26.04.17

Voll verstrahlt #1 - Lukas Olde

Wie alles begann…

Nach zwei Jahren Studium im Osten der Republik verschlug es mich am Anfang dieses Jahres wieder in den echten Norden. Derzeit absolviere ich ein praktisches Semester, endlich mal in die richtige Arbeitswelt einsteigen. Die Zeit zum Fischen wird dadurch aber deutlich weniger. Die Nächte unter der Woche fallen gänzlich ins Wasser und am Wochenende steht dann auch immer genügend an.

Doch fangen wir von vorne an. Nach meiner Rückkehr durchstöberte ich meine Festplatte nach Gewässern, die ich in den Jahren vor dem Studium befischte. Dabei fiel mir vor allem ein Ordner ins Auge, er war unter dem Jahre 2012 abgespeichert. Ein Gewässer, was zu meiner absoluten Haßliebe wurde. Zwei Jahre beschäftigte ich mich intensiv mit diesem Graben und wurde meist volle Kanne vorgeführt, wirklich viel riss ich dort nicht. Die Kulisse ist wahrlich einzigartig, vor mir ein fetter weißer, piepender Bunker, ein Atomkraftwerk! Und ich angelte in seinem Schutzgraben. Die Fische, die in ihm wohnen, schienen auch unter seinem Schutz zu stehen, denn in den zwei Jahren fing ich einige Satzer und drei Fische mit über 10 kg. Also nicht wirklich berauschend.

Bisher nur Haß und weniger Liebe, wie man merkt! Meine Motivation sank von Session zu Session. Im September 2013 wollte ich es dann noch ein letztes Mal versuchen, um mit diesem verfluchten Graben abschließen zu können. Es kam, wie es kommen musste. Um 6 Uhr in der Früh riss mich mein rechter Delkim aus dem Schlaf. Im Schein der Laternen, Kopflampen braucht man hier nicht, kescherte ich einen riesigen Berg von Kraut und in diesem Berg aus Kraut lag ein Berg von Spiegelkarpfen! Ein Fisch aus dem Urbestand, ich konnte mein Glück nicht fassen, war im wahrsten Sinne des Wortes voll verstrahlt! Ich taufte diesen weit über 30 Pfd. schweren Recken „Kastor“.

Dieser „Kastor“ weckte die Liebe zu diesem Gewässer in mir, mit ihr schloss ich damals ab und nun griff ich wieder genau hier an! Bereits im letzten Jahr angelte ich zwei Mal für wenige Stunden an diesem Gewässer und wurde promt belohnt. Ich war also zuversichtlich was den Start in meine neue Saison betraf. So liefen Jonas, ein Kumpel aus der Nachbarschaft, der das gleiche Ziel verfolgte und ich an einem sonniger, warmer Frühjahrstag Ende März entlang des Ufers, dem ich vor vier Jahren den Rücken kehrte. Mit Polbrille bewaffnet, schauten wir nach Aktivität und eventuell sogar Fischen. Wir wollten einen Fisch fangen und die Saison für uns damit eröffnen. Doch was in der folgenden Nacht geschah, übertraf all unsere Erwartungen... Mehr in Teil 2!

Kastor - seither liebe ich diesen Graben

Mit Polbrillen bewaffnet auf Pirsch, mehr in Teil 2

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