir die Perle im ersten Morgengrauen ab konnten unser Glück gar nicht wirklich realisieren. Im Laufe des Morgens fanden noch 2 weitere Fische den Weg in meine Maschen. Weit und breit kein Mensch zu sehen, geschweige denn ein Angler, perfekte Bedingungen und die Fische nahmen unsere Gaben dankend an.
Schöne Erinnerungen an eine intensive Angelei an diesem irren Fluss.
Felix Hetzmannseder

Meine Herren!

Empfehlung für Flussangler: CarpLine

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