19.03.19

Vertrauen schaffen - Tammo Schiller

Bäh, was ist denn das für ein fürchterlicher Geruch? Ich schrecke zurück und verziehe das Gesicht. Der Schreckmoment ist groß, als ich erstaunt auf die kleine Goo Flasche schaue, habe ich doch sofort einen kräftigen Zug durch die Nase genommen.
Pünktlich vor dem Wochenende kam ein Paket aus dem Headquarter mit den neuen Loops und 3 neuen Sorten Goo bei mir an und natürlich musste erstmal die Geruchs- und Geschmacksprobe herhalten. Das krass pinke Krill Goo ist wieder einmal ein echter Killer, die Farbe strahlt, es ist hoch UV aktiv und kommt herrlich fischig, wie erwartet. Bei dem Pinkberry Smoke erfreuen sich die Geruchsknospen, eine süße, smoothe Fruchtmischung in einem cremefarbenden Rosa, in diesem Fall ein dickflüssiges Smoke, das sich prima mit dem Wonderberry mischen lässt und später am Abend über einige Scoberry Boilies gegossen wird. Alles soweit gut! Doch bei der dritten Flasche kommt es anders, ich habe ein süßes Iso Getränk im Hinterkopf, ein Zuckerdrink, der leicht nach Zitrone und Grapefruit schmeckt, etwas Sanftes. Als der erste Schreck überwunden ist, muss ich es nochmal wagen, das war zu krass. Ganz komisch, aber faszinierend und einfach anders. Der Geschmack ist krass, es ist süß und hat auf der Zunge eine Wirkung wie ein ätherisches Öl, dazu der Fruchtgeschmack, wie ein Kaugummi aus den 90ern. Verrückt aber irgendwie geil! Ich muss gestehen, nach der Skepsis der ersten Geruchsprobe macht sich Neugier breit und irgendwie überrascht mich das Isontonic Goo durch diesen seltsamen Aufbau! Ich glaube gerade in kaltem Wasser, kommt das richtig gut! Also schnell ein paar neutrale, weiße und orangene Pop Ups in den Infuzza und einen ordentlich Schuss vom Isotonic Goo dazu. In 2 Tagen geht es los und ich will der neuen Sorte gleich eine Chance geben, gehören gesoakte Pop Ups doch zu meiner Grundausrüstung im Frühjahr.

Endlich Freitag Abend, ich habe die Ruten bereits vorbereitet, eine typisch zur Jahreszeit mit dem Chod Rig und einem auffällig pinken Pop Up und die andere mit einem Heli System. Daran befestigt ist ein Ausleger aus dem Boom und den neuen Loops mit einem 6er Wide Gape. Vorteil der Montage ist unter anderem, dass der Hakenköder vom Blei weggedrückt wird und bei der Köderaufnahme, z.B. von Brassen, dieses wieder in die Ursprungslage zurück streckt. An das verlängerte Haar kommt ein halber Seafood Boilie und einer der Isotonic Pop Ups, das ganze so ausbalanciert, das es langsam zu Boden sinkt. Ich bin davon überzeugt, das ein Haken an weichem Geflecht bessere Hakeigenschaften hat, als an durchgehend steifem Material, andererseits gibt weiches Geflecht dem Fisch eine Menge Spielraum, wenn es nicht kurz gefischt wird. Ich habe beim Fischen auf Sicht schon oft beobachten können, dass einige Fische, gerade wenn sie alleine unterwegs sind, sehr ruhig fressen. Sie stehen über dem Köder, saugen diesen zwar ein, aber bewegen sich beim Fressen nicht weiter. Es war faszinierend und frustrierend, zu sehen, wie der Köder so wieder ausgespuckt wurde, ohne das sich der Fisch gehakt hat. Aber es war auch kein Wunder, keine Bewegung bedeutet kein Widerstand zum Blei und das bedeutet kein Einhaken. Ein steifes Monovorfach hätte hier den Vorteil gehabt, dass der Fisch dieses oft nicht so einfach wieder los wird, zumindest in der Theorie. In der Praxis habe ich auch dieses schon oft gesehen, da der Haken zu starr an dem steifen Material ist, hat auch dieser nicht gehakt. Zu wenig Bewegungsspielraum! Alternativ könnte ich jetzt, wie so oft, zu sehr kurzen geflochtenen Vorfächern greifen, die aber leider nicht nur Vorteile haben, oder mir durch die neuen Loops ein Kombirig bauen, welches die beiden Vorteile der verschiedenen Material voll auspielt. Dieses Vorfach gibt mir auf dem kurzen Stück zum Haken den Bewegungsspielraum des geflochtenen Materials und gleichzeitig habe ich durch den Ausleger aus steifer Mono, ein Rig welches es  auch langsam fressenden Fischen schwer macht, es dieses wieder loszuwerden. 2 Fliegen mit einer Klappe, deshalb mag ich die Kombination aus den beiden Materialien so gerne. Der Haken kann durch das feine Geflecht gut greifen und arbeiten, lässt sich aber schwer wieder loswerden, dafür sorgt die steife Mono! Ein weiterer Vorteil der Loops ist einfach, dass ich enorm schnell den Haken tauschen kann, wenn dieser mal stumpf ist. Für mich wieder eine gute "ready to use" Lösung! Einfach in die kleine gekrimpte Schlaufe fädeln, den „Loop“ über den Haken ziehen und fertig. evtl noch etwas Knetblei auf die Krimphülse, dann ist es Perfekt!
Ich habe an diesem Freitag nicht mehr viel Zeit, kurz vor der Dämmerung knete ich nur etwas Paste um die Bleie und dann kommen die Montagen in 2 unterschiedliche, aber sehr interessante Bereiche. Sehen kann ich leider zu dem Zeitpunkt keinerlei Fischaktivität, aber ich habe meine Hausaufgaben gemacht und glaube zu wissen, wo ich ablegen muss. Am frühen Morgen, zufällig in einer Regenpause, ertönt ohne Vorwarnung der Dauerton und die Rute mit dem Isotonic Goo läuft ab. Der kleine aber wunderschöne Schuppi eröffnet meine Saison 2019 und auch wenn ich es natürlich nicht zu 100% weiß, ob es an dem Köder, der Montage, der Stelle oder doch noch an ganz anderen Umständen gelegen hat, das dieser Fisch den Weg in meinen Kescher gefunden hat, so gibt er doch Vertrauen in die neuen Produkte und Vertrauen ist oft der Schlüssel zum Erfolg!
Tammo Schiller
PS: die gekrimpte Boom Sektion wird es auch als Ready to use Lösung geben, absolut genial, einfach und fängig!

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