05.12.17

Unser Leben am Fluss IIII – Andreas Hetzmannseder

Der September war ein goldener. Nach Felix´ Traumfisch konnte einfach nicht mehr viel schief gehen. Wir angelten noch einige gemeinsame Nächte an dem Spot und fingen jede Nacht Fische. Zum Teil auch mehrere pro Nacht. Wir waren auf einem Hoch – und dieses sollte nicht so schnell abreißen. Gegen Ende meiner Flusssaison wollte ich aber noch etwas neues ausprobieren, der Durst nach Fisch war erstmal gestillt und schon im Winter zuvor hatte ich einen Spot etwas genauer unter die Lupe genommen, der extrem vielversprechend für den fortgeschrittenen Herbst schien. Es gab dort die Möglichkeit, ein Geröllfeld in knapp 10 Metern Wassertiefe zu beangeln und wie sich schon im Laufe der ersten Angelnacht herausstellte war dieses übersäht mit Muscheln verschiedener Größen. Prädestiniert für alte Flussrecken, die sich mit dem stetig auskühlenden Wasser noch einmal Reserven für den Winter zulegen. Im Laufe der letzten Wochen verbrachte ich an dem tiefen Spot also jede freie Minute, beobachtete viel und vor allem: Ich fing mir die Finger wund!
Wenn sich früh morgens der dichte Nebel über dem Strom hebt, die Spinnweben schwer vom morgendlichen Tau sind und die großen Frachtschiffe nur in Umrissen erkennbar, dann ist Beißzeit. Oft kündigten sich die kleinen Trupps an Fischen mit nur einem einzelnen springenden Fisch an, innerhalb von Minuten waren die wenigen halbierten Essential Fish Boilies weggefressen und es folgte ein knallharter Biss.
Die Taktik im Spätherbst war recht einfach aber dennoch bedacht gewählt. Kleine Mengen halbierter Boilies fanden konstant ihren Weg auf das Geröllfeld in 10 Metern Wassertiefe, das die Fische auch ohne mein Zutun immer und immer wieder besuchten um die dortigen Muscheln abzugrasen. Mit dieser vorsichtigen Futterstrategie konnte ich so im Laufe des Oktobers satte 25 Fische abgreifen. Die Meisten davon hoch in den 30 Pfund und ein schön beschuppter Spiegler von knapp 18kg war nur eines von so vielen Highlights. Echte Sternstunden – noch nie zuvor hatte ich am Fluss in lediglich 15 Nächten so viel Großfisch auf der Matte wie in dieser Phase. Das zeigt wiederum deutlich, dass an der Donau nicht immer zwingend extreme Futtermengen benötigt werden, wenn die Angelplätze gut gewählt sind.

Während wir diese Zeilen hier gemeinsam in den Rechner tippen lebt die Saison am Fluss noch einmal hoch. Die Auswahl der Bilder versetzt uns direkt wieder zurück an die Orte, an denen wir in den letzten Monaten so unglaublich viel Zeit verbracht haben, gekämpft haben, gelernt haben und vor allem in vollen Zügen gelebt haben.
Ohne auch nur zu fragen, sind wir uns beide einig, das Leben am Fluss ist ein Großartiges!

Andi & Felix Hetzmannseder

Erste Wahl am Strom, Essential Fish von Mainline

Halbierte Boilies rollen nicht weg

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