28.04.17

Voll verstrahlt #2 - Lukas Olde

Das Revival…

So liefen Jonas, ein Kumpel aus der Nachbarschaft, der das gleiche Ziel verfolgte und ich an einem sonnigen, warmen Frühjahrstag Ende März entlang des Ufers, dem ich vor vier Jahren den Rücken kehrte. Mit Polbrille bewaffnet, schauten wir nach Aktivität und eventuell sogar Fischen. Wir wollten einen Fisch fangen und die Saison für uns damit eröffnen. Doch was in der folgenden Nacht geschah, übertraf all unsere Erwartungen.

Der Schutzgraben des Atomkraftwerkes ist in etwa 6 – 7 Meter breit und hat eine durchschnittliche Tiefe von 2 - 3 Metern. Das Wasser ist derzeit noch recht trübe, sodass wir bei unserer ersten Erkundung noch nicht wirklich viel sehen konnten. Im flachen Uferbereich tummelten sich die Kröten und kleine Hechte lauerten zwischen den abgestorbenen Schilfresten auf Beute. Brutfische genossen die warmen Sonnenstrahlen, aber von Karpfen war keine Spur zu sehen. Nachdem wir schon einige Zeit die einzelnen Streckenabschnitte absuchten, sah ich unter einen Haufen abgestorbenem Schilf, das gegen eine Spundwand trieb, eine dunkle große Silhouette. Dank der Classic Polbrille mit den gelben Gläsern, konnte man trotz des trüben Wassers gut erkennen, was sich auf der anderen Uferseite sonnte. Der Fisch war wirklich nicht schlecht gebaut und ganz schön breit!

Dann ging es schnell. Zurück zum Auto, Pop Up am Choddy montiert und mit einem leichten Pendelwurf in die Nähe des Treibgutfeldes geschlenzt, wo der Dicke noch immer ungestört verweilte. Als das Blei auf die Oberfläche traf, explodierte das Wasser förmlich. Unter dem Schilf war nicht nur der Dicke, sondern mindestens noch vier weitere Artgenossen, die fluchtartig auseinander schnellten. Die Rute lag gerade einmal 5 Minuten und schon hatten wir den ersten dickbäuchigen Spiegler in den Maschen. Der Fisch zog während des Drills einige Meter abwärts von der heißen Stelle, gut für uns. Bevor wir Fotos machten, hakte ich den Fisch im Kescher ab, um das Choddy schnell wieder ins Rennen zu bringen. Und wie sollte es anders sein, kaum waren perfekte Bilder im Kasten, lief die gleiche Rute erneut ab! Unfassbar, damit hatten wir wirklich nicht gerechnet. Ich schoss ein Selfie, während Jonas den zweiten Spiegler in den Kescher bugsierte.

Ich schoss ein Selfie während Jonas drillte

Jonas mit gutem Spiegler

Na den zwei Fischen verteilten wir dann auch unsere restlichen Ruten strategisch an diesem kleinen Graben. In der Dämmerung saßen wir auf unseren Stühlen, aßen „Bank Burger“ und genossen die „wundervolle“ Aussicht. Dunkel wird es hier nicht, überall strahlen Laternen und alles ist ausgeleuchtet. Wir schliefen in unseren Autos direkt an der Straße. Die Nacht war unruhig, nicht nur wegen des Schichtwechsels am frühsten Morgen, sondern auch unsere Taktik ging voll auf, sodass wir am nächsten Morgen voller Stolz und Freude abklatschen.

Was für ein Start in die neue Saison. Das Revival war definitiv geglückt.
Wie genau wir nun vorgegangen sind, erzähle ich euch beim nächsten Mal. Bis dahin genießt die wärmende Sonne und die Zeit am Wasser.

Tolles Schuppenbild bei einem kleineren Spiegler

Schon krass, diese Kulisse

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